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Schule - Bildung

Kritik an KV-Reform wächst: Jetzt fordert nationale Politik Antworten

AVIS --- ZUM UNTERRICHT AN DER WIRTSCHAFTSSCHULE KV ZUERICH UNTER DEN AKTUELLEN COVID-19-SCHUTZKONZEPTEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone- ...
Die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann steht vor grossen Veränderungen. Das gefällt nicht allen. Bild: keystone

Aufstand gegen die neue KV-Lehre – Parlamentarier üben Kritik

Die Kritik an der Reform der KV-Lehre wächst. Nun reichen gleich zwei Parlamentarierinnen Vorstösse dazu ein.
06.05.2021, 15:4107.05.2021, 07:45

Die Berufslehre zur Kauffrau oder Kaufmann steht vor einer grossen Reform. Bis 2022 soll die Lehre in vielen Bereichen umgekrempelt werden. Den Fächern sollen Handlungskompetenzen weichen und aus den heutigen drei Profilen sollen zwei werden. Zudem soll in Zukunft nur noch eine Fremdsprache obligatorisch sein.

Gegen die Reform bildet sich immer mehr Widerstand – auch auf nationaler Ebene: Mit einer Interpellation will die Basler GLP-Nationalrätin Katja Christ nun vom Bundesrat genaueres wissen. «Die Reform machte mich misstrauisch», begründet Christ ihren Vorstoss. «Eine weitere Bildungsreform, die von oben herab beschlossen und wissenschaftlich sehr dünn begründet wirkt.»

Sie habe nichts gegen Reformen, so die Baslerin. «Aber wir kommen nicht um eine profunde Wissensvermittlung herum. Ohne Wissen kann ich nichts anwenden, kann ich nicht kompetent handeln und agieren. Mit dem Wechsel von Fächern auf Handlungskompetenzen ist das nicht gewährleistet.»

Neben Christ will auch SP-Nationalrätin Samira Marti vom Bundesrat wissen, ob die «KV-Reform 2022 ein «Lehrstellenkiller» sei. Auch sie kritisiert den Fokus auf die Handlungskompetenzen. «Schon auf Ebene der Volksschule funktioniert der reine Fokus auf Kompetenzen nicht. Die KV-Reform schwächt die Allgemeinbildung», so die Sozialdemokratin gegenüber der «bz Basel».

Marti bemängelt zudem, dass die Reformvorlage ohne die Berufsfachschulen und Lehrbetriebe erarbeitet wurde und die schwächsten Schülerinnen und Schüler am stärksten treffe.

Zusätzliche Anhörung zum Fremdsprachenkonzept

Ob die Reform tatsächlich so zustande kommt, ist bis jetzt noch nicht endgültig entschieden. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sammelte bis zum 20. April Rückmeldungen zur Reform.

Besonders umstritten war die Fremdsprachenfrage. Ursprünglich vorgesehen war, dass nur eine Fremdsprache obligatorisch ist. Ob das eine Landessprache oder Englisch ist, hätten die jeweiligen Kantone entschieden. Wie das SBFI aber in einem Schreiben am 4. Mai mitteilte, wird nun eine neue Variante vorgeschlagen. Die neue Variante sieht vor, dass alle Lernenden weiterhin zwei Fremdsprachen erlernen, somit werde gesichert, dass nebst Englisch auch eine Landessprache gelernt wird. Bis zum 4. Juni sammelt das SBFI zum überarbeiteten Vorschlag nun erneut Feedback aus der Branche.

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