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Studie zeigt gesundheitsgefährdende Lärm-Hotspots in Lausanne



Wer nachts unter Lärm leidet, ist tagsüber schläfriger. In Lausanne, der Stadt mit dem lautesten Verkehr der Schweiz, gibt es nächtens regelrechte Lärm-Hotspots.

Menschen, die in diesen Nachbarschaften leben, sind auch tatsächlich am Tag häufiger schläfrig, wie eine Studie der ETH Lausanne sowie der Universitätsspitäler von Lausanne (CHUV) und Genf (HUG) zeigt. Für die Untersuchung schauten sich die Forschenden an, wo Personen, die in der CoLaus/PsyCoLaus-Studie eine hohe Schläfrigkeit tagsüber berichtet hatten, genau wohnen. Dies verglichen sie mit Lärmdaten des Bundesamts für Umwelt (BAFU).

Es stellte sich heraus, dass es Nachbarschaften gab, in denen die Bewohner über ein ähnliches Ausmass an Schläfrigkeit klagten. In roten Zonen war sowohl die Lärmbelastung als auch die Schläfrigkeit während des Tages hoch. In diesen Quartieren schlafen die Anwohner laut den Forschern nicht sehr gut. In blauen Zonen hingegen gab die Bevölkerung weniger Schläfrigkeit an.

Grosse Unterschiede

«Der Unterschied in der nächtlichen Lärmbelastung zwischen den roten und blauen Zonen beträgt mehr als fünf Dezibel, was viel ist, wenn man bedenkt, dass die Lautstärke sich alle drei Dezibel verdoppelt», wird Stéphane Joost vom Labor für Geografische Informationssysteme (Lasig) der ETH Lausanne in einer Mitteilung zitiert.

An einigen Stellen in Lausanne, besonders an grossen Strassen und Gleisen, übersteigt der äquivalente Dauerschallpegel (Leq) des öfteren die kritische Marke von 55 Dezibel. Das Bundesamt für Gesundheit gibt ein nächtliches Maximum von 50 Dezibel vor. Welcher Art der Lärm genau ist, ging aus den Daten nicht hervor.

Einer der Gründe, warum der Verkehrslärm in Lausanne so hoch ist, hat mit der Topografie zu tun. Auf den steilen Strassen dröhnen die Motoren, wenn sie anfahren und beschleunigen, etwas stärker als andernorts.

Gezielte Lärmschutzmassnahmen

Die Autoren der Studie hoffen, dass ihre Befunde dabei helfen, die am stärksten lärmgeplagten Quartiere der Stadt zu identifizieren und dort Lärmschutzmassnahmen zu ergreifen. Hilfreich wären beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen, Verbote für gewisse Fahrzeugtypen oder lärmarme Strassenbeläge.

Schlafstörungen können zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Schläfrigkeit und Stress führen. Sie erhöhen auch das Risiko für Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen, Unfälle durch Übermüdung und Depressionen. «Glücklicherweise sind Schlafstörungen und die sich daraus ergebenden Gesundheitsprobleme umkehrbar», so Joost.

Die Studie erschien in der Fachzeitschrift «International Journal of Hygiene and Environmental Health». Eine ähnliche Untersuchung läuft derzeit in Genf. Zudem wollen die Forschenden ihre Untersuchungen über Lausanne vertiefen, indem sie sich statt auf Befragungen zur Schläfrigkeit auf objektivere Messungen mittels Elektroenzephalografie (EEG) abstützen. (sda)

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