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Schweizer lieben Bargeld und Kreditkarten, doch (fast) niemand will mit dem Handy bezahlen

Harte Zeiten für Twint, Apple Pay, Samsung Pay und wie die mobilen Bezahldienste alle heissen. Schweizer zeigen dem Bezahlen mit dem Handy die kalte Schulter.



In der Schweiz haben fast alle ein Smartphone, doch als Zahlungsmittel werden Handys bislang kaum genutzt. Swisscom ist mit seiner Bezahl-App Tapit bereits gescheitert, nun versuchen Twint, Apple und Samsung ihr Glück. Doch nur gerade 1 Prozent der Bevölkerung hält Twint und Apple Pay für unverzichtbar. Zum Vergleich: Einen Alltag ohne Bargeld können sich 85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nicht vorstellen.

Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Moneyland. Dabei zeigt sich, dass Romands Mobile-Zahlungen gegenüber aufgeschlossener sind als Deutschschweizer. Weiter hängen Frauen stärker am Bargeld und halten von Mobile-Zahlungen noch weniger als Männer.

Auch sind Städter gegenüber Mobile-Zahlungen aufgeschlossener als die Land-Bevölkerung. Am offensten sind junge Konsumenten zwischen 19 und 25 Jahren. Für Konsumenten zwischen 50 und 74 Jahren hingegen sind Mobile-Payment-Lösungen praktisch unbedeutend.

Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz begründet das schwache Abschneiden von Twint und Apple Pay wie folgt: «Mobile-Zahlungen bieten gegenüber Kontaktlos-Zahlungen mit der Karte einfach noch zu wenig Vorteile.» In der Regel habe man mit der Kontaktlos-Kreditkarte immer noch schneller bezahlt als mit dem Mobile-Gerät. Dabei sei Apple Pay für Schweizer Konsumenten bislang noch gleich «unwichtig» wie die von einer Reihe von Schweizer Finanzinstituten angebotene Twint-App.

Zum Problem für die Handy-Bezahldienste wird vermutlich, dass Banken neuerdings auch die beliebten Maestro-Karten mit der kontaktlosen Bezahlfunktion ausstatten. Mastercard wiederum testet Kreditkarten mit einem Fingerabdruck-Sensor, der das Bezahlen ohne PIN-Eingabe sicherer machen soll.

Bargeld weiter top

Wenig überraschend bleibt Bargeld als Zahlungsmittel Trumpf: 85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer können nicht darauf verzichten. An zweiter Stelle folgen Kreditkarten mit 75 Prozent, gefolgt von Debitkarten wie Maestro mit 60 Prozent und der Postfinance Card mit 39 Prozent.

Nur 7 Prozent der Befragten gaben an, keine Kreditkarte zu besitzen. Schweizer setzten Kreditkarten besonders im Internet gerne ein. 64 Prozent gaben an, im Internet immer oder meistens mit der Kreditkarte zu zahlen.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen GFK im Auftrag von Moneyland rund 1500 Personen in allen Landesteilen. (oli/sda)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mantarochen 05.06.2017 23:50
    Highlight Highlight Warum sollte man Twint laden? Voll umständlich. Es braucht eine App, dann muss man Bluetooth aktivieren, Gerät an den Beacon oder wie das heisst halten usw.

    Da kann ich gleich die Kreditkarte nehmen, ist eh übersichtlicher und schneller.
  • 1972ac 01.06.2017 14:32
    Highlight Highlight Das Bezahlen mit Smartphone wird erst richtig akteptiert werden wenn es nur noch einen Standard gibt und die Beträge direkt dem Konto abgebucht werden. Wie heute bei der EC-Karte.
  • Frausowieso 01.06.2017 12:07
    Highlight Highlight Ich wickle meinen Zahlungsverkehr lieber nicht über ein Gerät ab, auf dem ich auch Facebook etc installiert habe. Dafür weiss ich einfach zu wenig darüber, was diese Apps für Daten runtersaugen. Das Smartphone ist für mich keine sichere Zone.
  • Pasch 01.06.2017 11:57
    Highlight Highlight BTW im Internet würd ich auch heut noch per Rechnung oder per Nachname bezahlen wenn sich da der Gebührensatan nicht so reingeschlichen hätte. Also Kreditkarte, Debitkarte und Cash baby... mein Smartphone bleibt sauber von irgendwelchen Transaktionsapps, kein Interesse.
  • wipix 01.06.2017 10:56
    Highlight Highlight Ich bezahle praktisch täglich, 90% der Einkäufe unterwegs, über meine Applewatch. Im Coop z.B. ganz ohne Papierliquittung.
    Bargeld? Ein "Not 50er" im Auto und ein "Not 20er" bei den jeweiligen Fahrzeugausweisen (Motorräder).
    Das funktioniert so zu meiner vollsten Zufriedenheit.🙂
    Und für "die Kriese" zu Hause Lebensmittel und Bargeldreserven gebunkert... Nicht übertrieben aber so dass es ein paar Tage halten sollte.😉
  • El Vals del Obrero 01.06.2017 10:38
    Highlight Highlight Sehe einfach nicht ein, weshalb Sachen, die nichts mit einander zu tun haben, verknüpft werden müssen. Komfortgewinn ist winzig, zusätzliche Komplexität bezüglich Datensicherheit etc gross.
    Irgendwann ist man ohne funktionierendes Smartphone kein Mensch mehr, wenn das so weiter geht. Dann kann sich genau so gut einen Chip implantieren lassen.

