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Ex-Julius-Bär-CEO Boris Collardi steigt bei Privatbank EFG International ein

29.04.2022, 08:33
Boris Collardi
Boris CollardiBild: sda

Die Vermögensverwaltungsbank EFG International erhält mit Boris Collardi einen neuen Aktionär. Die EFG International vermeldet zudem ein «solides» Betriebsergebnis für die ersten drei Monate 2022.

Collardi will nun einen Anteil von 3.6 Prozent der EFG-Aktien von Aktionär Spiro Latsis übernehmen, wie die Bank am Freitag mitteilte. Der frühere Julius Bär- und Pictet-Banker soll zudem in den EFG-Verwaltungsrat einziehen. Für die Wahl Collardis soll nun in den kommenden Monaten eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen werden. Zuvor müssten noch die regulatorischen Zulassungen abgeschlossen werden.

Collardi hatte im Herbst 2021 die Genfer Privatbank Pictet verlassen, bei der er gut drei Jahre Teilhaber war. Zuvor hatte er von 2009 bis 2017 die Bank Julius Bär als CEO geführt. Anfang 2021 hatte er von der Finma eine Rüge kassiert wegen seiner Verantwortung für Mängel in der Geldwäschereibekämpfung bei der Zürcher Privatbank.

Volatiles Quartal

Für die EFG sei die Ertragsgenerierung im ersten Quartal 2022 von den «unsicheren und volatilen Märkten» geprägt, teilte das Institut anlässlich seiner am (heutigen) Freitag stattfindenden ordentlichen Generalversammlung weiter mit. Diese hätten zu niedrigeren Kundenaktivitäten geführt. Die Betriebserträge seien aber insgesamt «ähnlich wie in der Vorjahresperiode» ausgefallen. Gleichzeitig habe die Bank die Kostendisziplin weiterhin beibehalten.

Die ertragsgenerierenden verwalteten Vermögen (Assets under Management AuM) bezifferte EFG per Ende März auf 166.7 Milliarden Franken, dies nach 172.0 Milliarden per Ende 2021. Der Rückgang sei auf eine negative Marktperformance in Höhe von 6.9 Milliarden zurückzuführen. Dies sei teilweise durch positive Nettoneugelder sowie den Wechselkurs-Einfluss kompensiert worden.

In Russland, Weissrussland oder der Ukraine habe EFG keine Präsenz, betont die Bank weiter. Auch die direkte Exponierung gegenüber Russland sei «marginal». Die verwalteten Vermögen russischer Kunden, die in Russland wohnhaft sind, betrügen rund 2 Prozent der gesamten AuM. Neugeschäfte mit solchen Kunden würden nicht akzeptiert. Russische Wertpapiere in den EFG-Produkten betrügen zudem «weniger als 0.1 Prozent» der totalen AuM. (aeg/sda/awp)

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