Wirtschaft
Schweiz

Franz Grüter will Robotaxis von Waymo in die Schweiz holen

A passenger exits a Waymo vehicle on Powell Street in Union Square in San Francisco on Thursday, June 11, 2026. (Yalonda M. James/San Francisco Chronicle via AP)
San Francisco Waymos
Eine Frau steigt aus einem selbstfahrenden Taxi der Firma Waymo in San Francisco.Bild: keystone

SVP-Nationalrat will Robotaxis in die Schweiz holen – Parmelin nach Testfahrt «begeistert»

SVP-Nationalrat Franz Grüter weibelt für selbstfahrende Taxis der Firma Waymo in der Schweiz. Verkehrsminister Albert Rösti zeigt sich offen, Bundespräsident Guy Parmelin war bereits auf einer Testfahrt.
02.08.2026, 09:3602.08.2026, 09:36

Lenkräder, die sich wie von Geisterhand bewegen, und Fahrersitze, die leer bleiben: Selbstfahrende Taxis aus den USA könnten bald auch auf Schweizer Strassen unterwegs sein. Zumindest, wenn es nach Franz Grüter geht. Der SVP-Nationalrat will Robotaxis des Unternehmens Waymo in die Schweiz holen. Das berichtet die SonntagsZeitung.

Während seiner Nordamerikareise fuhr auch Bundespräsident Guy Parmelin mit einem solchen Fahrzeug. «Ich bin begeistert und finde die Idee grundsätzlich unterstützungswürdig», sagte der SVP-Bundesrat gegenüber der «SonntagsZeitung». Auf seinem Instagram-Kanal postete er Bilder und Videos von der Fahrt. Organisiert hatte diese Grüter, der mit im Auto sass.

Auch ein Treffen mit einer Delegation des Robotaxi-Unternehmens Waymo fand bereits statt. Waymo gehört zum Google-Konzern Alphabet und ist weltweit führend im Bereich selbstfahrender Taxis. Dessen Robotaxis sind in mehreren US-Städten bereits im Einsatz, bald sollen auch in London und Tokio Waymo-Taxis fahren.

Initiator Grüter äussert sich nach den Gesprächen mit Waymo gegenüber der «SonntagsZeitung» optimistisch: «Waymo überlegt sich ernsthaft, in die Schweiz zu kommen.» Das Unternehmen bestätigte dies vorerst nicht. Es stehe mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Länder im Austausch.

Astra offen für autonome Fahrzeuge

Grüter war im vergangenen November zum ersten Mal in San Francisco mit einem selbstfahrenden Taxi von Waymo gefahren. Daraufhin hatte er Verkehrsminister Albert Rösti angerufen, um sich für Robotaxis in der Schweiz einzusetzen. Dieser habe sich für das Vorhaben offen gezeigt.

Guy Parmelin und Franz Grüter mit Waymo-Auto
Parmelin (l.) und Grüter (r.) posieren vor einem Fahrzeug von Waymo.Bild: screenshot instagram

Gegenüber der «SonntagsZeitung» sagt Grüter, dass selbstfahrende Taxis etwa auf dem Land eingesetzt werden könnten, wo der öffentliche Verkehr häufig nicht rentabel sei. Und auch ältere Menschen ohne Führerausweis könnten von selbstfahrenden Taxis profitieren.

Gemäss einer Studie von Swiss Re, an der auch Waymo beteiligt war, ist die Verkehrssicherheit von selbstfahrenden Autos von Waymo höher, als wenn Menschen am Steuer sitzen. Beim Unternehmen kam es jüngst jedoch zu Rückrufen von 4000 Fahrzeugen, weil die Software bestimmte Hindernisse nicht erkannte.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) steht autonomen Autos und der Firma Waymo grundsätzlich offen gegenüber, wie die «SonntagsZeitung» weiss. Sicherheit habe jedoch höchste Priorität. Einzelne selbstfahrende Fahrzeuge sind bereits heute im Einsatz in der Schweiz.

(hah)

Bist du für Robotaxis in der Schweiz?
An dieser Umfrage haben insgesamt 1893 Personen teilgenommen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Selbstfahrende Autos – der Weg zum Robotaxi
1 / 12
Selbstfahrende Autos – der Weg zum Robotaxi

In Europa und den USA wird die Klassifizierung des autonomen Fahrens in fünf Stufen vorgenommen. Ein Überblick ...

quelle: ap/waymo / julia wang
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Virales TikTok-Video zeigt, wo die selbstfahrenden Autos (noch) an ihre Grenzen stossen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
271 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Her Majesty
02.08.2026 10:12registriert Dezember 2022
Die SVP als Steigbügelhalter für US Grosskonzern Google um Schweizer Arbeitsplätze zu vernichten... Die wahren Patrioten.
20134
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ghost Dog
02.08.2026 09:42registriert Februar 2026
Parmelin ist eben auch leicht zu "begeistern". Alles komplett Neuland für Ihn und die SVP.
17630
Melden
Zum Kommentar
avatar
Laborant
02.08.2026 10:09registriert November 2019
Kann man die eigentlich immer noch mit einem Verkehrspylon auf der Motorhaube ausser Gefecht setzen?

Ich frage für einen Freund.
11419
Melden
Zum Kommentar
271
Neue Swissness-Regel stösst auf breite Ablehnung
Das Schweizerkreuz darf seit Kurzem auch für im Ausland hergestellte Waren genutzt werden. Laut Umfragen lehnen KMU und Bevölkerung die Neuregelung klar ab, wie der Schweizerische Gewerbeverband bekannt gab. Der Verband nimmt nun die Politik in die Pflicht.
Sowohl Gewerbetreibende als auch Stimmberechtigte befürchten durch die Praxisänderung eine Verwässerung der Marke «Schweiz» sowie einen Vertrauensverlust bei den Konsumenten. Wie der Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv), Ständerat Fabio Regazzi (Mitte/TI) am Dienstag vor den Medien in Bern sagte, wolle der Verband mit politischen Instrumenten wie zwei Motionen gegen die Praxisänderung des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum (IGE) vorgehen.
Zur Story