Wirtschaft
Schweiz

Frauen verdienen weiterhin über 10 Prozent weniger im Schnitt als Männer

Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer – über 10 Prozent im Schnitt

28.03.2022, 10:2528.03.2022, 10:25

Frauen haben im Jahr 2020 im Durchschnitt 10.8 Prozent weniger verdient als Männer. Das Lohngefälle hat sich damit innert zwei Jahren nur leicht verringert – und zwar um 0.7 Prozentpunkte. Dies teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag in seiner Lohnstrukturerhebung mit.

Die Unterschiede liessen sich «teilweise» durch das unterschiedliche Verantwortungsniveau am Arbeitsplatz oder den Wirtschaftszweig erklären: Denn je höher die Hierarchiestufe, desto grösser der Lohnunterschied.

Chefin wütend
Je höher die Hierarchiestufe, desto grösser der Lohnunterschied zwischen Männer und Frauen.Bild: shutterstock.com

Zwischen 9.3 und 16.8 Prozent

So hätten zum Beispiel Frauen mit hohem Verantwortungsniveau im Jahr 2020 9249 Franken brutto pro Monat verdient. Männer auf der gleichen Stufen verdienten dagegen 11'116 Franken pro Monat. Das entspreche einer Differenz von 16.8 Prozent.

Bei Arbeitsstellen mit tieferem Verantwortungsniveau sei das Lohngefälle zu Ungunsten der Frauen weniger gross ausgefallen: Sie verdienten 9.3 Prozent weniger als die Männer. Frauen ohne Kaderfunktion erhielten im Durchschnitt 6.9 Prozent weniger Lohn.

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau – Fehlanzeige!

Video: srf/Roberto Krone

Zehn Prozent alle Arbeitnehmenden erhielten über 11'996 Franken

Der monatliche Bruttomedianlohn für eine Vollzeitstelle belief sich im Jahr 2020 auf 6665 Franken. Die zehn Prozent der Arbeitnehmenden mit den tiefsten Löhnen erhielten weniger als 4382 Franken pro Monat, während die am besten bezahlten zehn Prozent über 11'996 Franken erhielten.

Dabei waren 2020 je nach Wirtschaftszweig grosse Lohnunterschiede zu beobachten: Deutlich über dem Medianlohn lagen die Löhne in Branchen wie der Informationstechnologie (9206 Franken), der Pharmaindustrie (10'040 Franken) oder der Banken (10'211 Franken). Zuunterst in der Lohnpyramide befanden sich Branchen wie der Detailhandel (4997 Franken) oder das Gastgewerbe (4479 Franken).

Die Lohnschere, also der Unterschied zwischen den höchsten und tiefsten Löhnen, sei zwischen 2018 und 2020 relativ stabil geblieben: Die Löhne der am besten bezahlten Arbeitnehmenden sei in diesem Zeitraum um 11.8 Prozent gestiegen, diejenigen der am schlechtesten Bezahlten um 11.6 Prozent.

(yam/sda)

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