Sport
Eishockey

Visp-Schiri Daniel Wirth pfeift diese Saison nicht mehr, um ihn zu schützen. Dabei sollten Schiris weniger diskutieren müssen

Entscheiden und basta: Schiedsrichter sollten sich nicht rechtfertigen müssen.
Entscheiden und basta: Schiedsrichter sollten sich nicht rechtfertigen müssen.Bild: KEYSTONE
Die Lehren aus dem «Fall Visp»

Visp-Schiri Daniel Wirth pfeift diese Saison nicht mehr, um ihn zu schützen. Dabei sollten Schiris weniger diskutieren müssen

Schiedsrichter Daniel Wirth leitet diese Saison keine Spiele mehr. Doch das darf nicht die einzige Konsequenz aus dem «Fall Visp» bleiben. 
17.03.2014, 16:5417.03.2014, 19:10

Daniel Wirth ist der angebliche regeltechnische Fehler in der Partie Langenthal gegen Visp (5:6 n.V.) unterlaufen. Erstinstanzlich ist eine Spielwiederholung angeordnet worden. Visp hat am Montag Rekurs eingelegt.

Nun ist Daniel Wirth von Schiedsrichterchef Reto Bertolottti bis Ende Saison suspendiert worden. Bertolotti betont, dass dies nicht einem «Schuldeingeständnis» gleichkomme. Vielmehr habe er nach Rücksprache mit Daniel Wirth diesen Entscheid gefällt. Der Fall polarisiere zu sehr und weitere Partien in dieser Saison wären für Daniel Wirth zu einem «Spiessrutenlauf» geworden. Wirth habe bis auf die Kommunikation alles richtig gemacht. 

Die Serie zwischen Visp und Langenthal geht in die entscheidende Phase.
Die Serie zwischen Visp und Langenthal geht in die entscheidende Phase.Bild: KEYSTONE

Schiedsrichter sollten sich nicht mehr erklären müssen

Was uns zur Konsequenz aus diesem Fall führt: Rückkehr zur natürlichen Autorität. Entscheide fällen und durchsetzen und nicht mehr erklären. In den letzten Jahren sind die Schiedsrichter bei uns gegenüber Spielern und Coaches viel zu nachsichtig geworden. Auf deren Wunsch erklären sie ihre Entscheide immer wieder. 

Damit sollte Schluss sein. Ein Schiedsrichter entscheidet (er fällt Tatsachenentscheide) und setzt sie durch. Die Spieler und Coaches haben diese Entscheide zu akzeptieren. Ohnehin nimmt ein Schiedsrichter seine Entscheide auch nach Diskussionen nicht zurück. 

Diskutierende Schiedsrichter sollte es nicht mehr geben.
Diskutierende Schiedsrichter sollte es nicht mehr geben.Bild: KEYSTONE

Problem sind nicht die Schiris, sondern die Liga-Führung

Diese autoritäre Form der Spielleitung ist auch ein Schutz der Schiedsrichter. Beispiel: Hätte Daniel Wirth in Langenthal nach der Video-Konsultation einfach auf «kein Tor» entschieden und weitere Erklärungen unterlassen, dann gäbe es diesen Fall gar nicht. So einfach ist es. 

Allerdings muss die Liga-Führung die Schiedsrichter künftig auch konsequenter gegen die inzwischen in Mode gekommene Schiedsrichterkritik schützen. Wir haben in den letzten zwei Jahren nicht ein Schiedsrichter-Problem. Sondern ein Schiedsrichter-Führungsproblem. 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Viel Balogun-Lärm um Nichts – USA kommen im Achtelfinal gegen Belgien unter die Räder
Auf die politische Aufregung folgt die sportliche Ernüchterung. Gastgeber USA scheitert im WM-Achtelfinal mit 1:4 an Belgien. Der begnadigte Stürmer Folarin Balogun bleibt blass, während Charles De Ketelaere für die Belgier mit zwei Toren glänzt.
Die politische Begnadigung von Folarin Balogun hat dem Gastgeber USA auf dem Rasen kein Glück gebracht. In einem mit Spannung erwarteten WM-Achtelfinal unterliegen die Amerikaner in Seattle einer abgeklärten belgischen Auswahl deutlich mit 1:4. Damit ist auch der dritte und letzte Co-Gastgeber dieser Weltmeisterschaft ausgeschieden, während Belgien erstmals seit 2018 wieder den Sprung unter die letzten Acht schafft.
Zur Story