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Löw bekommt ein Stadion

Was Deutschland kann, können wir schon lange – sieben Vorschläge für Gebäude, die wie Ex-Nati-Coaches heissen

Als Belohnung für den Weltmeistertitel wird ein deutsches Stadion nach Joachim Löw benannt. Eine gute Sache finden wir – und liefern sieben Vorschläge für ehemalige Schweizer Nati-Trainer.
23.07.2014, 17:0623.07.2014, 17:44
Melanie Gath
Melanie Gath
Redaktorin
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Alle lieben Jogi! Nach eineinhalb Wochen Bedenkzeit steht fest: Deutschlands Weltmeister-Coach Joachim Löw bleibt bis 2016 im Amt und wird deshalb weiter ungebremst mit Zuneigung überschüttet. 

Auch seine Heimatgemeinde Schönau im Schwarzwald lässt sich nicht lumpen: Das 2300-Seelen-Kaff macht den 54-Jährigen zum Ehrenbürger und benennt das örtliche Fussballstadion nach ihm. Bürgermeister Schelshorn: «Wir sind stolz auf Jogi Löw. Er hat den Namen Schönau in alle Welt getragen.»

Keine Anzeigetafel, aber einen weltberühmten Patron: Das Buchenbrandstadion in Schönau heisst bald Jogi-Löw-Stadion.
Keine Anzeigetafel, aber einen weltberühmten Patron: Das Buchenbrandstadion in Schönau heisst bald Jogi-Löw-Stadion.
Bild: fupa.net

Ein Nati-Coach als Namensgeber. Wir finden diese Idee famos – und stehlen sie deshalb ungeniert. 

Da wir leider nie Weltmeister wurden – und wohl auch so schnell nicht werden – muss alles eine Nummer kleiner sein. Wir haben für sieben Nati-Trainer der jüngeren Vergangenheit ein passendes Gebäude gefunden. 

1. Das Hitzfeld-Reduit

Ottmar Hitzfeld ist jetzt Rentner und tut was Rentner eben so tun: Den lieben langen Tag von früher erzählen. Wenn er dazu keine Lust mehr hat, dann will er einfach seine Ruhe – schliesslich hat er jahrzehntelang genug Wirbel erlebt. 

Am ruhigsten ist es auf der Alp. Da stört höchstens ein vorwitziges Murmeli und dem kann Hitzfeld getrost den Stinkefinger zeigen – ohne gleich dafür gesperrt zu werden. Ein WM-Achtelfinal bei zwei Versuchen ist ganz in Ordnung, aber für die Luxus-Namensgebungs-Variante à la Löw reicht das nicht. Wir haben dieses geschmackvolle Etablissement gefunden.

Im Reduit auf der Alp hat Ottmar Hitzfeld seine Ruhe.
Im Reduit auf der Alp hat Ottmar Hitzfeld seine Ruhe.
Bild: watson
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2. Köbis Wurst-Stand

Köbi Kuhn war nie ein Kostverächter und wegen fehlender Exploits bleibt trotz drei Endrunden-Teilnahmen als Nati-Coach (EM 04, WM 06, EM 08) vor allem eine Anekdote aus seiner Amtszeit in Erinnerung: «Köbi, du Wurst!» 

So titelte der Blick 2008 nach dem 0:4 gegen Deutschland in der Vorbereitung auf die EM. Die Schlagzeile wurde ein vieldiskutierter Hit, von dutzenden Medien hundertfach zitiert – und landete schliesslich sogar auf Fan-T-Shirts im Stadion. Deshalb halten wir Köbi Kuhn als Namenspatron dieses Wurststands für sehr angemessen.

Alle lieben Köbi, Köbi liebt Wurst.
Alle lieben Köbi, Köbi liebt Wurst.
Bild: watson

3. Enzo Trosseros Abbruchbude

Das einjährige Nati-Gastspiel des ehemaligen Sion-Meistertrainers ist ein trostloses Kapitel. Nach Quali-Niederlagen gegen Slowenien, Jugoslawien und Russland findet die WM 2002 ohne unsere Mannschaft statt – der Argentinier muss gehen, die Nati liegt in Trümmern.

