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Führende Medien fordern von Israel Zugang zum Gazastreifen

FILE - Freelance journalist Mariam Dagga, 33, who had been working with the Associated Press and other outlets during the Gaza war, poses for a portrait in Khan Younis, southern Gaza Strip, on June 14 ...
Die freiberufliche Journalistin Mariam Dagga (33), die während des Gaza-Kriegs für Associated Press und andere Medien gearbeitet hatte, am 14. Juni 2024 in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen.Bild: keystone

Führende Medien fordern von Israel Zugang zum Gazastreifen

30.04.2026, 15:3430.04.2026, 15:34

Führende internationale Medien haben in einem offenen Brief von der Regierung in Israel Zugang für ihre Berichterstatter zum Gazastreifen gefordert.

Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg habe Israel internationalen Medien unabhängigen Zutritt zu dem blockierten Küstenstreifen verwehrt, hiess es in einer Mitteilung des Auslandspresseverbands in Israel (FPA), der den Brief veröffentlichte.

Der offene Brief ist etwa von Mitgliedern der Chefredaktion der internationalen Nachrichtenagenturen Associated Press, Reuters, Bloomberg, EFE, Agence France Press und dpa unterzeichnet. Weitere Unterzeichner sind führende Vertreter etwa von «New York Times», «Le Monde», «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und «Washington Post».

Protest gegen anhaltende Zugangsbeschränkungen

Israel habe seit Kriegsbeginn immer wieder Forderungen abgelehnt, Journalisten nach Gaza zu lassen, heisst es in dem Brief. Eine vor dem höchsten Gericht in Jerusalem eingereichte Petition des Auslandspresseverbands habe auch keinen Erfolg gebracht.

«Es ist Zeit, dass die Verzögerungen enden. Lassen Sie uns nach Gaza.»
Aus dem offenen Brief.

«Während die Welt die Woche der Pressefreiheit begeht, fordern wir erneut, dass Israel dieses Verbot sofort aufhebt.» Pressefreiheit sei ein Grundwert jeder offenen Gesellschaft. «Es ist Zeit, dass die Verzögerungen enden. Lassen Sie uns nach Gaza.» Nur vereinzelt hatten internationale Journalisten seit Oktober 2023 in Begleitung der israelischen Armee in den Gazastreifen reisen können.

Forderung nach Schutz palästinensischer Journalistinnen

Die Unterzeichner fordern zudem den Schutz palästinensischer Journalisten im Gazastreifen. Die Ortskräfte in Gaza arbeiteten unter extremen Umständen und sollten die Last nicht allein tragen.

Mehr als 200 palästinensische Journalisten sind laut dem Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) bei israelischen Angriffen getötet worden. Israel hatte Reportern in Gaza immer wieder vorgeworfen, mit der Hamas zusammenzuarbeiten.

Argument: Seit Waffenruhe sind die schwersten Kämpfe vorbei

Seit Oktober 2025 herrscht zwar eine Waffenruhe, de facto kommt es aber immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen. Die im Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der Hamas ist bisher nicht umgesetzt worden. Israel kontrolliert weiterhin eine Hälfte des Gazastreifens. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe, ihre Herrschaft in dem von ihr weiterhin kontrollierten Gebiet in Gaza wieder weitgehend zu festigen.

Die schwersten Kämpfe seien vorüber, argumentieren die Unterzeichner des Schreibens. Es befänden sich auch keine Geiseln mehr im Gazastreifen. Internationale Journalisten stellten für israelische Truppen keine Bedrohung dar – daher sei es an der Zeit für eine Öffnung. (sda/dpa)

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