Schweiz
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Eine Kundin haelt einen Einkaufskorb in der Hand und bedient sich im Gemueseregal, aufgenommen im Coop Suedpark in Basel am 03. April 2013. Die Coop-Filiale im Suedpark wurde im Juni 2011 eroeffnet. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Der Schweizer Detailhandel braucht Innovationen. Coop will mit einer neuen Software die Preise personalisieren. Bild: KEYSTONE

Alle Kunden sind gleich, aber manche sind gleicher: Coop lanciert umstrittenes Preissystem



Der Schweizer Detailhandel darbt wegen des Einkaufstourismus. Um Marge und Umsatz zu steigern, setzt Coop nun eine neue Software ein. Ein System, vor dem gar US-Präsident Barack Obama warnt.  

benjamin weinmann / schweiz am Sonntag

Alle Coop-Kunden sind gleich, aber manche sind gleicher. Der Basler Detailhändler tüftelt zurzeit an der Preisgestaltung der Zukunft. Und die sieht so aus, dass das gleiche Produkt je nach Kunde unterschiedlich viel kostet. Die neue Wunderwaffe heisst Personalized Pricing – die personalisierte Preisgestaltung durch die Analyse von Big Data, der digitalen Kunden-Datenflut, die der Händler speichert.  

«In unserem Onlineshop ‹Coop at home› wissen wir, was der Kunde bestellt», sagt August Harder, IT-Chef des Detailhändlers. Bereits seit einigen Jahren gebe man den Onlinekunden je nach Einkaufsverhalten Empfehlungen ab für andere Produkte. Auch Rabatte wurden ausgesprochen. Doch diese waren bisher stets einheitlich. Jeder Kunde erhielt zum Beispiel 20 Prozent auf Cola-Flaschen oder Schokoladetafeln.  

Blick in die XXL-Filiale des Elektronikunternehmens Interdiscount an der Sihlstrasse in Zuerich, aufgenommen am 11. Oktober 2007. Interdiscount gehoert zur Coop-Gruppe. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

View of the XXL-branch of the electronics discounter Interdiscount at the Sihlstrasse street in Zurich, Switzerland, pictured on October 11, 2007. Interdiscount belongs to the Coop Group. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Ausverkauf bei der Coop-Tochter Interdiscount. Bild: KEYSTONE

Algorithmus analysiert Verkaufsverhalten

«Seit einigen Wochen können wir die Rabatte und Aktionen individuell anpassen», sagt Harder. Sprich: Kunde A erhält je nach Shoppingschema 5 Prozent, Kunde B 40 Prozent für seinen Einkauf bei Coop at home. Möglich macht dies eine neue Software des deutschen Unternehmens Prudsys aus Chemnitz, der namhafte Händler wie Karstadt, C&A und Quelle zu seinen Kunden zählt. Prudsys lieferte Coop bereits das System für die Produkte-Empfehlungen. Nun analysiert ein neuer Algorithmus im Hintergrund in Echtzeit das Verkaufsverhalten. Gleichzeitig kennt er den Bestand im Coop-Lager und spuckt entsprechend personalisierte Coupons aus.  

«Wenn jemand regelmässig das günstige Prix-Garantie-Bier kauft, könnte er einen 30-Prozent-Gutschein für das teurere Becks-Bier erhalten und danach langfristig zum Becks-Trinker werden.»

Andreas Schmidt, Marketingchef von Prudsys

«Je nach Bestandsgrösse könnten dann beispielsweise auf Restposten grössere Preisreduktionen gewährt werden», sagt Andreas Schmidt, Marketingchef von Prudsys. Den Kernzweck erklärt er mit folgendem Beispiel: «Wenn jemand regelmässig das günstige Prix-Garantie-Bier kauft, könnte er einen 30-Prozent-Gutschein für das teurere Becks-Bier erhalten und danach langfristig zum Becks-Trinker werden.» Der regelmässige Becks-Käufer guckt hingegen in die Röhre und bezahlt für sein Bier weiterhin den regulären Preis. Dafür erhält er einen Rabatt für ein anderes Produkt.  

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bild: giphy.com

Erlaubnis des Kunden nötig

«Wir befinden uns noch in der Testphase, wollen aber in diesem Bereich eine Vorreiterrolle in der Schweiz übernehmen», sagt Coop-Manager Harder. Vorläufig teste man die Software nur bei Coop at home, also für Food- und Nearfood-Produkte. Aber: «Wenn der Test erfolgreich verläuft, und zurzeit sieht es danach aus, könnten wir das System auch in unseren anderen Onlineshops und im stationären Handel anwenden.» Laut Harder läuft die Testphase noch bis zirka Anfang 2016.  

