Schweiz

Strahlender Sonnenschein am Zürichsee und in weiten Teilen der Schweiz. Bis Dienstag bleibt es über 20 Grad warm. Bild: KEYSTONE

Sommerliches Herbstwetter

22,5 Grad Ende September: Die Schweiz erlebt ein Traumwochenende – und es bleibt warm

27.09.14, 19:11 29.09.14, 13:44

Das schöne Herbstwetter hat die Temperaturen in den Bergen auf sommerliche Werte ansteigen lassen. Einige Stationen, die über 1000 Meter über Meer liegen, verzeichneten Höchstwerte von über 20 Grad – mehr als während des ganzen Monats August dieses Jahres.

Das letzte Septemberwochenende 2014 werde in die Geschichte eingehen, schrieb SRF Meteo am frühen Samstagabend. Es habe sich um einen Altweibersommerwetter gehandelt, wie er im Buche stehe. In der ganzen Schweiz war es am Samstag mehr oder weniger wolkenlos. Das schöne Herbstwetter soll auch am Sonntag anhalten.

Meteo News registrierte in Filisur GR mit 22,5 Grad den höchsten Wert jener Stationen, die auf 800 Meter über Meer oder höher liegen. In Fiesch VS wurden 22,2 Grad gemessen, in Disentis GR sowie in Sedrun GR 21,7 Grad und in Piotta TI 21,5 Grad. Selbst im sonst als Kälteloch bekannten Buffalora GR am Ofenpass war es auf knapp 2000 Metern über Meer 17,9 Grad warm.

Altweibersommer hat nichts mit alten Frauen zu tun

Der Altweibersommer, wie diese Zeit zwischen Mitte September und Anfang Oktober genannt wird, hat nichts mit Damen in gesetzterem Alter zu tun. Das Wort stammt vom altdeutschen «weiben» und bedeutet das Weben von Spinnfäden.

Der Begriff geht auf die zahlreichen Spinnnetze zurück, die in der herbstlichen Beleuchtung gut zu sehen sind, wie Felix Blumer von SRF Meteo am Samstag mitteilte. Alt habe in diesem Sinne mit spät zu tun.

Im Gegensatz zu den Eisheiligen (12. bis 15. Mai) oder den Hundstagen (23. Juli bis 23. August) gibt es für den Begriff des Altweibersommers keinen fixen Termin. Je nach Definition beginnt der Altweibersommer Mitte September, am 20. September oder gar erst am 25. September.

Goldener Oktober und Martinisommer

Später sind weitere sonnige und warme Tage möglich. Man spricht dann aber meist vom Goldenen Oktober bezugnehmend auf die goldene Verfärbung der Laubblätter. Auch zu Beginn des Monats November gibt es manchmal markante Warmphasen, wenn auch auf bedeutend tieferem Temperaturniveau. Dann wird laut Blumer vom Martinisommer gesprochen.

Grundlage für den Altweibersommer, den Goldenen Oktober und den Martinisommer ist ein Hoch über Mittel- oder Osteuropa. Es sorgt einerseits für stabiles Herbstwetter, andererseits wird auf seiner westlichen Flanke milde Luft aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa geführt. In Tallagen verhindert Nebel manchmal eine vollständige Erwärmung, in den Bergen ist es aber äusserst mild. (sda)

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