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Amnesty International

Hausmädchen in Katar müssen sieben Tage die Woche arbeiten, werden geschlagen und vergewaltigt



Eine Frau geht am 6. Januar 2005 ueber die Corniche in Doha, Katar. Links im Hintergrund ist das Sheraton Hote zu sehen. Der Porsche-Aufsichtsrat will in den kommenden vier Wochen eine Grundsatzentscheidung ueber einen moeglichen Einstieg des Emirats Katar bei dem hoch verschuldeten Autobauers treffen. Dies verlautete am Montag, 15. Juni 2009, aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.  - A Qatari woman jogs at the corinche as the Sheraton Hotel, left, and the other new towers look at the background in Doha, Qatar, Thursday, Jan. 6, 2005. Fast growing Gulf state of Qatar prepares for 2006 Asian Games in Doha. (AP Photo/Kamran Jebreili)

Eine Frau in Doha, Katar. Bild: AP

Katar, das Gastgeberland der Fussball-Weltmeisterschaft 2022, kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft dem Golfstaat schweres Versagen beim Schutz von ausländischen Hausangestellten vor. 

In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie mit dem Titel «Mein Schlaf ist meine Pause» (englisch) ist von massiver Ausbeutung, Zwangsarbeit sowie von körperlicher, zum Teil sexueller Gewalt die Rede. Nach Angaben der Organisation sind derzeit mindestens 84'000 ausländische Hausangestellte in dem Emirat tätig, die meisten aus Süd- und Südostasien.

Mit falschen Lohnversprechungen ins Land gelockt

Frauen würden mit falschen Angaben über gute Löhne und Arbeitsbedingungen in das Land gelockt, heisst es. Dort angekommen, müssten sie aber sieben Tage die Woche mit vielen Überstunden arbeiten. «Manche Frauen arbeiten bis zu 100 Stunden pro Woche, ohne einen einzigen freien Tag», heisst es in dem Bericht. 

Einige Frauen beschrieben, wie sie das Haus nicht verlassen durften, andere berichteten von Schlägen, Tritten, drei auch von Vergewaltigungen. Eine Indonesierin, die in Abschiebehaft sass, zeigte den Menschenrechtlern eine Brandnarbe auf der Brust. Ihre Arbeitgeberin habe sie mit einem Bügeleisen verbrannt, sagte sie. 

Eine Frau aus den Philippinen erzählte, sie habe sich die Beine gebrochen, als sie auf der Flucht vor einer Vergewaltigung aus dem Fenster gefallen sei. Ihr Chef habe sie trotz ihrer Verletzungen daraufhin sexuell missbraucht und erst danach einen Krankenwagen gerufen. Die Staatsanwaltschaft habe den Fall aber aus Mangel an Beweisen zurückgewiesen. 

Diskriminierendes System

Amnesty-Mitarbeiterin Audrey Gaughran kritisierte, Wurzel des Übels sei ein diskriminierendes System, das den Frauen grundlegenden Schutz verweigere. Nach dortigem Recht gilt das Arbeitsgesetz für ausländische Hausangestellte nicht. Somit gibt es keine Arbeitszeitbeschränkungen und keinen Anspruch auf freie Tage. 

Angestellte, die sexuellen Missbrauch anzeigten, riskierten daneben, dass auch gegen sie wegen ausserehelichen Beziehungen ermittelt werde. Dies wird in Katar in der Regel mit einem Jahr Haft und Abschiebung geahndet. Amnesty fordert, dass der Strafbestand der sogenannten illegalen Beziehungen in Katar abgeschafft wird. 

Keine Ausreisemöglichkeit

Flucht bedeutet in der Regel gleichzeitig auch Ausweisung. Denn wie in den anderen Golfstaaten gilt in Katar ein «Sponsor»-System. Demnach bürgen die Chefs für ihre Angestellten, Arbeitserlaubnis und Aufenthalt sind an den Arbeitgeber gekoppelt. 

Für die Studie wurden 52 Frauen interviewt sowie Regierungsvertreter und Botschaften der Länder, aus denen Hausangestellte stammen und Vermittlungsagenturen. Wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen auf Baustellen geriet das Emirat bereits unter heftigen Beschuss und gelobte Besserung. (rey/sda/dpa) 

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