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Auch in der Schweiz werden die Eier knapp – das ist der Grund

Die Eierregale in den Schweizer Supermärkten werden zurzeit regelrecht gestürmt.
Die Eierregale in den Schweizer Supermärkten werden zurzeit regelrecht gestürmt.Bild: watson

Auch in der Schweiz sind die Eier knapp – das steckt dahinter

Seit mehreren Wochen sind Eier in den Gestellen der Supermärkte in der ganzen Schweiz Mangelware. Wie kommt das? Ein Überblick.
28.02.2025, 07:2428.02.2025, 13:23
Fred Valet
Fred Valet

Ein Blick in die Eierabteilung der Schweizer Supermärkte genügt, um festzustellen, dass es ein Problem gibt. Seit Wochen sind die Regale stark ausgedünnt – wenn nicht sogar komplett leer.

So stehen den Kunden mittlerweile hauptsächlich Produkte der Eigenmarken «Prix Garantie» oder «M-Budget» zur Verfügung, in manchen Fällen wurden sogar importierte Eier ins Sortiment aufgenommen.

«Ah ja, im Moment muss man um Eier kämpfen.»
Migros-Kundin, Lausanne.

Aber warum? «Die Nachfrage nach Schweizer Eiern ist in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen. Dieses Problem betrifft die gesamte Branche, und der Eiermangel betrifft die gesamte Schweiz», bestätigt Estelle Hain, Sprecherin der Migros. Während der Eierkonsum seit 2023 tatsächlich stark angestiegen ist – nach einem drastischen Rückgang im Jahr davor – ist der Markt in den letzten Monaten besonders angespannt.

«Seit dem Herbst kann die Produktion die Nachfrage nicht mehr vollständig decken.»
Estelle Hain, Sprecherin Migros
«Aufgrund des Mangels an Schweizer Freilandeiern in der ganzen Schweiz ist es leider möglich, dass einige Artikel kurzfristig nicht verfügbar sind», heisst es in einer Genfer Migros-Filiale.
«Aufgrund des Mangels an Schweizer Freilandeiern in der ganzen Schweiz ist es leider möglich, dass einige Artikel kurzfristig nicht verfügbar sind», heisst es in einer Genfer Migros-Filiale.Bild: watson

Die Beliebtheit des Eis bei der Bevölkerung führt zu derselben Hamsterjagd beim anderen «orangen Riesen», Coop. Das Unternehmen bestätigt, ohne allzu viele Details zu nennen, dass «die Verfügbarkeit von Schweizer Eiern unter bestimmten Umständen vorübergehend problematisch sein kann». Diese vorübergehende Knappheit hindert die Kunden jedoch meist nicht daran, eine Packung zu ergattern – allerdings handelt es sich zum Teil auch hier um importierte Produkte.

Um alle zufriedenstellen zu können, muss der Einzelhandel auf importierte Eier zurückgreifen.
Um alle zufriedenstellen zu können, muss der Einzelhandel auf importierte Eier zurückgreifen.Bild: watson

Voraussagen sind schwierig

Seit dem Einbruch der Nachfrage im Jahr 2022 müssen Schweizer Produzenten äusserst vorsichtig sein, da eine falsche Einschätzung des Marktbedarfs sie «Millionen kosten kann», erklärt Daniel Würgler von GalloSuisse.

Der Präsident des Verbandes der Schweizer Eierproduzenten erklärt, dass diese Prognose bereits 18 Monate im Voraus getroffen werden muss – «sie ist selten perfekt». Dies führe dazu, «dass nicht alle Bedürfnisse das ganze Jahr über gedeckt werden können», wie es derzeit in den Supermärkten des Landes der Fall ist. Ausländische Eier füllen diese Lücke, sie machen im Durchschnitt zwischen 20 und 25 Prozent der Verkäufe in der Schweiz aus.

«Wir sind derzeit am Limit der einheimischen Produktion, aber das ist nicht dramatisch. Wir haben Eier, aber die Verbraucher müssen etwas flexibel sein.»
Daniel Würgler, Präsident GalloSuisse

Man darf dabei nicht vergessen, dass in den Winter- und Frühlingsmonaten Eier besonders gefragt sind – mit Spitzenwerten während der Feiertage zum Jahresende und vor allem vor Ostern. Angesichts der leeren Regale Ende Februar stellt sich die Frage: Wird die Lage noch schlimmer? Das Problem «wird mindestens bis Ostern andauern und möglicherweise noch ein paar Tage darüber hinaus», schätzt Estelle Hain von der Migros.

So geht das perfekte gekochte Ei – sagt die Wissenschaft:

Video: watson/oliver baroni, david indumi

Warum wird nicht einfach mehr produziert?

Am Telefon erklärt der Präsident von GalloSuisse, dass eine Erhöhung der Produktion auf zwei grosse Probleme stösst. Mehr Tiere zu halten würde zwar helfen, die Nachfrage zu decken, aber es würde die Produzenten einem enormen finanziellen Risiko aussetzen, falls der Markt plötzlich einbrechen sollte. Das zweite Problem betrifft die Infrastruktur:

«Die Politik und die administrativen Hürden erschweren den Bau neuer Hühnerställe. Während dieser Prozess etwa drei bis vier Jahre dauert, muss man oft bis zu zehn Jahre auf eine Genehmigung warten.»

Seit einigen Jahren erlebt das Ei in der Schweiz einen regelrechten Boom. Vom Sonntagsbrunch bis hin zu den Ernährungsplänen von Sportlern oder Rentnern – die gesundheitlichen Vorteile des Lebensmittels sind gross. «Es ist ein Superfood, das im Trend liegt», bestätigt Würgler. «Es ist reich an Proteinen, enthält 12 der 13 existierenden Vitamine und passt perfekt in die vegetarische Küche.»

Kurz gesagt: Wir sind selbst verantwortlich für die nahezu geplünderten Supermarktregale der letzten Tage. Mit einem Durchschnitt von 192 Eiern pro Person und Jahr liegt der Konsum in der Schweiz zwar etwas unter demjenigen der Nachbarländer (zwischen 230 und 240), doch das Ei ist mittlerweile fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden.

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