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Für personalisierte Rabatte im stationären Handel, also im Geschäft vor Ort, wäre Coop auf die Daten der Kundenkarte Supercard angewiesen. Um diese individuell auswerten zu können, bräuchte es die Erlaubnis des Kunden. «Das Thema Personalized Pricing geht erst jetzt richtig los», sagt Prudsys-Marketingchef Schmidt. «Die Händler sehen, dass sie damit die Kauffrequenz und die impulsiven Zusatzkäufe hochtreiben können.» Die massgeschneiderten Rabatte seien zeitlich begrenzt und nicht übertragbar. Ebenfalls erfolgreich seien plötzlich erscheinende Banner, die dem noch unschlüssigen Kunden einen Rabatt gewähren, wenn er innerhalb von 30 Minuten den Kauf abschliesst.  

«Wir möchten alle Kunden gleich behandeln und beim Preis niemanden diskriminieren.»

Leshop-Chef Dominique Locher

Bei Leshop.ch, dem Migros-Online-Supermarkt, ist Personalized Pricing zurzeit kein Thema, wie Firmenchef Dominique Locher sagt. Im Gegenteil: «Wir möchten alle Kunden gleich behandeln und beim Preis niemanden diskriminieren.» Man setze auf gewöhnliche, allgemein gültige Aktionspreise. Coop-Manager Harder gibt sich trotz des Seitenhiebs gelassen: «Eine abschliessende Gerechtigkeit gibt es nicht, aber über den Gesamteinkauf gleichen sich die Rabatte aus, da jeder Kunde unterschiedliche Aktionspreise erhält.»  

Sogar US-Präsident Obama macht sich Sorgen

President Barack Obama, joined by his daughters Malia Obama and Sasha Obama, shops at Politics and Prose bookstore for

Obama beim Einkaufen. Das Weisse Haus veröffentlichte im Februar den Report «Big Data and Differential Pricing», der von den Folgen der personalisierten Preisgestaltung warnt.  Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Tatsächlich stellt sich aber die Frage, wie die unterschiedlichen Preise bei der Kundschaft ankommen, und ob sie die Diskrepanzen goutiert. Beispiele aus dem Ausland zeigen, dass die personalisierten Preise Zündstoff beinhalten. Im Jahr 2000 wurde publik, dass der Onlinehändler Amazon je nach Kunde unterschiedliche Preise für DVD-Filme verlangte. Amazon-Chef Jeff Bezos nannte den Test darauf einen Fehler und erstattete die Fehlbeträge zurück. Und das «Wall Street Journal» deckte 2012 auf, dass der Online-Reiseriese Orbitz Mac-Benutzern teurere Hotelpreise anbot als Windows-Benutzern, da Apple-Käufer offenbar mehr Geld für Ferien ausgeben.  

Sogar US-Präsident Barack Obama macht sich Sorgen. Das Weisse Haus veröffentlichte im Februar den Report «Big Data and Differential Pricing», der vor den Folgen der personalisierten Preisgestaltung warnt. Die Frage bei Big-Data-Konzernen sei, ob sie die gewonnenen Informationen benutzen, um unterschiedlich hohe Preise zu verlangen. Dies führe zu einer Preis-Diskriminierung. «Manche Konsumenten könnten schlechtergestellt werden, ohne dass sie selber wissen, weshalb», heisst es im Report der US-Regierung. Konsumenten- und Datenschutzgesetze müssten verschärft werden. Zudem fordert Obama die Händler auf, den Kunden transparent zu zeigen, wie ihre Daten ausgewertet werten.  

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    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Schwab 21.07.2015 01:24
    Highlight Highlight Was heisst hier "darbt wegen des Einkaufstourismus"viele Kunden von Coop und Migros etc.
    sind zu Aldi und Lidl übergelaufen weil sie gemerkt haben das auch da Qualitativ gute Produkte zu einem guten Preis zu haben sind.
    Für Fleischwaren gehe ich persönlich nur zum Metzger meines Vertrauens da kann ich mir sicher sein das die Ware
    nicht schon 3mal neu datiert wurde ,und frisch ist,ist ein bisschen teurer aber das ist es mir wert.

