10 Beispiele für aussergewöhnliche Loyalität
Die 300 Spartaner
Im Spätsommer des Jahres 480 v. Chr. verteidigten 300 spartanische Krieger unter König Leonidas den strategisch wichtigen Thermopylen-Pass gegen ein persisches Invasionsheer. Mit ihnen kämpften mehrere tausend weitere Griechen, doch es war in erster Linie den Spartanern zu verdanken, dass die Perser aufgehalten und später in den Schlachten bei Salamis und Plataiai endgültig besiegt werden konnten. Leonidas und seine 300 Krieger kamen ums Leben, doch ihre Loyalität und Opferbereitschaft gingen in die Geschichte ein.
Jonathan
Ein biblisches Beispiel für Loyalität ist Jonathan, Sohn des israelitischen Königs Saul und enger Freund des Heerführers David. Als der spätere König bei Saul in Ungnade fiel, verhalf ihm Jonathan zur Flucht, ohne dem Vater untreu zu werden. In einer Schlacht gegen die Philister fielen Saul und Jonathan, worauf David klagte: «Weh ist mir um dich, mein Bruder Jonathan. Du warst mir sehr lieb. Wunderbarer war deine Liebe für mich als die Liebe der Frauen.»
Klara von Assisi
Klara oder italienisch Chiara stammte aus einer wohlhabenden, adeligen Familie. Nachdem sie den späteren heiligen Franziskus im Dom von Assisi predigen gehört hatte, verliess sie 1212 ihr behütetes Umfeld und lebte von da an wie ihr Mentor in radikaler Armut. Sie gründete ihren eigenen Orden und zeichnete sich nicht nur durch Loyalität, sondern auch durch ihren Mut aus. Nur zwei Jahre nach ihrem Tod 1253 wurde Klara von Assisi heiliggesprochen.
Johann von Böhmen
König Johann von Böhmen, der ursprünglich aus Luxemburg stammte, gilt als Verkörperung des mittelalterlichen Ritterideals. Obwohl er aufgrund einer Erbkrankheit erblindet war, beteiligte er sich 1346 aus Loyalität auf Seiten Frankreichs an der Schlacht bei Crécy gegen die Engländer. Johann liess sich hoch zu Pferd ins Gefecht führen, doch im Nahkampf war er chancenlos. Als der englische Thronfolger Edward of Woodstock nach der siegreichen Schlacht den Leichnam des blinden Königs fand, war er so beeindruckt, dass dessen Wahlspruch «Ich dien» seither – auf Deutsch – das Wappen des Prince of Wales ziert.
Arnold Winkelried
Im Juli 1386 trafen die Heere der Eidgenossen und der Habsburger oberhalb von Sempach eher zufällig aufeinander. Dabei soll ein Unterwaldner namens Arnold Winkelried ein Bündel Lanzen gepackt und sich aufgespiesst haben. Mit dem Opfertod soll er den Eidgenossen den Durchbruch und den Sieg ermöglicht haben. Ob sich die Geschichte so zugetragen hat, ist umstritten, doch Winkelried wurde im 19. Jahrhundert zum Schweizer Nationalmythos.
Harriet Tubman
Sie wurde als Sklavin geboren und flüchtete 1849 erfolgreich in die US-Nordstaaten. Trotz enormer Risiken kehrte sie in den folgenden Jahren insgesamt 13-mal in den Süden zurück und schleuste über die Underground Railroad rund 70 weitere Sklaven in die Freiheit, nicht zuletzt aus Loyalität gegenüber ihrer zurückgebliebenen Familie. Im Bürgerkrieg arbeitete Harriet Tubman unter anderem als Kundschafterin für die Unionsarmee. Nach wie vor gibt es Pläne, ihr Konterfei auf der 20-Dollar-Note zu verewigen.
Isidor und Ida Straus
Isidor Straus hatte es vom armen deutsch-jüdischen Einwanderer zu einem der reichsten US-Amerikaner gebracht. Mit seiner Ehefrau Ida wollte er 1912 nach einer Europareise auf einem brandneuen Ozeandampfer in die USA zurückkehren, der Titanic. Als sie mit einem Eisberg kollidierte, sollte Isidor Straus als einer von wenigen Männern einen Platz in einem der wenigen Rettungsboote erhalten, doch er lehnte ab. Auch Ida weigerte sich mit den Worten: «Wie wir gelebt haben, so werden wir sterben – gemeinsam.» Sie überliess ihren Platz und einen Pelzmantel ihrem Dienstmädchen Ellen Bird. Das Ehepaar Straus ging mit der Titanic unter, es wurde zu einem Mythos.
Sophie Scholl
Sophie Scholl wurde nicht nur durch ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Münchner Studentengruppe Weisse Rose zur Ikone. Sondern auch durch ihren Mut und ihre Weigerung, nach ihrer Festnahme im Verhör durch die Gestapo ihre Freunde und Mitstreiter ans Messer zu liefern. Im Prozess vor dem sogenannten Volksgerichtshof am 22. Februar 1943 antwortete sie auf die Frage nach ihrem Tatmotiv: «Einer muss ja doch schliesslich damit anfangen. Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen.» Am gleichen Tag wurde Sophie Scholl durch die Guillotine hingerichtet. Ihr Henker erklärte später, er habe nie jemanden so tapfer sterben sehen.
Guy Roux
In der schnelllebigen Welt des Fussballs sticht der Name Guy Roux heraus. Der gebürtige Elsässer trainierte zwischen 1961 bis 2005 den burgundischen Verein AJ Auxerre, davon mehr als 36 Jahre ohne Unterbruch. Die ungewöhnliche Loyalität zwischen Verein und Trainer wurde 1996 mit dem französischen Meistertitel belohnt, hinzu kamen vier Cupsiege. Roux bezeichnete sich in einem Buch selbst als fussballverrückt. Sein Freund Gilbert Gress sagte über ihn: «Er pumpt sogar die Bälle auf und mäht den Rasen.»
Hachiko
Zur Treue von Hunden zu ihren Besitzern über deren Tod hinaus gibt es einige Geschichten. Jene von Hachiko sticht heraus. Der Hund der japanischen Rasse Akita hatte sein Herrchen, einen Universitätsprofessor, jeden Tag am Bahnhof Shibuya in Tokio abgeholt. Nachdem der Professor 1925 während einer Vorlesung gestorben war, kam Hachiko bis zum eigenen Tod zehn Jahre später immer noch täglich zum Bahnhof, bei dem sich die berühmteste Kreuzung der japanischen Hauptstadt befindet. Heute erinnert eine Statue an den treuen Hund.
