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Darum wirft Anthropic chinesischen KI-Rivalen Schummelei vor

Brisant: Darum wirft Anthropic chinesischen KI-Rivalen Schummelei vor

Die amerikanische KI-Entwicklerin beschuldigt DeepSeek und weitere Konkurrenten, Anfragen von Usern heimlich zu ihr umgeleitet zu haben, statt sie mit der eigenen Software zu beantworten.
11.09.2026, 07:3511.09.2026, 07:35

Durch die Schummeleien seien zum Teil auch Daten staatlicher Stellen aus China und Russland in Systemen der US-Firma gelandet, schreibt Anthropic in einem ausführlichen Bericht zu Versuchen unerlaubter Nutzung.

So habe jemand Aufnahmen von Überwachungskameras unter anderem aus der Umgebung von Standorten der chinesischen Armee hochgeladen, mit dem Ziel, das Verhalten einer bestimmten Person in den Videos zu analysieren.

Der besagte Nutzer sei davon ausgegangen, dass die Anfrage von der chinesischen KI-Software Kimi der Firma Moonshot ausgeführt wird. Kimi liess sie jedoch von Anthropics Claude erledigen, wie es in dem Bericht heisst.

Wie häufig kam das vor?

Allein in einem Zeitraum von zehn Tagen habe Kimi fast 300'000 Kundenanfragen von Claude beantworten lassen, schrieb Anthropic. Dafür sei ein ganze Netzwerk aus 5380 Fake-Accounts genutzt worden.

Auch die noch bekanntere chinesische KI DeepSeek fiel laut Anthropic mit solchen Tricks auf. Das habe unter anderem dazu geführt, dass zur US-Firma Anfragen mit Daten einer Behörde aus dem Umfeld des russischen Verteidigungsministeriums umgeleitet wurden. Darin enthalten gewesen seien auch gültige Einwahldaten für eine Datenbank der russischen Regierung.

Brisant für chinesische KI-Entwickler

Die Vorwürfe könnten einen Schatten auf das Ansehen der chinesischen KI-Branche werfen. Seit Anfang vergangenen Jahres hatte die günstigen KI-Modelle erst von DeepSeek und dann Moonshot wiederholt für Beben an der Börse gesorgt.

Anleger zweifelten zeitweise an den Geschäftsaussichten amerikanischer KI-Labore wie Anthropic und des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, weil der Eindruck entstand, dass leistungsstarke Künstliche Intelligenz mit deutlich weniger Aufwand trainiert werden könne.

Die US-Seite wirft den chinesischen Entwicklern unterdessen vor, in grossem Stil amerikanische Software wie Claude und ChatGPT benutzt zu haben, um ihre Künstliche Intelligenz anzulernen. Für diese in der Branche unter dem Namen Destillation bekannte Technik habe allein Kimi von Mai bis Juli 23 Millionen Mal auf Anthropic-KI zugegriffen, hiess es in dem Bericht.

(sda/dpa)

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