    6 1 Melden
  • Hans Jürg 19.07.2015 13:03
    Highlight Highlight Darum heisst der Slogan " für MICH und dich" und nicht "für DICH und mich". Ehrlicher Egoismus.
    31 1 Melden
  • Angelo C. 19.07.2015 12:37
    Highlight Highlight Also m.E. (und ich tätige jede Woche einen familiären Grosseinkauf) haben COOP und die Firma mit dem absurden Namen (SPAR) wahre Apothekenpreise, die ich schon lange nicht mehr berücksichtige! Stark überhöhte Margen, Gewinngier total 😓 - ohne mich! Einen Teil der Einkäufe tätige ich bei Lidl, der schon sehr viele in der Schweiz ebenso einwandfrei hergestellte wie preislich anständige Ware verkauft. Dann schaue ich gerne mal bei Denner rein, der oft auch glaubwürdige Aktionen (Kaffee, Getränke allgemein, Toiletten- und Putzmittel) anbietet. Und dann führt mich mein Weg zu Migros, wo ich lediglich das noch zukaufe, was es in dieser Form nur dort gibt und was mir spezifisch schmeckt. Wobei auch der Migros in den Preiskalkulationen nicht sehr viel besser dasteht als COOP. Gottlieb Duttweiler würde sich da jedenfalls ab und an im Grabe drehen, wenn er denn wüsste, was auch dort so alles abgeht 😏!
    19 10 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 19.07.2015 14:28
      Highlight Highlight Also Migros ist für mich wesentlich glaubwürdiger. Dazu kommt noch das Thema soziales Engagement, wo sich meiner Meinung eine Migros stark einsetzt. Solches hat natürlich auch seinen Preis. Deshalb bin ich bereit hier einen CH Aufschlag zu bezahlen. Doch das hat seine Grenzen. Die Lidl/Aldi sind ab und an okay. Leider sind deren Geschäfte oft nicht ohne Fahrzeug zu erreichen.
      21 4 Melden
  • Gäry 19.07.2015 12:05
    Highlight Highlight Coop diskriminiert die kunden? Preis-Diskriminierung und Preis-Differenzierung ist das selbe ein bisschen schöner ausgedrückt. Ohnehin führt es zu einem Gesamtwohlfahrtsgewinn, was eigentlich sehr erfreulich ist. Zugegeben nimmt die produzentenrente stärker zu als jene der konsumenten...
    4 25 Melden
    • Karl33 19.07.2015 12:19
      Highlight Highlight "führt es zu einem Gesamtwohlfahrtsgewinn"
      Eine unbelegte eindimensionale BWL-Behauptung.
      43 3 Melden
    • Gäry 19.07.2015 22:51
      Highlight Highlight Keineswegs! Das ergebnis aus der theorie, die versucht die wirtschaft abzubilden. Ich habe auch von der gesamtwohlfahrt gesprochen... Dies bedeutet nicht, dass es den kunden besser gehen muss.
      4 5 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 20.07.2015 01:42
      Highlight Highlight @Gary, das Wort impliziert das aber.
      5 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Silas89 19.07.2015 11:51
    Highlight Highlight Ich finde es ja auch nicht gut. Prinzipiell ist das aber dasselbe, was ein guter Verkäufer intuitiv macht. Ein Kunde, der ohne zu murren bezahlt bekomme keine Rabatte. Andere versucht er mit Rabatten zu ködern. Fair ist das in keinem Fall. Neu ist es aber eigentlich nicht, nur der grosse Umfang.
    20 3 Melden
    • 1337pavian 19.07.2015 13:21
      Highlight Highlight Die Welt ist nicht fair, das macht sie so schwer!

