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Der Schiedsrichter Daniel Stricker, rechts, unterhaelt sich nach dem Ausraster von Derrick Walser mit dem Rapperswiler Trainer Anders Eldebrink, Mitte, beim Eishockeyspiel der National League A zwischen dem HC Davos und den Rapperswil-Jona Lakers, am Samstag, 18. Januar 2014, in der Vaillant-Arena in Davos. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Entscheiden und basta: Schiedsrichter sollten sich nicht rechtfertigen müssen. Bild: KEYSTONE

Die Lehren aus dem «Fall Visp»

Visp-Schiri Daniel Wirth pfeift diese Saison nicht mehr, um ihn zu schützen. Dabei sollten Schiris weniger diskutieren müssen

Schiedsrichter Daniel Wirth leitet diese Saison keine Spiele mehr. Doch das darf nicht die einzige Konsequenz aus dem «Fall Visp» bleiben. 



Daniel Wirth ist der angebliche regeltechnische Fehler in der Partie Langenthal gegen Visp (5:6 n.V.) unterlaufen. Erstinstanzlich ist eine Spielwiederholung angeordnet worden. Visp hat am Montag Rekurs eingelegt.

Nun ist Daniel Wirth von Schiedsrichterchef Reto Bertolottti bis Ende Saison suspendiert worden. Bertolotti betont, dass dies nicht einem «Schuldeingeständnis» gleichkomme. Vielmehr habe er nach Rücksprache mit Daniel Wirth diesen Entscheid gefällt. Der Fall polarisiere zu sehr und weitere Partien in dieser Saison wären für Daniel Wirth zu einem «Spiessrutenlauf» geworden. Wirth habe bis auf die Kommunikation alles richtig gemacht. 

Le joueur de Viege Alexei Kovalev, gauche en premier plan, lutte pour le puck avec le joueur de Martigny Sacha Wollgast, droite, lors du championnat suisse de hockey sur glace entre le HC Red Ice Martigny et le EHC Visp, ce samedi 26 octobre 2013 a la patinoire du Forum d'Octodure a Martigny. (KEYSTONE/Olivier Maire)

Die Serie zwischen Visp und Langenthal geht in die entscheidende Phase. Bild: KEYSTONE

Schiedsrichter sollten sich nicht mehr erklären müssen

Was uns zur Konsequenz aus diesem Fall führt: Rückkehr zur natürlichen Autorität. Entscheide fällen und durchsetzen und nicht mehr erklären. In den letzten Jahren sind die Schiedsrichter bei uns gegenüber Spielern und Coaches viel zu nachsichtig geworden. Auf deren Wunsch erklären sie ihre Entscheide immer wieder. 

Damit sollte Schluss sein. Ein Schiedsrichter entscheidet (er fällt Tatsachenentscheide) und setzt sie durch. Die Spieler und Coaches haben diese Entscheide zu akzeptieren. Ohnehin nimmt ein Schiedsrichter seine Entscheide auch nach Diskussionen nicht zurück. 

HC Davos Cheftrainer Arno Del Curto, dritter von rechts, beschwert sich bei Schiedsrichter Daniel Stricker, Nr. 91, im dritten Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Davos am Samstag, 15. Maerz 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Diskutierende Schiedsrichter sollte es nicht mehr geben. Bild: KEYSTONE

Problem sind nicht die Schiris, sondern die Liga-Führung

Diese autoritäre Form der Spielleitung ist auch ein Schutz der Schiedsrichter. Beispiel: Hätte Daniel Wirth in Langenthal nach der Video-Konsultation einfach auf «kein Tor» entschieden und weitere Erklärungen unterlassen, dann gäbe es diesen Fall gar nicht. So einfach ist es. 

Allerdings muss die Liga-Führung die Schiedsrichter künftig auch konsequenter gegen die inzwischen in Mode gekommene Schiedsrichterkritik schützen. Wir haben in den letzten zwei Jahren nicht ein Schiedsrichter-Problem. Sondern ein Schiedsrichter-Führungsproblem. 

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