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Der KZ-Führer mit dem Schweizer Pass: Johannes Pauli, ein Leben mit Gewalt

Johannes Pauli war ein Schweizer KZ-Leiter, der seine Unfähigkeit mit Brutalität kompensierte.

Benjamin Rosch / ch media



Bild

bild: Staatsarchiv Ludwigsburg EL 48/2 Bü 946

Es war dieser Moment in einer langen Karriere der Unmenschlichkeit, der Johannes Pauli zu einem Kriegsverbrecher machte. Zumindest aus juristischer Sicht. Tatsächlich wurde er es wohl schon lange davor: Einer seiner KZ-Insassen hatte bei Aufräumarbeiten nach einem Bombardement etwas Essen gefunden, von Äpfeln und Kartoffeln war die Rede. Johannes Pauli stellte wenige Fragen und schoss dem Mann in die Brust. Am nächsten Tag liess er zwei weitere Menschen wegen Plünderei hinrichten. Es war der 9. Dezember 1944 und Johannes Pauli stand bei ungefähr zwei Dritteln von seinem verwirkten Leben, das ihn nach Bisingen geführt hatte, wo er ein Konzentrationslager leitete und wo niemand seine bösartige Unfähigkeit zu kontrollieren vermochte. Erst viel später würde er geradestehen müssen für seine Taten und weit weg von dort: 1953, in Basel.

Spotlicht auf ein ignoriertes Thema

Schweizer Kriegsverbrecher in Diensten der Nazis: Dieses Kapitel der Geschichte sei «ein Thema, das von der deutschen Historiografie bislang nahezu gänzlich und von der schweizerischen Historiografie nur unzureichend aufgearbeitet worden ist», schreibt Historiker Moritz Faist einleitend in seiner kürzlich erschienen Master-Arbeit. In dieser hat er sich exemplarisch mit Johannes Pauli befasst und insbesondere auch seinen Prozess vor dem Strafgericht in Basel-Stadt beleuchtet. Die so erarbeiteten Erkenntnisse bilden die Grundlage für diesen Artikel der «Schweiz am Wochenende».

Geboren am 18. März 1900, war Johannes Pauli das vierte von zehn Kindern des Schweizer Bürgers Rudolf Pauli und Marie Altenau. Auf der Flucht von Armut und Arbeitslosigkeit war Rudolf Pauli nach Preussen ausgewandert und schlug sich als Melker durch. Johannes Pauli war damit deutsch-schweizerischer Doppelbürger. Es ist wahrscheinlich, dass er keine einfache Kindheit hatte und Gewalt schon bald Alltag in seinem Leben wurde. Mit fünfzehn verliess Johannes Pauli sein Elternhaus, um Soldat zu werden – gegen den elterlichen Willen. Mit siebzehn kämpfte er im Ersten Weltkrieg an der Westfront. Als der Krieg zu Ende war, schloss er sich einem rechten Freikorps an und beteiligte sich an Kämpfen gegen die Polen. Nach dessen Auflösung war er Teil der verbotenen Schwarzen Reichswehr und danach der Düsseldorfer Schutzpolizei, wo er die Linken hassen lernte.

Ohne Militär fehlte Pauli jegliche Struktur. Nachdem er sich eigenen Angaben zufolge 1925 erfolglos um die Aufnahme in die Schweizer Rekrutenschule beworben hatte, schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch. Inzwischen hatte er Familie, die allerdings unter seinem Jähzorn und seiner Alkoholsucht litt. Kurz nach Hitlers Machtübernahme trat Pauli dem Frontsoldaten-Bund Stahlhelm bei, welcher schliesslich in die Sturmabteilung (SA) aufging. Pauli war Obertruppführer. 1937 trat er in die NSDAP ein, wobei Pauli wohl eher seinen persönlichen Vorteil im Auge hatte als die Ziele des Reichs: Er erhielt ein Siedlungshaus.

Als Hitler Europa und die Welt mit Krieg überzog, überlegte Pauli nicht lange, welcher Pass ihm näher war. Ab 1939 gehörte er zum Infanterieregiment 313 in Wiesbaden, zog als Zugführer gegen die Benelux-Staaten und Frankreich ins Feld und verdiente sich zweimal das Eiserne Kreuz. Für eine höhere Militärkarriere kam Pauli wohl vor allem deshalb nicht in Frage, weil er häufig betrunken war und im Rausch seine Untergebenen peinigte. 1941 wurde Johannes Pauli als Anführer eines sechsköpfigen Feldgendarmentrupps in die Ukraine versetzt. Hier mischte sich der Krieg mit dem Holocaust. Die deutschen Truppen wussten wohl selbst nicht mehr, ob sie Dörfer wegen ethnischen Säuberungen oder im Kampf gegen die Partisanen niederbrannten, es herrschte die Willkür der Gewalt. «Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Pauli als Angehöriger der Feldgendarmerie bereits in der Ukraine erste Verbrechen beging, was aber durch die fehlenden Angaben zu seiner Einheit nicht nachgewiesen werden kann», schreibt Faist.