      Frag Mario, der hat die Megatonnen gezählt.
      3 2 Melden
  • MergimMuzzafer 19.07.2015 11:17
    Highlight Highlight Eigentlich sind Coop und Migros ja Genossenschaften und keine AG's, das Ziel sollte und war einmal, den Kunden Lebensmittel möglichst günstig und gut anzubieten. Davon sieht man heutzutage leider nichts mehr. Das neue Preismodell hilft da nicht wirklich.
    70 3 Melden
    • Alnothur 20.07.2015 19:36
      Highlight Highlight Coop ist keine Genossenschaft mehr.
      3 2 Melden
  • elivi 19.07.2015 11:16
    Highlight Highlight Die US regierung als beispiel nennen? Ausgerechnet die??? Gabs echt kein besseres beispiel? Dort wo der datenschutz so viel wert is wie mein wc papier?
    23 16 Melden
    • strieler 19.07.2015 11:42
      Highlight Highlight genau das ist ja der clou an dem vergleich...
      40 0 Melden
    • Ben Tä 19.07.2015 11:56
      Highlight Highlight wenn gar den schurken ein streich zu mies ist, braucht man die teddies ja wohl kaum mehr zu fragen.
      29 1 Melden
  • Lumpirr01 19.07.2015 10:52
    Highlight Highlight Solange Coop in der Schweiz weiterhin luxuriöse Einkaufstempel einrichten kann, habe ich mit denen ein relativ kleines Erbarmen. Gegen den Einkaufstourismus hilft generell nur ein wesentlich tieferes inländisches Preisniveau. Die Preisgestaltung nach Kundenverhalten oder nach Wirtschaftskraft hilft ebenfalls nicht gegen den Einkaufstourismus, solange ich für 50 € den Einkaufswagen und für 1.05 € pro Liter Diesel den Tank füllen kann.
    18 16 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 20.07.2015 01:44
      Highlight Highlight Der Einkaufstourismus hat mehr etwas mit Mentalität zu tun...
      11 4 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 19.07.2015 10:25
    Highlight Highlight Ich meide Coop bereits heute. Weil ich bin nicht bereit, die zum Teil absurd hohen Preise zu bezahlen. Ein Beispiel von vielen, eine Mango für CHF 5.95 wo diese bei Migros und Aldi etwas über CHF 2.- kosten. Hallo, seid Ihr noch ganz bei Trost? Das ist ein weiteres Puzzleteil in ein bestehendes Bild. Coop versucht seine Kunden abzuzocken wo es möglich ist. Wer rechnen kann, kauft klar nicht bei Coop! Die anderen bezahlen gern "es bitzeli meh"!
    31 36 Melden
    • Bijouxly 19.07.2015 11:31
      Highlight Highlight Als ich meide Coop auch - aber sich überlegen, wie eine Mango 2.- kosten kann...
      40 3 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 19.07.2015 11:37
      Highlight Highlight Interessiert mich, wer da anonym "hated". Ihr seid die, gern "es bitzeli meh" Bezahler? ... noch etwas zum pricing. Warum sind bei Coop oft die günstigen Produkte nicht im Angebot oder ausverkauft? Damit dann der Kunde "es bitzeli meh" zahlt.
      12 12 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 19.07.2015 11:46
      Highlight Highlight @Bijouxly. Das ganze kommt mit dem Schiff in grossen Container. Die Mango sind aus dem Senegal. Wenn die CHF 6.- Mango wenigstens fair trade wären... aber die Produzenten bekommen da gleich wenig. Die Frage darf man sich deshalb überall stellen. Und ich bin bereit für fair trade einen Aufpreis zu bezahlen. Nicht aber für die "Produzentenrente" (Begriff aus der BWL vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Produzentenrente)
      23 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • sowhat 19.07.2015 09:49