    Mani Matter hätte sicher Freude daran gehabt:
    - Ladekabel defekt
    - um ein neues zu kaufen, muss man mit dem Smartphone bezahlen
    - dazu muss es geladen werden
    - dazu braucht man ein Ladekabel
    - dazu braucht man ein funktionierendes Smartphone
    - usw. ...
    • atomschlaf 01.06.2017 13:30
      Highlight Highlight In der Tat, das hätte ein herrliches Mani Matter-Lied ergeben... 😁
  • Koin101 01.06.2017 01:16
    Highlight Highlight Erst gerade bei Digitec online per Twint etwas bezahlt, war kinderleicht :)
  • Madison Pierce 31.05.2017 21:21
    Highlight Highlight Es gibt halt zu wenig Vorteile im Vergleich zur Kartenzahlung. Dabei hätte es durchaus Potential: man kann im Coop die Artikel mit der App scannen und die Supercard ist auch gleich drauf. Zum Bezahlen muss man aber wieder ans Terminal... Gleich in der App bzw. über Twint bezahlen zu können wäre ein Vorteil, welcher zumindest mich motivieren könnte, Twint zu installieren.
  • atomschlaf 31.05.2017 21:13
    Highlight Highlight Ich sehe schlicht den Nutzen nicht. Zudem sehe ich jede zusätzliche App, die Finanztransaktionen erlaubt, als unnötiges Sicherheitsrisiko.
    Ich zahle entweder Bar oder mit Kreditkarte. Mehr brauche ich nicht.
  • α Virginis 31.05.2017 20:56
    Highlight Highlight Auch wenn ich als alter Dino dastehen werde, kontaktlose Zahlungsmethoden per Smartphone etc. kommen mir nicht ins Haus/Tasche. Zu unsicher und unausgereift wie die bestehenden "Lösungen" sind, merkst Du nicht mal mehr, wenn Dir ein Taschendieb Deine Kontodaten inklusive PIN oder Passwort klaut... Nur so, habe ca. 30 Jahre Informatikerfahrung und nur schon deshalb hatte ich nie eine Kreditkarte, auch nicht auf meinen USA-Reisen. Stets Bar bezahlt, auch wenn die Amis manchmal schräg schauten und teilweise nicht wussten, wie sie eine Barzahzlung in einem Hotel verbuchen müssen ;)
    • sivi10 01.06.2017 08:47
      Highlight Highlight Dann hast du 30Jahre verschwendet, bei mobiler zahlung kann dir niemand die daten stehlen da die "kreditkarte" aktiv aktiviert werden muss
    • El Vals del Obrero 01.06.2017 12:18
      Highlight Highlight Dafür gibt es ja Debit-Karten (Prepaid). Ich nutze nur solche. Im schlimmsten Fall ist weg, was drauf ist, aber nicht mehr. Gerade im Internet, wenn beim bei einem Shop nicht zu 100% von der Seriosität überzeugt ist, ist es damit viel entspannter.

      Einzig Kreditkartennummer als Sicherheit hinterlegen oder nicht-elektronische Zahlungen ohne sofortige Saldoüberprüfungsmöglichkeit ("Ritsch-Ratsch und Unterschrift") gehen damit nicht.