Unternehmen Wüste: Sinnloses Leid

Johannes Pauli blieb bis 1944 in der Ukraine, dann wurde er Wachmann im KZ Dachau. Es war eine Strafe; seine Alkoholsucht hatte ihm das wohl eingebrockt. Nach 14 Tagen hatte Johannes Pauli alles gelernt, was er wissen musste. Er meldete sich beim KZ Natzweiler-Struthof und begleitete Häftlinge nach Auschwitz, doch schon ein halbes Jahr später stieg er zum Hauptscharführer der SS auf und wurde Lagerführer von Bisingen in Südwürttemberg. Der Ort war Teil des Unternehmens Wüste. Weil Hitler nach den Niederlagen gegen die Rote Armee der Treibstoff auszugehen drohte, wollte Rüstungsminister Speer Öl aus Schiefer gewinnen. Der Zeitzeuge Alfred Korn beschrieb die Sinnlosigkeit so: «Da habe ich beobachtet, dass Hunderte von Häftlingen gearbeitet haben, damit alle fünf Minuten ein Tropfen kommt und dann fünf Minuten wieder nichts, und das war die Leistung des Ölschiefers Bisingen.»

Führers Weihnachten

Johannes Pauli war überfordert mit den 4000 Häftlingen, den hygienischen Verhältnissen, den Befehlen. Er griff auf das einzige System zurück, das er seit seiner Jugend kannte: Brutalität. Gefasste, fliehende Häftlinge mussten vor Pauli und seinen Wächtern ihre Flucht erneut simulieren, um dabei erschossen zu werden. Der ins KZ-System gedrängte Pauli prügelte und liess hinrichten und sprach sich dabei oft gar nicht mit seinen Vorgesetzten ab. Der Gewaltverwahrloste wandte alles an, was er in seiner Karriere erlernt hatte und nutzte dabei den Handlungsspielraum in einem KZ, das niemanden kümmerte. Je chaotischer die Zustände im untergehenden Reich, desto abscheulicher wurden Paulis Taten, scheint es. So gilt er als einer von zwei Hauptverantwortlichen für das Massaker von Offenburg: Binnen weniger Stunden verstümmelten und töteten betrunkene SS-Leute 41 Menschen, die für einen Transport zu schwach waren und nahmen dabei alles zu Hilfe, was ihnen in die Hände kam. Zwei Wochen später beging Hitler Selbstmord.

Gefangenschaft und Flucht nach Basel

Nach dem Krieg geriet Pauli kurzzeitig in Gefangenschaft, arbeitete in einem Landwirtschaftsbetrieb und schliesslich in der Heimat als Heizer auf Rheinschiffen. Aus Angst, als SS-Scherge entdeckt und verurteilt zu werden, zog es ihn 1946 in die Schweiz. Am 7. November überquerte er die Grenze beim Friedhof Hörnli und liess sich in Basel nieder. Er verdingte sich als Hilfsarbeiter, zuletzt als Hausbursche im Restaurant Safranzunft. Die Behörden registrierten den illegalen Einwanderer zwar, unternahmen jedoch wenig. Mehr durch Zufall kam Paulis Vergangenheit ans Licht: Ein Hauptmann vom Nachrichtendienst übergab den Basler Behörden ein dreiseitiges Dokument französischer Ermittler, das Johannes Pauli als KZ-Führer beschrieb. Zeugen belasteten ihn schwer, doch bis zu einer Verurteilung sollte es noch lange dauern.

Seltenes Urteil kurz vor der Verjährung

Die Entnazifizierung in der Schweiz war kurz und das Aufarbeiten der eigenen Vergangenheit bescheiden. Das war aber nicht der Grund, weshalb die Mühlen der Basler Justiz so langsam mahlten. Vielmehr gestalteten sich die internationalen Ermittlungen als schwierig. Und in Verhören log Pauli, wo er konnte, bis er schliesslich in einer letzten, wenig aussichtsreichen Befragung ein reueloses Geständnis ablegte.

