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Initiative lanciert: Konzerne sollen haften, wenn sie Menschenrechte verletzen

Die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken sind oft nicht über alle Zweifel erhaben.
Die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken sind oft nicht über alle Zweifel erhaben.Bild: DUC THANH/EPA/KEYSTONE

Initiative lanciert: Konzerne sollen haften, wenn sie Menschenrechte verletzen

Verschiedene konzernkritische Organisationen machen Ernst: Ab sofort sammeln sie Unterschriften für ihre Initiative, welche globale Unternehmen mit Sitz in der Schweiz in die Verantwortung nehmen will.
21.04.2015, 10:5821.04.2015, 16:45

Künftig sollen die Konzerne für Menschenrechtsverletzungen haften. Globale Geschäfte bedingten globale Verantwortung, schrieb der Verein Konzernverantwortungsinitiative am Dienstag in einem Communiqué. Insbesondere wenn Menschenrechte und Umwelt durch wirtschaftliche Aktivitäten im Ausland gefährdet seien, stünden auch Konzerne mit Sitz in der Schweiz in der Pflicht.

Die nun lancierte Konzernverantwortungsinitiative soll dafür sorgen, dass Schweizer Unternehmen den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt verbindlich in ihre Geschäftspraktiken integrieren. Hinter dem Anliegen stehen 66 Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerke. darunter Brot für alle, Fastenopfer, Alliance Sud, Amnesty International Schweiz oder die Erklärung von Bern.

Schweiz auf unrühmlichem 9. Rang

Die Gegenwart zeigt laut den Initianten, dass die Forderung aktueller ist denn je. Katastrophale Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken in Asien oder Osteuropa, missbräuchliche Kinderarbeit bei der Kakaoproduktion in Westafrika oder tödliche Emissionen in Sambia gehörten zur Tagesordnung. In solche Missstände seien durch ihre weltweite Tätigkeit auch Schweizer Konzerne verwickelt.

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Und dies gemäss einer Studie der Maastricht University nicht zu kurz: Demnach liegt die Schweiz in Sachen Menschenrechtsverletzungen auf dem unrühmlichen 9. Rang. «Konkrete Massnahmen blieben jedoch aus», schrieben die Initianten. Bundesrat und Parlament setzten weiter ausschliesslich auf freiwillige Massnahmen der Konzerne.

Mitte März 2015 hatte das Parlament eine Kommissionsmotion für mehr Unternehmensverantwortung nur knapp abgelehnt. Die Volksinitiative nimmt nun einen neuen Anlauf zum Erreichen dieses Ziels. Die Initianten haben bis zum 21. Oktober 2016 Zeit, die nötigen 100'000 Unterschriften zu sammeln. (whr/sda)

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