Frankreichs Le Pen geht auf Abstand zu Russland
Frankreichs führende Rechtsnationale Marine Le Pen hat den Ton gegenüber Russland verschärft. «Wir werden niemals tolerieren, dass eine ausländische Macht, in diesem Fall Russland, hoffen kann, direkt oder indirekt die Politik unseres Landes durch Einschüchterung, Bedrohung, Destabilisierung oder psychologischen Druck zu diktieren», teilte Le Pen mit. Die Aussenpolitik des Landes werde in Paris entschieden, nicht in Moskau.
Le Pen will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr Staatschefin werden. In den Umfragen liegt sie derzeit deutlich vor den anderen Kandidaten und hat gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen. In der Vergangenheit war Le Pen immer wieder dafür kritisiert worden, sich nicht klar genug vom Kreml distanziert zu haben. Auch dass sie 2014 einen Kredit von einer tschechisch-russischen Bank erhalten hatte, brachte ihr Kritik ein. Nun geht die 58-Jährige in dem gemeinsamen Schreiben mit Jordan Bardella, Parteichef von Le Pens Rassemblement National, auf Distanz zu Russland.
Le Pen reagiert auf Zwangsverwaltung und «feindliche Taten»
Le Pen und Bardella schreiben nun, es sei legitim, über die diplomatische und strategische Ausrichtung Frankreichs zu debattieren. Dabei müsse man auch über den Umfang der Unterstützung der Ukraine und die Bedingungen dafür reden. Druck von aussen sei aber illegitim. «Keine Provokation, keine Geheimoperation und keine Destabilisierungsaktion können Frankreich dazu bringen, Russland das Erlangen seiner Kriegsziele in der Ukraine zu erleichtern», hiess es.
Anlass des Schreibens ist, dass Moskau die Russland-Geschäfte einiger europäischer Unternehmen, darunter die französische Warenhauskette Auchan, jüngst unter Zwangsverwaltung gestellt hatte. Gleichzeitig schreiben Le Pen und Bardella von «feindlichen Taten in Europa», die von Agenten im Auftrag Russlands verübt würden und seit einigen Wochen zunähmen. (sda/dpa)