Ein psychiatrisches Gutachten skizzierte ihn als intelligenten, aber moralisch völlig abgestumpften Menschen, den der Nationalsozialismus zum Schlimmsten befähigte. 1953, ein Jahr vor der Verjährung, gelang dem Basler Strafgericht ein seltenes Urteil: Johannes Pauli wurde als nur einer von vier Kriegsverbrechern in der Schweizer Geschichte für schuldig erklärt und wegen vorsätzlicher Tötung zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Ausgerechnet jenes Land brachte ihn zur Strecke, in dem er sich sicher fühlte. Pauli sass knapp zwei Drittel der Strafe ab und starb mit 69 Jahren in Hamburg. (bzbasel.ch)

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • paule 01.06.2020 12:49
    Highlight Highlight Leider war in der Schweiz eine Mauer des Schweigens, unser Lehrer durfte uns (ü 65) nicht über den 2ten Weltkrieg aufklären, er legte mit den Worten das müsst ihr selber schauen ein Buch auf sein Pult über diese Zeit.
    Ein Sportskollege jetzt etwa 70 hätte beinahe seinen ersten Lehrer Job verloren weil er über den 2ten Weltkrieg etwas sagte.
    Dieser Mann war zwar "Papierschweizer" aber das macht ihn nicht weniger Schuldig.
    Die Schweiz hat vieles nicht preis gegeben was nicht sauber war!
  • Skip Bo 01.06.2020 10:42
    Highlight Highlight Hitlers Idee von einem neuen Europa hat imponiert. Auch in der Schweiz. Aber die Anhänger seiner Ideologie blieben eine Minderheit.
    Zwei Beispiele:
    Mein Grosseltern, Bauern, waren kurz nach dem Anschluss Österreichs zu Besuch bei Grossvaters Bruder und seiner österreichischen Frau. Voller stolz präsentierte die Schwägerin das neue Hakenkreuztischtuch. Meine Grosseltern haben sich mächtig darüber geärgert und gebeten das Tuch zu wechseln.
    Stahlwerkarbeiter, Sozialisten, aus unserem Dorf haben während dem Krieg zuhauf deutsche Kriegsanleihen gekauft. Einige haben das gesamte Vermögen verloren.
  • Nixnutz 01.06.2020 10:13
    Highlight Highlight Von den paar hundert Schweizern welche angeblich in der Waffen-SS ihre Verbrechen begangen haben, will ich hier gar nicht anfangen. Entscheidend ist, dass die Nazis das Schlechtste im Menschen kultivierten und damit „Karriere“ gemacht werden konnte. Auch in der Schweiz gab und gibt es abgrund tief böse und gestörte Menschen.
  • KnolleBolle 31.05.2020 21:18
    Highlight Highlight Die Schweizer träumen immer noch vom Reduit, der Armee, der Luftwaffe, aber das ist vorbei. Ein kleines Land wie wir haben militärisch in der heutigen Zeit nichts mehr zu berichten gegen die umliegenden Länder und Grossmächte. Schafft die Armee ab ( aber lasst den Zivielschutz und rüstet den massiv auf ) und setzt das Geld in die AHV und Sozialwerke !
  • Mitläufer 31.05.2020 11:22
    Highlight Highlight Da wurde doch mal einer dieser *** bestraft. Ob 12 Jahre Gefängnis fair sind? Fairer als die Strafe, die die meisten hohen Nazis erhielten: gar keine. Obwohl namentlich bekannt, Taten bekannt, Aufenthaltsort bekannt.
  • du_bist_du 31.05.2020 11:09
    Highlight Highlight Tragisch uns spannend zugleich dieser Bericht. Ich hoffe solche Berichte helfen mit, auch auf der persönlichen Ebene, das Bewusstsein zu schärfen, was so ein ideologisch geführter Krieg anrichten kann und das nie mehr passieren sollte.
  • Glenn Quagmire 31.05.2020 10:51
    Highlight Highlight Schade das er nur 12 Jahre bekam...so einer sollte in einer Zelle verrotten!
    • Troxi 01.06.2020 08:55
      Highlight Highlight Leo Keller bekam nicht sonderlich viel mehr als Anführer der Schweizer Frontisten (NBS). Sein Urteil 14 Jahre Zuchthaus, nachdem er in die Schweiz zurückkehrte. Er leitete Zwischenzeitlich die Hermann-Göring-Werke. Zuvor wurde er in der Schweiz verhaftet, weil der Bund die NBS verboten hatte und gegen die Machenschaften vorging. Wegen Mangel an Beweisen kam er aber frei und ging daraufhin nach Deutschland.
  • Lucaffe 31.05.2020 09:27
    Highlight Highlight Der Satz “J.P. war ein Schweizer KZ-Leiter...” suggeriert, dass Pauli in der Schweiz aufgewachsen und/oder gelebt hat und anschließend als Nazi Karriere gemacht hat. Der Satz insin eine Art Folgerichtigkeit oder zumindest einen Zusammenhang.
    Es war sein Vater, der vor Paulis Geburt aus der Schweiz nach Deutschland ausgewandert war und Pauli hat sein ganzes Leben bis zur Flucht nach Kriegsende in Deutschland verbracht. Dass er neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch diejenige der Schweiz besessen hat, tut meiner Meinung nach nichts zur Sache seiner Laufbahn in Hitler-Deutschland.
    • Ein einsamer Holländer 31.05.2020 13:40
      Highlight Highlight Vielen Dank für diese Richtigstellung. Wenn dies stimmt, bin ich über die Headlines dieses Artikels mehr als schockiert.
    • blueberry muffin 31.05.2020 18:06
      Highlight Highlight Oh, das stimmt. Ich verstand den Titel auch so, das er erst später nach Deutschland auswanderte.
    • Walter Sahli 31.05.2020 20:33
      Highlight Highlight Dass wir kriminelle Leute ausschaffen, die hier geboren wurden und aufgewachsen sind, impliziert auch, dass das Land, dessen Pass sie besitzen, etwas mit ihrer Kriminalität zu tun hat...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Phrosch 31.05.2020 09:10
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen sehr informativen und wichtigen Artikel. Es ist höchste Zeit, dass auch wir unsere eigene Geschichte kritisch aufarbeiten.
    Meine Grosseltern lebten direkt an der Schweizer Grenze. Ich erinnere, dass man sich erzählte, dass es viele offene Nazifreunde imDorf gab. Die wären sofort auf deren Seite gewesen, falls Deutschland einmarschiert wäre. Zum Glück gab es auch die anderen, die Juden halfen, die über den Rhein in die Schweiz kamen.
    • Sternengucker 31.05.2020 15:52
      Highlight Highlight Stimmt, sehr viele Schweizer waren begeistert von Hitler. Die wären bei einem Einmarsch jubelnd dagestanden, mit dabei auch Bundesräte. Nich heute wird das bei uns heruntergespielt. Und wenn man heute wieder so viele Schweizer erlebt, die dieses System verehren, ist die Schweiz keinen Deut besser als die Deutschen.
    • Сédric Wermutstropfen 31.05.2020 17:19
      Highlight Highlight @Sternengucker: Deshalb wurden diejenigen Parteien, welche mit dem Dritten Reich kokettierten bei den Abstimmungen damals ja auch massiv gewählt.. Nicht. Von sehr vielen Schweizern kann also nicht die Rede sein, nicht einmal in der Deutschschweiz.
    • Ein einsamer Holländer 31.05.2020 17:44
      Highlight Highlight Sternengucker
      Von meiner Grossmutter weiss ich, dass ein Haus in der Strasse wo sie wohnte (Zürich), irrtümlicherweise von einer alliierten Bombe getroffen wurde,