    Highlight Highlight Warum wird sich hier aufgeregt, dass Coop Geld verdienen will? Gewinnmaximierung ist der Zweck eines Unternehmens. Logischerweise verdient ein Händler an den Kunden. Wenn diese Kunden ein Marketinginstrument damit unterstützen, dass sie ihre Daten frei geben, wird dieses Instument weiter eingesetzt. Wenn nicht wird es wieder fallen gelassen. Das ist wie mit den Selbstscanngeräten. Wenn alle Kunde die benutzen würden, hätten wir kaum noch Kassiererinnen. Zum Glück scannt immer noch nur ein kleiner Teil der Kunden selbst. So bleiben die Arbeitsplätze erhalten.
    Wir werden sehen wie die Mehrzahl der Kunden mit ihren Daten umgeht. Entsprechend wird sich dieses Pricing durchsetzen oder nicht.
    20 38 Melden
    • Gantii 19.07.2015 14:16
      Highlight Highlight es sind aber Genossenschaften und soweit ich weiss sollte eine Genossenschaft nicht Gewinnorientiert sein.
      13 1 Melden
    • strieler 20.07.2015 16:48
      Highlight Highlight sowhat: so wie du das mit den KassiererInnen korrekt abgeleitet hast - solltetst du aber auch verstehen können, dass es eben nicht das Ziel eines Unternehmens sein müsste, Gewinne zu maximieren... diese bequeme Prämisse hat sich einfach auf Unternehmerseite gehalten - z.B. bei fair-trade Produkten sieht man aber - dass der Konsument durchaus aber auch von sich aus höhere Preise zu zahlen. Worauf ich hinaus will: die hier dargestellte Preispolitik der Preisdiskriminierung scheint durchaus einer Mehrheit (aus verschiedenen Gründen) nicht zu passen - darum sollten wir dieses Angebot nicht wahr-
      0 0 Melden
    • strieler 20.07.2015 16:52
      Highlight Highlight nehmen und so Coop dazu bringen - diese Preispolitik wieder fallen zu lassen. Pèroblematisch dabei ist, dass Coop und Migros den CH-Markt durchaus dominieren - was die Wahlmöglichkeit einiger Personen(gruppen) wohl übermässig stark einschränkt und diese so alternativlos weiter bei Coop einkaufen müssen. Darum könnten wir ja schliesslich auch politisch eingreifen - wenn sich herausstellen sollte...
      0 0 Melden
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  • kiawase 19.07.2015 09:29
    Highlight Highlight gut zu wissen; ich werde COOP meiden in Zukunft... wer macht mit ?
    31 25 Melden
    • Gleis3Kasten9 19.07.2015 10:01
      Highlight Highlight Dann musst du aber auch fast alle Suchmaschinen meiden, genau so wie Seiten die ihren Content auch dich zuschneiden und von deinm Surfverhalten profitieren - also fast alle. Der Unterschied ist einfach, dass es im Detailhandel noch nicht so einfach ist wie zB im Internet, da nicht so gut wie überall ein Benutzeraccount dranhängt.
      48 5 Melden
    • Karl33 19.07.2015 10:28
      Highlight Highlight stitches, falsch. wir haben immer die wahl, was und wie wir etwas tun. im internet kann man zbsp so surfen, dass man möglichst wenig daten von sich preisgibt. genauso kann man sich beim einkaufen vorausschauend verhalten.
      allerdings ahne ich, dass die mehrheit von vor allem der jungen menschen dieser art von transparentem bürger und big data gleichgültig gegenüberstehen: 'ich habe nichts zu verbergen' ist der doofste spruch, den man täglich hört.
      23 9 Melden
    • MM 19.07.2015 11:08
      Highlight Highlight Der Vergleich mit dem Internet ist gar nicht so schlecht. Man ist in der Wahl eingeschränkt, benutzt kein Google und ähnliches mehr. Im Fall des Detailhandels wirft man die Supercard weg und bezahlt nur noch bar, denn die Banken werten unsere Daten genauso aus.

