Panama Papers
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Neun von zehn Schweizer Topmanagern sind für mehr wirtschaftliche Transparenz 



Mehr Transparenz in Zeiten geopolitischer Spannungen und angespannter Finanzmärkte: Neun von zehn Schweizer Managern befürworten, dass bei der Frage, wer hinter einem Unternehmen steckt, mehr Licht ins Dunkel gebracht wird.

Dies zeigt die neuste Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY mit dem Titel «Unternehmerisches Fehlverhalten – individuelle Konsequenzen», die am Dienstag publiziert wurde. Demnach erhöht die wachsende weltweite Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Korruption die Anforderungen an Unternehmen und ihre Führungskräfte.

epa05255168 Activists of the non-government organizations 'Oxfam' and 'Transparency International' perform as clients of Offshore companies during a protest in front of the European Commission headquarters in Brussels, Belgium, 12 April 2016. Following the so-called 'Panama Papers' leak, Oxfam criticizes the EU Commission's delay of financial reforms. Commissioner Jonathan Hill is expected to present a list of reforms in Strasbourg, France, later this afternoon.  EPA/OLIVIER HOSLET

Aktivisten von «Oxfam» und «Transparency International» machen in Brüssel auf Offshore-Opportunist.
Bild: OLIVIER HOSLET/EPA/KEYSTONE

Die zunehmende Cyberkriminalität sowie die kürzlich bekannt gewordenen Enthüllungen eines weitverbreiteten möglichen Missbrauchs von Offshore-Ländern hätten den Handlungsdruck auf die Regierungen und Unternehmen, Betrug, Bestechung und Korruption aufzudecken und zu bekämpfen, erhöht, schreibt EY. Zuoberst auf der Prioritätenliste von Schweizer Managern steht denn auch das Verlangen nach grösserer Transparenz.

Unethisches Verhalten wird oft taxiert

Die zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 durchgeführte Umfrage bei fünfzig Geschäftsführern in der Schweiz zeigt, dass 92 Prozent eine grössere Transparenz in Bezug auf die wirtschaftlichen Eigentümer fordern. Dies deckt sich weitgehend mit der weltweiten Tendenz.

Eine grössere Transparenz ist jedoch nur eine Seite der Lösung eines Problems, das weitverbreitet ist. Gemäss der EY-Umfrage glauben weltweit nämlich zwei von fünf Topmanagern, dass Bestechungs- und Korruptionspraktiken in ihrem Land gang und gäbe sind.

In der Schweiz sehen das nur 8 Prozent der befragten Geschäftsführer so. Dennoch räumt mehr als jeder Dritte ein, unethisches Verhalten zum Erreichen finanzieller Ziele rechtfertigen zu können.

Hemmnisse beim Ausplaudern

Das Bestreben der Behörden, kriminelle Aktivitäten von Einzelpersonen zu verfolgen, kommt bei drei von fünf Schweizer Befragten dennoch gut an. Sie sind der Meinung, dass eine strafrechtliche Verfolgung dazu beiträgt, künftig von Betrug, Bestechung und Korruption abzuschrecken.

Eine weitere wichtige Informationsquelle für vermutetes Fehlverhalten sind auch Whistleblower. Die meisten Befragten begrüssen Hotlines, um Betrugshinweise aufzunehmen. Allerdings führt jeder zehnte Schweizer Manager an, seine Loyalität gegenüber Kollegen würde ihn davon abhalten, einen Betrugs-, Bestechungs- oder Korruptionsfall zu melden, und 12 Prozent geben die Loyalität gegenüber ihrem Unternehmen als Hemmnis an.

(sda)

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