      Die Bombe schlug in ein Haus ein, in dem ein bekennender Anhänger von Hitler-Deutschland wohnte.

      Das Ganze Quartier stand um den Bombenkrater und spendete deshalb Beifall.

      Das die Schweizer von Hitler begeistert waren ist völliger Unsinn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • K1aerer 31.05.2020 08:34
    Highlight Highlight Hab generell das Gefühl, dass viele meiner Schulkollegen keine Ahnung von der Rolle der Schweiz im WK II. Für sie war die Schweiz damals Musterland.
    • Palpatine 31.05.2020 08:48
      Highlight Highlight Vermutlich denken da nicht nur viele deiner Schulkollegen so - ein grosser Teil der Bevölkerung glaubt das so. Ich erinnere da nur an die "Diskussionen" beim Bergier-Bericht, wo man den Historikern quasi Landesverrat vorwarf.
      Historisches Fehlwissen bei schweizerischen Mythen ist hierzulande weit verbreitet. Ich sage da nur "1291 - die Schweiz hat Geburtstag", was einfach nur Schwachsinn ist.
    • Kronrod 31.05.2020 09:09
      Highlight Highlight In dem geschilderten Fall kann man der Schweiz wohl wenig Vorwürfe machen.
    • DemonCore 31.05.2020 09:42
      Highlight Highlight Ich bin auch der Meinung, dass die Rolle der Schweiz besser verstanden werden muss. Pauli hat aber nicht als offizieller der Schweiz gehandelt, sondern als Doppelbürger und als Privatperson. Insofern ist der Bogenschlag zur Schweiz während dem zweiten Weltkrieg nicht ganz nachvollziehbar.

      Wenn du dich auf die juristische Aufarbeitung danach beziehst, kann ich dir nur recht geben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mojoking164 31.05.2020 08:25
    Highlight Highlight Sehr guter und spannender Artikel! 😁
    Was mich stört: die vielen Rechtschreibefehler und Absätze die nicht stimmen. Bitte korrigieren... 🙈

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Jakob Fischbacher*. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus Syrien …

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