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Ausbeutung: Lange Haftstrafen für Täter im Missbrauchsskandal von Rotherham



Im Skandal um massenhafte Ausbeutung von Kindern im englischen Rotherham sind sechs Männer und Frauen zu teils jahrzehntelangen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die höchste Strafe ging an den 40-jährigen Rädelsführer.

Er erhielt von einer Richterin in Sheffield am Freitag eine Strafe von 35 Jahren Haft. Seine Brüder bekamen Haftstrafen von 26 und 19 Jahren. Ein Onkel der drei wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, eine weibliche Komplizin zu 13 Jahren. Eine zweite Frau bekam eine Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung.

Die Gruppe habe Leid von «unvorstellbarem Ausmass» über ihre Opfer gebracht, sagte die Richterin. Die Geschworenen hatten die Brüder zwei Tage zuvor zum Beispiel der Vergewaltigung und Misshandlung mehrerer Mädchen, teils über Jahre hinweg, für schuldig befunden. Die Frauen wurden unter anderem wegen Freiheitsberaubung verurteilt.

Es ist das erste Gerichtsurteil in dem Skandal um die Taten in der nordenglischen Stadt, der im Sommer 2014 international Schlagzeilen gemacht hatte. Einem damals veröffentlichten, unabhängigen Untersuchungsbericht zufolge wurden in Rotherham zwischen 1997 und 2013 rund 1400 Kinder sexuell ausgebeutet.

Die Opfer stammten oft aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Die Täter machten sie demnach mit Alkohol und Geschenken gefügig oder zwangen sie mit Gewalt zum Sex. (sda/dpa)

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