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Prostitution

In Gedenken an 200'000 Sexsklavinnen: Eine Statue fährt in Seoul Bus

epa06143791 A 'comfort woman' statue is installed on a No. 151 line Seoul city bus in Seoul, South Korea, 14 August 2017, during the International Memorial Day for Comfort Women. Donga Bus C ...
Dauerhafte Passagierin: Eine Statue einer Trostfrau in einem Bus in Seoul.Bild: EPA/YNA

Eine Statue fährt in Seoul Bus und erinnert an 200'000 Sexsklavinnen

17.08.2017, 10:1317.08.2017, 13:52

Sie fährt den ganzen Tag in einem traditionellen Kleid, Barfuss und mit einem Vögelchen auf der Schulter durch Seoul: Die «comfort woman», Trostfrau zu Deutsch. Hinter dem dauerhaften Passagier steckt die Erinnerung an eine dunkle Vergangenheit. 

Trostfrauen ist die beschönigte Bezeichnung für die rund 200'000 Sexsklavinnen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Japaner hatten diese vor und während dem Krieg an der Front als Prostituierte eingesetzt. Die meisten der Mädchen und jungen Frauen stammten von der koreanischen Halbinsel.

Comfort Woman
Trostfrauen in einem japanischen Schützengraben während dem zweiten Weltkrieg.Bild: Old Pics Archive

Die busfahrenden Statuen sollen nun als Gedenken an die selten geehrten zivilen Opfern des Krieges dienen. Die Aktion dauert von Anfang August bis Ende September.

A comfort woman statue is placed on a chair of a bus to mark the 5th International Memorial Day for Comfort Women in Seoul, South Korea, Monday, Aug. 14, 2017. Comfort women are a euphemistic expressi ...
Bild: AP/AP

Nicht alle sind von der Aktion begeistert. Japan glaubte die Kontroverse rund um die Trostfrauen mit einem Abkommen von 2015 «endgültig» abgeschlossen zu haben. Man entschuldigte sich für das Martyrium der Frauen, akzeptierte jedoch keinerlei juristische Verantwortlichkeit.

Tokyo richtete einen Fond über neun Millionen Dollar ein, um gegen Sexsklaverei zu kämpfen, dafür dürften die Länder aus der Region Japan auf internationalen Treffen nicht mehr für die Sexualverbrechen im Zweiten Weltkrieg kritisieren.

epa04736070 Lee Yong-soo, a former South Korean sex slave for Japan's World War II soldiers, touches a statue dedicated to the victims of Japan's wartime sex slavery as she visits a public l ...
Eine ehemalige Trostfrau mit der Statue vor der japanischen Botschaft in Seoul.Bild: EPA/YONHAP

Bereits 2011 installierten Aktivisten eine Trostfrau aus Bronze vor dem japanischen Konsulat in Seoul und lösten damit eine diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern aus. Seither wurden solche Statuen in ganz Südkorea errichtet, bezahlt werden sie von Spendengeldern. (leo)

Japans Regierungschef Abe in Hawaii zu Gedenken an Pearl-Harbor-Angriff:

Video: reuters
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