International
Israel

Italienische Justiz ermittelt gegen israelischen Minister Ben-Gvir

Italienische Justiz ermittelt gegen israelischen Minister Ben-Gvir

Wegen des Umgangs mit festgenommenen Gaza-Aktivisten Mitte Mai hat die italienische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir eingeleitet.
09.06.2026, 02:5309.06.2026, 02:53

Die Staatsanwaltschaft Rom teilte am Abend mit, dass der Minister offiziell als Verdächtiger geführt werde. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts auf Folter und Freiheitsberaubung. Die Behörden in Israel wurden um Mithilfe gebeten.

epa12700402 Israeli National Security Minister Itamar Ben-Gvir attend sa special session to mark the 77th anniversary of the Knesset's establishment and the 60th anniversary of the dedication of  ...
Die italienischen Behörden ermitteln gegen Itamar Ben-Gvir.Bild: keystone

Israel hatte Mitte Mai in internationalen Gewässern nahe Zypern eine aus mehr als 50 Booten bestehende Hilfsflotte gestoppt, die auf dem Weg in den Gazastreifen war. Damit wollten mehr als 400 Aktivisten, darunter auch Italiener, die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Ben-Gvir verbreitete anschliessend ein Video, das festgenommene Aktivisten in demütigender Weise zeigte. Das sorgte international für Empörung.

Ben-Gvir reagierte am Abend auf die Neuigkeiten aus Italien knapp: «Das Land des Stiefels wurde zum Land der Flipflops», schrieb er auf der Plattform X.

In Frankreich wird wegen des Vorgehens gegen die Aktivisten ebenfalls bereits ermittelt. Zudem wurde von Paris gegen Ben-Gvir bereits ein Einreiseverbot verhängt. Sowohl der israelische Aussenminister Gideon Saar als auch Regierungschef Benjamin Netanjahu hatten sich vom Verhalten des Polizeiministers distanziert. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Wohnungsnot auf den Kanaren: Mit Leim gegen Airbnb-Unterkünfte
Die Bilder der letztjährigen Proteste gegen den Massentourismus in Barcelona gingen um die Welt. Verärgerte Anwohnerinnen und Anwohner bespritzten Feriengäste in Cafés und Restaurants mit Wasserpistolen und skandierten «Tourists go home». Auslöser für den Unmut der Einheimischen waren die rasant gestiegenen Mietpreise in der beliebten Reisedestination. So erlebte Barcelona eine Erhöhung der Mieten um rund 70 Prozent im Verlauf der letzten zehn Jahre, wie die Stadt berichtete.
Zur Story