Schweiz
Mafia & Co

Thurgauer Ndrangheta-Mitglieder in Italien zu langen Haftstrafen verurteilt

Im Thurgau kamen ihnen italienische Fahnder auf die Schliche: die nun verurteilten Mafiosi.
Im Thurgau kamen ihnen italienische Fahnder auf die Schliche: die nun verurteilten Mafiosi.
Bild: AP/Carabinieri

Thurgauer Ndrangheta-Mitglieder in Italien zu langen Haftstrafen verurteilt

23.10.2015, 21:4424.10.2015, 08:42

Zwei Italiener mit Wohnsitz im Kanton Thurgau sind in Italien zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie sollen in Frauenfeld eine Zelle der kalabrischen Mafia-Organisation «Ndrangheta» betrieben haben.

Die Mitglieder der Zelle waren bereits seit Jahrzehnten in der Schweiz wohnhaft.
Die Mitglieder der Zelle waren bereits seit Jahrzehnten in der Schweiz wohnhaft.
Bild: AP/Carabinieri

Ein Gericht in Reggio Calabria verurteilte die beiden Männer zu 12 respektive 14 Jahren Haft wegen der Bildung einer mafiösen Vereinigung. Der Staatsanwalt hatte 14 und 16 Jahre Haft gefordert, wie die italienische Nachrichtenagentur AGI berichtete.

Hier abgehört, in Süditalien verhaftet

Der Fall einer Frauenfelder Mafia-Zelle war im August 2014 bekannt geworden. Damals waren die beiden nun Verurteilten in der süditalienischen Provinz Kalabrien verhaftet worden, zusammen mit weiteren 16 Verdächtigen.

Sie alle gehörten der Thurgauer Mafia-Zelle an, welche seit rund 40 Jahren besteht. Sie soll nach Angaben der italienischen Polizei ein Ableger einer Verbrecherorganisation aus Fabrizia in der kalabrischen Region Vibo Valentia sein. Ihre Mitglieder seien in den 1970er-Jahren in den Kanton Thurgau eingewandert.

«Erpressung, Kokain, Heroin» – das belastende Überwachungsvideo

Die Verhaftungen im Sommer 2014 seien dank dem Abhören von Telefongesprächen möglich geworden sowie dank einer «ausgezeichneten Zusammenarbeit» zwischen den Schweizer und italienischen Behörden, hielt der Sprecher der kalabrischen Polizei fest. (sda/agi)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sexismus wie 1993: Was Céline Amaudruz mit Christiane Brunner verbindet
Reich sein gilt in der SVP plötzlich als suspekt, was bei Männern als Führungsstärke durchgeht, ist bei Céline Amaudruz diktatorisch – und «Weltwoche»-Herausgeber Roger Köppel spricht über ihr Aussehen. Herzlich willkommen bei den Bundesratswahlen 2026.
Es ist eine ungeschriebene Regel bei Bundesratswahlen: Wer seinen Kopf zuerst rausstreckt, erhält besonders viel aufs Dach. Tatsächlich bläst der Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz ein harter Wind entgegen. Am Donnerstag hat sie ihre Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin bekannt gegeben. Die Schlagzeilen sind wenig schmeichelhaft. «Genferin, Bankerin, Bundesrätin?», fragte die «NZZ am Sonntag». Die «SonntagsZeitung» rechnete vor, dass Amaudruz mit ihren Nebenämtern 380'000 Franken verdient. Und der «SonntagsBlick» erinnerte an ihre Promillefahrt.
Zur Story