      Coop meiden und bei Migros poschten ist hingegen auch ein Witz: Die Daten werden auch dort im grossen Stil ausgewertet.
      17 0 Melden
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  • stadtzuercher 19.07.2015 09:14
    Highlight Highlight Das Vorgehen ist ziemlich clever. Viele dumme und minderintelligente Kunden werden sagen: Was kümmert mich, wenn ich meine Daten an die Firmen weitergebe, wenns günstiger wird.
    40 10 Melden
    • elivi 19.07.2015 11:14
      Highlight Highlight Ich würde nicht fast die ganze menschheit als dumm und minderintelligent nennen da sicher auch professoren darunter sind. Ausserdem gibts sehr viele die einfach nicht den luxus haben.
      9 6 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 19.07.2015 11:19
      Highlight Highlight Das hat doch nichts mit Intelligenz zu tun. Dumm ist höchstens, wer sich nicht mal die Frage stellt. Soll doch jeder selber entscheiden, wieviel ihm die Privatssphäre wert ist. Und jedem der sie etwas Wert ist für dem kommt Supercard und Cumulus eh nicht in Frage, egal was daran geknüpft ist.
      5 7 Melden
    • stadtzuercher 19.07.2015 11:28
      Highlight Highlight Elivi, welchen Luxus sollen nicht alle haben? Das Portemonnaie um bei Coop einkaufen zu gehen?
      4 1 Melden
  • flyingdutch18 19.07.2015 09:12
    Highlight Highlight Dass Coop diskriminiert, gehört zur neuen Geschäftspolitik, das kann ich bestätigen. Insofern erstaunt das Personalized Pricing überhaupt nicht. Da gibt es nur eines: Supercard vernichten und nicht mehr online im Coopkonzern einkaufen.
    28 7 Melden
    • Hans Jürg 19.07.2015 13:10
      Highlight Highlight Ich habe weder ein Pront-, noch eine Super- noch eine andere Card. Es gehtden Verkäufer gar nichts an, was ich wieviel kaufe.
      5 1 Melden
  • Maya Eldorado 19.07.2015 09:08
    Highlight Highlight Preise werden schon lange strategisch gestaltet.
    Das sieht man doch bei der Pharma. Da ist der Preis nicht nach dem gestaltet, was ein Medikament wirklich für die Forschung und Herstellung kostet, sondern nach dem, wo die gesundheitliche Not der Menschen am grössten ist.
    Da hab ich doch kürzlich ein prepaid-Natel gekauft für 29 Fr. Dazu kamen noch 10 Fr. Gesprächsguthaben.
    Ich glaub schon lange nicht mehr an die Ehrlichkeit der Preise.
    19 4 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 19.07.2015 08:08
    Highlight Highlight Dynamische Rabatte sind nich nicht das Gleiche wie differential pricing, aber sicher eine Vorversion davon.....
    29 1 Melden
  • Kronrod 19.07.2015 07:34
    Highlight Highlight Ökonomisch betrachtet, vergrössert differential pricing die Produzentenrente (produces surplus) auf Kosten der Konsumentenrente (consumer surplus). Das heisst, hier wird kein Wert geschaffen, sondern zusätzliches Geld wandert subtil aus den Taschen der Kunden zum Coop. Auf den ersten Blick scheint das zwar hier nicht der Fall zu sein, weil es ja um Rabatte geht. Sobald das Rabattsystem aber gut genug darin ist, die wenig zahlungskräftigen Kunden zu identifizieren, werden die Preise für alle anderen erhöht werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Konsumentenrente
    38 3 Melden
    • sheimers 19.07.2015 09:08
      Highlight Highlight Rabatte werden immer durch überhöhte Normalpreise kompensiert. Es macht gar keinen Unterschied, ob man jedem Kunden von Anfang an unterschiedliche Preise verrechnet, oder ob man einen sehr hohen Fixpreis anschreibt und jedem Kunden unterschiedliche Rabatte gewährt. Sinnvoll sind Rabatte ausschlieslich wenn es darum geht Ladenhüter kurz vor Ablaufdatum loszuwerden. Werden sie bei Neuwahren als Marketinginstrument eingesetzt ist das ganz einfach nur Kundenverarsche. Man zockt den einen Kunden ab und bevorzugt einen anderen. Oder es gibt scheinrabatt auf viel zu hoch angesetzte Phantasiepreise.
      33 0 Melden
    • buco 19.07.2015 09:32
      Highlight Highlight Es ist eben nicht der PRODUZENTENpreis. Der Produzent erhält immer gleich wenig. Es ist der Händlerpreis bzw. die Händlermarge. HÄNDLER muss man sein.
      10 1 Melden
    • stadtzuercher 19.07.2015 09:46
      Highlight Highlight Im TagiMagi gabs bereits vor einem Jahr einen ausgezeichneten Artikel zum gleichen Thema:
      "JEDER ZAHLT, WAS ER WILL
      Einer der grössten kapitalistischen Träume scheint gerade
      in Erfüllung zu gehen: der individualisierte Preis für Produkte
      und Dienstleistungen."
      Ab Seite 28
      http://blog.dasmagazin.ch/wp-content/uploads/2014/10/ma1442.pdf
      7 2 Melden

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Kurz vor der Abstimmung am 25. November lassen die Befürworter des neuen Sozialdetektiv-Gesetzes den Medien Videos von Versicherungsbetrügern zukommen. Diese Weitergabe von Observationsmaterial ist gemäss dem Eidgenössischen Datenschützer «nicht rechtens». Die Gegner der Vorlage sprechen von «sozialer Brandstiftung».

Das von der Aargauer Zeitung veröffentlichte Video zeigt einen Arbeiter, der gelenkig über Baugerüste geht und Wände streicht. Während der Observation arbeitete er teilweise elf Stunden auf einer Baustelle. Dabei litt er gemäss Arztberichten angeblich unter grossen Schmerzen an Schulter, Rücken und Knie und konnte deshalb offiziell lediglich drei Stunden am Tag als Magaziner arbeiten.

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