SVP-Nationalrat will Robotaxis in die Schweiz holen – Parmelin nach Testfahrt «begeistert»
Lenkräder, die sich wie von Geisterhand bewegen, und Fahrersitze, die leer bleiben: Selbstfahrende Taxis aus den USA könnten bald auch auf Schweizer Strassen unterwegs sein. Zumindest, wenn es nach Franz Grüter geht. Der SVP-Nationalrat will Robotaxis des Unternehmens Waymo in die Schweiz holen. Das berichtet die SonntagsZeitung.
Während seiner Nordamerikareise fuhr auch Bundespräsident Guy Parmelin mit einem solchen Fahrzeug. «Ich bin begeistert und finde die Idee grundsätzlich unterstützungswürdig», sagte der SVP-Bundesrat gegenüber der «SonntagsZeitung». Auf seinem Instagram-Kanal postete er Bilder und Videos von der Fahrt. Organisiert hatte diese Grüter, der mit im Auto sass.
Auch ein Treffen mit einer Delegation des Robotaxi-Unternehmens Waymo fand bereits statt. Waymo gehört zum Google-Konzern Alphabet und ist weltweit führend im Bereich selbstfahrender Taxis. Dessen Robotaxis sind in mehreren US-Städten bereits im Einsatz, bald sollen auch in London und Tokio Waymo-Taxis fahren.
Initiator Grüter äussert sich nach den Gesprächen mit Waymo gegenüber der «SonntagsZeitung» optimistisch: «Waymo überlegt sich ernsthaft, in die Schweiz zu kommen.» Das Unternehmen bestätigte dies vorerst nicht. Es stehe mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Länder im Austausch.
Astra offen für autonome Fahrzeuge
Grüter war im vergangenen November zum ersten Mal in San Francisco mit einem selbstfahrenden Taxi von Waymo gefahren. Daraufhin hatte er Verkehrsminister Albert Rösti angerufen, um sich für Robotaxis in der Schweiz einzusetzen. Dieser habe sich für das Vorhaben offen gezeigt.
Gegenüber der «SonntagsZeitung» sagt Grüter, dass selbstfahrende Taxis etwa auf dem Land eingesetzt werden könnten, wo der öffentliche Verkehr häufig nicht rentabel sei. Und auch ältere Menschen ohne Führerausweis könnten von selbstfahrenden Taxis profitieren.
Gemäss einer Studie von Swiss Re, an der auch Waymo beteiligt war, ist die Verkehrssicherheit von selbstfahrenden Autos von Waymo höher, als wenn Menschen am Steuer sitzen. Beim Unternehmen kam es jüngst jedoch zu Rückrufen von 4000 Fahrzeugen, weil die Software bestimmte Hindernisse nicht erkannte.
Das Bundesamt für Strassen (Astra) steht autonomen Autos und der Firma Waymo grundsätzlich offen gegenüber, wie die «SonntagsZeitung» weiss. Sicherheit habe jedoch höchste Priorität. Einzelne selbstfahrende Fahrzeuge sind bereits heute im Einsatz in der Schweiz.
(hah)
