Wissen
Gesundheit

Indien: Ärzte entdecken 526 Zähne in Mund von Siebenjährigem

Da hilft selbst die beste Zahnspange nichts mehr: Ein Siebenjähriger hatte 526 Zähne in seinem Gebiss.
Da hilft selbst die beste Zahnspange nichts mehr: Ein Siebenjähriger hatte 526 Zähne in seinem Gebiss. bild: Saveetha Dental College

Siebenjähriger klagt über Kieferschmerzen – Ärzte entdecken 526 Zähne in seinem Mund

02.08.2019, 13:5202.08.2019, 13:52

Ärzte im Südosten Indiens haben eigenen Angaben zufolge aus dem Kiefer eines Kindes über 500 Zähne herausoperiert. Demnach ist dies der bisher grösste dokumentierte Fund von Zähnen im Mund eines Menschen.

«Wir haben 526 Zähne in der Grössenordnung von 0.1 Millimeter bis 15 Millimeter entfernt», sagte Pratibha Ramani, Chefin der Fachabteilung im Spital Saveetha Dental College and Hospital in Chennai, am Freitag. Alle Zähne hätten Wurzel, Krone sowie Zahnschmelz gehabt.

Der Siebenjährige habe zuvor über Kieferschmerzen und Schwellungen geklagt, ohne dass die im rechten Unterkiefer versteckten und nicht sichtbaren Zähne entdeckt worden seien, sagte Ramani weiter. Demnach litt er an einem sogenannten Odontom, einer gutartigen Geschwulst, die viele rudimentäre Zähne enthalten kann. Ungewöhnlich ist jedoch die Zahl. 2014 waren einem Teenager im westindischen Mumbai nach Angaben des Spitals 232 Zähne entfernt worden.

Röntgenbilder des Spitals in Chennai zeigen eine Ansammlung von Zähnen. Der Junge habe nach dem Eingriff nun eine «gesunde Anzahl von 21 Zähnen» und sei drei Tage nach der Operation entlassen worden. Der fünfstündige Eingriff erfolgte bereits am 11. Juli, wie das Spital weiter mitteilte.

Das Team um Ramani habe danach aber erst einmal alle entfernten Stücke analysiert, bevor es mit dem Fund an die Öffentlichkeit ging. Die 526 Zähne hatten demnach ein Gewicht von insgesamt 200 Gramm. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Warum Krankheit immer eine politische Erzählung ist
Bei Papst Leo XIV. wird Verletzlichkeit als Stärke gedeutet, während Donald Trump seine Fitness betont. Der Vergleich zeigt, wie unterschiedlich Krankheit bewertet wird.
«Krankheit ist keine Metapher», schrieb die Kulturkritikerin Susan Sontag 1978. Sie wandte sich nicht gegen die Berichterstattung über Krankheiten, sondern gegen die Erzählungen, die darin mitschwingen: Krebs als Kampf, der Kranke als Kämpfer, die Genesung als heroischer Sieg. Sontag hat recht: Diese Rhetorik macht aus einer medizinischen Tatsache eine moralische Prüfung. Wer gesund wird, hat gesiegt; wer es nicht schafft, droht als jemand zu erscheinen, der verloren hat.
Zur Story