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Flashmobs machen auf Gewalt an Mädchen und jungen Frauen aufmerksam



Mit Flashmobs in mehreren Schweizer Städten haben Frauen und Männer am Samstag auf Gewalt an Mädchen und jungen Frauen aufmerksam gemacht. Die Aktionen bildeten den Auftakt zur internationalen Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen».

Am Kornhausplatz in Bern versammelten sich am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen mehrere Dutzend meist schwarz gekleidete Frauen und Männer und bildeten eine Menschenkette. Symbolisch hatten sich die Teilnehmenden ihre Münder zugeklebt.

Nach einigen Minuten entfernten sie die Kleber und skandierten «Stoppt Gewalt an Frauen!», «Ich werde nicht mehr länger schweigen!» oder «Nein heisst nein!».

Auch im Genfer Park Jardin Anglais demonstrierten rund 200 Personen mit einer Menschenkette für die Eliminierung von Gewalt gegen Frauen. Der Anlass wurde von der Vereinigung Soroptimist International Club de Genève organisiert. Der berühmte Springbrunnen Jet d'Eau leuchtete danach orange auf - der Farbe, welche den Kampf der Frauen symbolisiert.

In Lausanne folgten rund 70 Frauen dem Aufruf der Organisation Feminista. Auch sie protestierten mit #MeToo-Plakaten gegen sexuelle Gewalt. Ähnliche Aktionen waren in Basel, Biel, Chur, Schaffhausen, St. Gallen und Zürich angekündigt.

Nicht nur in Hollywood

«Gewalt an Frauen betrifft nicht nur Hollywood und Weinstein, sondern ist auch in der Schweiz ein Problem und für viele Frauen bitterer Alltag», wird Kampagnenleiterin Christina Klausener in einer Mitteilung der feministischen Friedensorganisation cfd zitiert. Mit den Aktionstagen wollen die beteiligten Organisationen darauf aufmerksam machen, dass Gewalt an Frauen eine Menschenrechtsverletzung ist.

Die Kampagne, die zum zehnten Mal in der Schweiz stattfindet, thematisiert jedes Jahr eine andere Form von geschlechtsspezifischer Gewalt. Dieses Jahr geht es um die Gewalt, die junge Frauen erfahren.

Im Ausgang belästigt

«Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren werden im Ausgang belästigt, erfahren häusliche Gewalt, erleben Diskriminierung durch Sexismus oder werden von ungesunden Schönheitsidealen eingeengt», so Klausener. Um insbesondere sexualisierte Gewalt zu enttabuisieren, benutzt die Aktion heuer den Slogan #sprechenwirdarüber. Denn viele Frauen dächten, sie seien mitschuldig, wenn ihnen Gewalt widerfahre.

«Dies stimmt nicht, wird aber leider noch immer oft so thematisiert», sagt Klausener. Deshalb lancierten die beteiligten Organisationen eine Petition gegen die Verharmlosung sexualisierter Gewalt in den Medien.

Ab Montag ziert zudem eine Plakatkampagne 15 Schweizer Bahnhöfe. Darin sprechen sich junge Prominente wie Juso-Präsidentin Tamara Funiciello oder Rapper Manillio gegen Gewalt an Frauen aus. (sda)

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