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Afghanistan: Angriff auf NATO-Mission nach schwerer Anschlagserie in Kabul



Drei Anschläge und Angriffe in Kabul innerhalb von nicht einmal 24 Stunden. Etliche Menschen sterben oder werden verletzt: So ein Ausmass an Gewalt hat Kabul seit Jahren nicht mehr erlebt.

Nach zwei verheerenden Anschlägen in Kabul mit Dutzenden Toten haben Aufständische eine Basis der internationalen Truppen in der afghanischen Hauptstadt angegriffen. Bei der Attacke am Freitagabend kamen nach Angaben der NATO-geführten Ausbildungsmission Resolute Support (RS) mindestens elf Menschen ums Leben.

Bei den Toten handle es sich um einen ausländischen Soldaten und acht zivile afghanische Mitarbeiter, sagte ein RS-Sprecher am Samstag. Ausserdem seien mindestens zwei der Angreifer getötet worden.

Schwerste Anschlagserie in Kabul seit Jahren

Damit kamen bei dem Angriff und zwei Anschlägen in Kabul innerhalb von weniger als 24 Stunden mindestens 52 Menschen ums Leben, 270 weitere wurden verletzt. Kurz vor dem Angriff auf die RS-Basis hatte sich ein Selbstmordattentäter der Taliban vor der Polizeiakademie in die Luft gesprengt. In der Nacht zuvor war eine Lastwagenbombe detoniert. Es war die schwerste Anschlagserie in Kabul seit Jahren.

Der Attentäter vor der Polizeiakademie riss am Freitagabend mindestens 25 Kadetten mit in den Tod. Weitere 20 Polizeischüler seien bei der Detonation verletzt worden, hiess es aus Polizeikreisen.

In der Nacht zuvor waren bei der Explosion einer in einem Lastwagen platzierten Bombe nach Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet und 250 verletzt worden. Unter den Verletzten waren 37 Kinder und 40 Frauen, wie Präsidentensprecher Safar Haschemi sagte.

Taliban bekennen sich zu zwei von drei Angriffen

Zu den Anschlägen kam es kurz nach einem Führungswechsel bei den radikalislamischen Taliban. Diese bekannten sich zu dem Angriff auf die Resolute-Support-Basis und dem Anschlag vor der Polizeiakademie. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid wies aber jede Verantwortung für die Bombe in dem Lastwagen zurück. Zur Nationalität des getöteten ausländischen Soldaten wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Der Attentäter vor der Polizeiakademie hatte sich nach Angaben aus dem Innenministerium als Kadett ausgegeben und in eine Schlange vor dem Eingang eingereiht. Die jungen Männer hätten darauf gewartet, durch die Sicherheitskontrolle zurück in die Akademie zu gelangen.

Der Sprengsatz in dem Lastwagen zielte nach Polizeiangaben auf eine in einem Wohnviertel stationierte Einheit des Armee-Geheimdienstes. Das Gesundheitsministerium sprach nach der Explosion gegen 01.00 Uhr (Ortszeit) in der Nacht zum Freitag sogar von mehr als 400 Verletzten.

Dutzende Wohnhäuser und Läden wurden zerstört oder beschädigt. Die in der ganzen Stadt hörbare Detonation riss einen rund zehn Meter tiefen und etwa 15 Meter breiten Krater in die Strasse. (sda/dpa)

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