      Aber auch damit wird man schräg angeschaut, da diese sonst meistens nur von Leuten benutzt werden, die wegen schlechter Bonität keine Kreditkarten mehr bekommen.
  • glüngi 31.05.2017 19:39
    Highlight Highlight ganz einfach... twint funktioniert nur in 10% der fälle und ist eine richtige drecksapp und apple & samsung pay werden von den kartenherstellern boykottiert. ich würde liebend gern mit dem handy bezahlen. aber es gibt einfach keine richtige lösung in der schweiz.
    • wossname 31.05.2017 23:03
      Highlight Highlight Jaaa! Genau mein Problem! Warum so eine komische eigene Lösung, mit Bluetooth und was auch immer, und eigenen kleinen grünen Terminals und mieser App, wenn doch ALLE Kartenlesegeräte und (fast) ALLE Handys NFC können? Sobald ich mit NFC bezahlen kann bin ich sofort dabei!
  • Howard271 31.05.2017 18:52
    Highlight Highlight Ganz ehrlich: Ich bin mir wirklich nicht ganz sicher, wie ich mit TWINT bezahlen müsste bzw. wie es funktioniert - es gibt zwar Werbungen dafür, aber die eigentliche Funktion wird nirgends erklärt. Ich habe in meinem Bekanntenkreis (städtisch, 20-40 jährig, eher technikaffin) mal schüchtern nachgefragt und niemand konnte es mir wirklich erklären. Vielleicht müsste zum Durchbruch einfach noch Aufklärungsarbeit geleistet werden?
    • EMkaEL 31.05.2017 19:07
      Highlight Highlight Per bluetooth..! 😂
    • Suchlicht 31.05.2017 19:27
      Highlight Highlight Am Terminal in Geschäften mit Bluetooth an einem eigenen Terminal, in Online-Shops per Code, den Du mit der Kamera einliest oder eintippst.
    • MacB 31.05.2017 19:38
      Highlight Highlight Emkael, bluetooth-kabel? 😂😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • picknicker86 31.05.2017 18:23
    Highlight Highlight Ich würde Samsung Pay sofort nutzen wenn endlich mehr Kreditkartenanbieter mitmachen würden.
  • lost in space 31.05.2017 18:05
    Highlight Highlight Ich würde ja gerne Apple Pay benutzen, aber meine Kreditkartenfirma unterstützt es leider nicht!
    • whatwhaaaat 31.05.2017 21:08
      Highlight Highlight Schau dir mal die App "Boon" an, mit der kannst du eine virtuelle Kreditkarte erstellen, welche in Apple Pay funktioniert. Aufladen kannst du sie mit deiner regulären Kreditkarte.
    • wossname 31.05.2017 23:05
      Highlight Highlight @What: viel zu kompliziert. Ich hab ja in meinem Handy schon eine Kreditkarte hinterlegt für den Play Store. Ich will nicht noch so viel zusätzlichen Aufwand betreiben.
  • Hierundjetzt 31.05.2017 18:01
    Highlight Highlight Die Umfrage der GFK kann so nicht stimmen. Oder es wurde sozial erwünschte Antworten gegeben.

    Gemäss einem Panel (!!) der wichtigsten E-Commerce Anbieter der Schweiz bevorzugen die Schweizer Kauf gegen Rechnung im Internet.

    Online-Kauf wird in der Schweiz nur für kleine Anschaffungen genutzt, nicht für grosse.

    Und ganz ehrlich: Ein Online-Detailhändler stützt sich auf Fakten und Zahlen, nicht auf blablabla

    Sorry GFK: Diese Mafo ist Ramsch.
  • Nastor 31.05.2017 17:47
    Highlight Highlight Ich zahle am liebsten Kontaktlos mit Karte, ist am einfachsten und das lästige Kleingeld fällt weg.
    Mit dem Smartphone zu bezahlen habe ich schon ein paar mal verwucht, aber irgendwie empfinde ich es umständlicher als mit dem Kärtchen.
    Solange mir Twint und Co keine Vorteile bietet, bleibe ich bei EC und Kreditkarte.
    • mrmikech 31.05.2017 18:06
      Highlight Highlight Ich stimme zu. Einmal kontaktlos und du willst nie mehr anders, ich finde es super. Mit smartphone, nö danke.
    • Suchlicht 31.05.2017 19:31
      Highlight Highlight Bei Beträgen über 40.-- muss ich zusätzlich wieder den PIN eingeben, mit dem Smartphone zahle ich auch kontaktlos und muss nur den Finger als Bestätigung nutzen. Auch muss ich das Smartphone nicht aus dem Geldbeutel kramen und wieder in selbigen stecken.

      Beide Methoden sind recht komfortabel, die Smartphone-Methode bevorzuge ich leicht (gilt explizit nicht für Twint).
  • Passierschein A38 31.05.2017 17:46
    Highlight Highlight Die Umfrage ist schon falsch formuliert: "unverzichtbar" finde ich ApplePay schon, obwohl ich es regelmässig nutze.

Carola Rackete im SRF «Club» – die 3 wichtigsten Aussagen

Carola Rackete erlangte über Nacht Bekanntheit, weil sie das Rettungsschiff «Sea-Watch 3» mit 53 Flüchtlingen an Bord trotz Verbot in den Hafen von Lampedusa steuerte. Jetzt äusserte sie sich im SRF-«Club» zum Thema soziale Gerechtigkeit.

Im Juni 2019 irrte das Flüchtlingsschiff «Sea-Watch 3» im Mittelmeer umher. An Board befanden sich 53 Flüchtlinge, die von der Besatzung aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Darunter befanden sich auch Kinder. Das Problem: Kein Land wollte das Schiff in einen Hafen einlaufen lassen – und das Ärzteteam an Board war über den Gesundheitszustand der Flüchtlinge besorgt. Die Kapitänin – die deutsche Carola Rackete – entschied sich dafür, im Hafen von Lampedusa anzulegen.

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