Enzo Trossero hat die Nati mit argentinischer Gründlichkeit in Trümmer gelegt. 
Enzo Trossero hat die Nati mit argentinischer Gründlichkeit in Trümmer gelegt. 
Bild: watson
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4. Gilbert-Gress-Märli-Boot

Als Nati-Coach hat Gilbert Gress nicht viele Spuren hinterlassen. Trotz der knapp verpassten EM-Endrunde 2000 verpokert er sich mit überrissenen Lohnforderungen und muss gehen. Nachdem er jetzt auch vom Schweizer Fernsehen als Märchen-Onkel ausgebootet wird, spendieren wir ihm ein Rheinfall-Ausflugsschiff. In Schaffhausen krachen tausende Hektoliter pro Sekunde so ohrenbetäubend laut in die Tiefe, dass die Besucher seine Märchen aus goldenen Zeiten problemlos ignorieren können.

Fährt jede Stunde vor dem Rheinfall in Schaffhausen: Das Gilbert-Gress-Märli-Boot.
Fährt jede Stunde vor dem Rheinfall in Schaffhausen: Das Gilbert-Gress-Märli-Boot.
Bild: watson

5. Artur-Jorge-Haarparadies

Das hat vor und nach ihm kein Nati-Coach geschafft: Artur Jorge bringt die Schweizer Volksseele 1996 innert Rekordzeit zum Kochen. Ohne Alain Sutter und Adrian Knup fährt der Portugiese an die EM in England und fällt kolossal auf den Latz: Vorrunden-Aus mit einem Tor aus drei Spielen. Nach nur nur sieben Monaten düst er freiwillig wieder ab.

Trotz seiner miserablen Bilanz (1 Sieg, 2 Unentschieden, 4 Niederlagen) halten wir ihm zu Gute, dass er so schnell die Notbremse zieht und widmen dem «Schnauz der Nation» einen schönen Coiffeur-Salon.

Pflegt auch den Damenbart: Artur Jorge vor seinem Coiffeur-Salon.
Pflegt auch den Damenbart: Artur Jorge vor seinem Coiffeur-Salon.
Bild: watson
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6. Der Rolf-Fringer-Gedenkflug

Elf Spiele lang steht Rolf Fringer in der Saison 1996/97 als Nati-Trainer an der Seitenlinie. Eines davon wird zur peinlichsten Niederlage der Neuzeit. Das 0:1 gegen die Feierabendkicker aus Aserbaidschan geht als «Debaku» in die Fussballhistorie ein und kostet letztendlich die Teilnahme an der WM 1998. In schmerzhafter Erinnerung widmen wir Fringer den Swiss-Linienflug nach Baku.

Zürich – Baku, Baku – Zürich. Rolf Fringer hat mit dem 0:1 in Aserbaidschan die Niederlage des Jahrhunderts für sich gepachtet.
Zürich – Baku, Baku – Zürich. Rolf Fringer hat mit dem 0:1 in Aserbaidschan die Niederlage des Jahrhunderts für sich gepachtet.
Bild: watson

7. Die Roy-Hodgson-Rutsche

Nach 28 Jahren Tristesse dirigierte der cholerische Engländer die Nationalmannschaft wieder zurück ins Konzert der Grossen. Gleich zwei Mal hintereinander (WM 94, EM 96) qualifizierte sich die Schweiz unter Hodgson für ein grosses Turnier. Das Fussballfieber im Land erreicht wieder ungeahnte Höhen. Für seine Nachfolger geht es die nächsten acht Jahre wieder bergab. Deshalb hier, die Roy-Hodgson-Rutsche.

Nach Roy Hodgson ging es wieder steil bergab. 
Nach Roy Hodgson ging es wieder steil bergab. 
Bild: watson
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