Wegen Sicherheitsbedenken: Art Basel Paris schliesst vorzeitig
Das Gerücht machte bereits am Mittwoch, dem VIP-Tag der Art Basel Paris, die Runde: dass die Messe im Grand Palais am Wochenende geschlossen bleiben könnte. Ernst nehmen mochte die Warnung kaum jemand. Zu gut liefen die Geschäfte, zu entspannt war die Stimmung. Wer am Mittwoch und Donnerstag durch den Grand Palais schlenderte, konnte die Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende beinahe vergessen – trotz der Absperrungen entlang der Champs-Élysées.
Bis die VIP-Gäste am Donnerstag eine Nachricht bekamen, die der bz vorliegt. Die Art Basel Paris schliesse zwei Tage früher als geplant, heisst es darin. Damit endet die diesjährige Ausgabe bereits am Freitag, 23. Oktober, um 19 Uhr. Am Samstag und Sonntag bleibt die Kunstmesse geschlossen. Der Grund dafür sind die möglichen weiteren Demonstrationen in der französischen Hauptstadt.
Kein leichtfertig getroffener Entscheid
Die Entscheidung sei aus Sicherheitsgründen getroffen worden, heisst es in der Nachricht. Der Schutz der Besucherinnen und Besucher, der Galerien, der Mitarbeitenden und der ausgestellten Kunstwerke habe oberste Priorität. Man bedauere die Unannehmlichkeiten, die durch die vorzeitige Schliessung entstünden. Die Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden.
Bereits am vergangenen Wochenende hatten gewaltsame Proteste und Ausschreitungen das öffentliche Leben in Paris beeinträchtigt. Am Samstagabend war der Grand Palais auf Anordnung der Pariser Polizeipräfektur vorsorglich vorübergehend geschlossen worden. Auch mehrere Kulturinstitutionen waren von den Unruhen betroffen.
Die Art Basel hatte daraufhin zusätzliche Sicherheitskräfte eingesetzt und ihre Zusammenarbeit mit den französischen Behörden verstärkt. Noch am Dienstag hatte die Messeleitung versichert, dass die Vorbereitungen planmässig verliefen. Die erwartete Zahl internationaler VIP-Gäste bewege sich im Rahmen des Vorjahres, teilte die Art Basel damals auf Anfrage der bz mit.
Nun zieht die Messeleitung Konsequenzen aus der weiterhin angespannten Lage. Der Messebetrieb am Freitag soll noch regulär bis 19 Uhr stattfinden. Unterzeichnet ist die Mitteilung von Vincenzo de Bellis, dem globalen Messedirektor der Art Basel, dem neuen Pariser Messedirektor Karim Crippa und Carly Murphy, der Verantwortlichen für Sammler- und institutionelle Beziehungen.
Welche wirtschaftlichen Folgen die vorzeitige Schliessung für die teilnehmenden Galerien haben wird, ist noch offen. Die wichtigsten Verkäufe fanden allerdings bereits am Dienstagabend und Mittwoch statt. (schweizheute.ch)
