Deswegen scheiterte Roberto Martullos Rettungsversuch von Bally
Die 175 Jahre alte Schweizer Luxusmarke Bally steckt in einer Krise. Im Juni hat das Gericht die Nachlassstundung über das Unternehmen verfügt, um einen Konkurs zu umgehen. Bally steht nun unter Aufsicht des Konkursamts Lugano. Einige Zeit davor hatte ein Luganer Gericht den Verkauf der Marke an eine kürzlich gegründete amerikanische Firma blockiert, berichtet die Zeitung «La Regione».
Grund für das Eingreifen des Gerichts war die Vermutung einer kontrollierten Abwertung des Unternehmens. Demnach wolle die Besitzerin von Bally, der US-amerikanische Investmentfonds Regent LP, die Vermögenswerte der Marke neu strukturieren. So wäre es der Firma möglich, die Vermögenswerte ohne die Schulden von rund 100 Millionen Franken zurückzukaufen. Bei einem späteren Konkurs bliebe dann weniger Vermögen für die Gläubiger.
Angebot von Roberto Martullo
Ebenfalls abgelehnt wurde ein Kaufangebot von Roberto Martullo, was ebenfalls für die umstrittene Geschäftspraktik von Regent LP spricht. Martullo, der vor zwei Jahren schon die Schuhmarke Künzli vor dem Ruin bewahrte, sei einverstanden gewesen, die gesamte Bally-Gruppe inklusive der Marke zu übernehmen. Martullo kritisierte gegenüber «La Regione» die Strategie von Regent LP. Sein Vorwurf lautet, die Firma würde angeknackste Marken nur übernehmen, um sie durch den Verkauf von Lizenzen zu Geld zu machen. Dies schade letztendlich den Angestellten und Lieferanten.
Ob das Unternehmen wirklich eine solche Strategie hat, ist zurzeit unklar.
Das ist Bally
Bally wurde 1851 von Carl Franz Bally in Solothurn gegründet. Zum Sortiment gehören Schuhe, Taschen, Accessoires und Kleidung. 2024 erfolgte die Übernahme des Unternehmens Regent LP. Es folgten Entlassungswellen und Schliessungen der Geschäfte in beispielsweise Lugano, Lausanne oder Basel. Ebenfalls eingestellt wurde die Produktion in der Schuhfabrik in Caslano, schreibt der Tages-Anzeiger.
