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FDP-Kandidat Didier Castella wird neuer Freiburger Staatsrat



Der 47-jährige FDP-Kandidat Didier Castella wird neuer Freiburger Staatsrat. Der Physiker und Kantonsparlamentarier aus Pringy im Greyerzbezirk wird im Mai in der Freiburger Kantonsregierung die abtretende Grüne Marie Garnier ersetzen.

Castella setzte sich im zweiten Wahlgang der Ersatzwahl für Garnier deutlich gegen SP-Kandidatin Valérie Piller Carrard durch. Der FDP-Kandidat kam auf 32'448 Stimmen, Piller Carrard auf 25'446 Stimmen, wie die Freiburger Staatskanzlei am Sonntag mitteilte. Die Wahlbeteiligung betrug 29.96 Prozent.

Nur noch zwei Personen konnten zu diesem zweiten Wahlgang antreten. Schon im ersten Wahlgang vom 4. März hatte Castella am meisten Stimmen geholt, aber das für eine Wahl im ersten Wahlgang absolute Mehr verfehlt.

Sein Sieg verändert die Zusammensetzung der Freiburger Kantonsregierung. Neu bilden fünf bürgerliche Staatsräte und zwei SP-Mitglieder dieses Gremium. Bisher bestand der Staatsrat aus vier Bürgerlichen und drei Vertretern von Links-Grün. Auch das Geschlechterverhältnis ändert: Neu wird nur noch eine Frau - Anne-Claude Demierre von der SP - im Freiburger Staatsrat sitzen.

Garnier seit Herbst unter Druck

Marie Garnier hatte im vergangenen Herbst ihre Demission per Ende April 2018 angekündigt. Sie war wegen einer möglichen Amtsgeheimnisverletzung unter Druck geraten. Die Grüne soll Informationen über angebliche Probleme im Oberamt des Saanebezirks an die Medien weitergegeben haben.

Der freiburgische Grosse Rat hob im November ihre Immunität auf. Damit konnte die Untersuchung gegen Garnier fortgesetzt und die Staatsrätin dazu befragt werden.

Ihr designierter Nachfolger Didier Castella lebt getrennt von seiner Frau, hat drei Kinder und arbeitet als stellvertretender Chef Raumordnung und Umwelt im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Er präsidierte von 2012 bis 2017 die FDP des Kantons Freiburg.

Exekutiverfahrung hat er als früherer Vize-Ammann der Gemeinde Greyerz, zu der Castellas Wohnort Pringy gehört.

Zoff zwischen Grünen und SP

Möglicherweise hat ein Zoff zwischen der SP und den Grünen des Kantons Freiburg den Sieg Castellas begünstigt. SP und Grüne - normalerweise Allianzpartner - konnten sich vor der Ersatzwahl für Marie Garnier nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen.

Die SP fand, eine Kandidatur von Piller Carrard verspreche mehr Erfolg, als die Kandidatur von Sylvie Bonvin-Sansonnens zu unterstützen. Bonvin von den Grünen machte aber im ersten Wahlgang ein ansprechendes Resultat. Sie wurde hinter Castella und Piller dritte. Das erzürnte die freiburgischen Grünen.

Diese gaben deshalb vor dem zweiten Wahlgang vom Sonntag keine Wahlempfehlung für Piller Carrard ab. Castella hingegen konnte auf die Unterstützung von CVP und SVP zählen.

Im Freiburger Staatsrat kommt nun die FDP auf zwei Sitze. Die CVP hält deren drei, die SP weiterhin zwei. Die Grünen werden ab Mai nicht mehr vertreten sein. (sda)

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