Ägypten führt härtere Strafen bei sexuellen Übergriffen ein
Sexuelle Übergriffe werden in Ägypten künftig härter bestraft und muslimische Geistliche brauchen eine Prediger-Lizenz. Der scheidende Übergangspräsident Adli Mansur unterzeichnete am Donnerstagabend mehrere Gesetze, die für die Ägypter härtere Strafen mit sich bringen, berichtete die Zeitung «Al-Ahram».
Insgesamt verabschiedete Mansur an seinem letzten Amtstag vor der Einführung des neu gewählten Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi sieben Gesetze.
Das Anti-Belästigungsgesetz sieht mehrjährigen Haftstrafen für sexuelle Übergriffe vor. So kann jemand für ein halbes Jahr ins Gefängnis kommen, der sein Opfer mit Worten und Gesten bedrängt. Stalker müssten mit mindestens einem Jahr Haft rechnen. Wer seine Autorität in der Familie oder im Beruf für sexuelle Übergriffe missbraucht, wird zwischen zwei und fünf Jahren inhaftiert.
Ein weiteres Gesetz verbietet das Predigen in Moscheen oder auf öffentlichen Plätzen für all jene Geistliche, die keine offizielle Lizenz der renommierten Al-Azhar-Universität oder des Frömmigkeitsministeriums haben. Nicht autorisierte Prediger müssen mit Haftstrafen bis zu einem Jahr und Geldstrafen bis zu 50'000 Pfund (rund 6200 Franken) rechnen.
