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FIFA: Sepp Blatters scharfe Kritik an Nachfolger Gianni Infantino

ZU DEN MELDUNGEN, DASS BEI DER FIFA ETHIKKOMMISSION MEHRERE ANZEIGEN GEGEN FIFA-CHEF GIANNI INFANTINO EINGEGANGEN SEIEN, STELLEN WIR IHNEN AM FREITAG, 3. JUNI 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG ...
FIFA-Präsident Gianni Infantino kriegt von Vorgänger Sepp Blatter kein gutes Zeugnis.Bild: EPA

Blatter attackiert Infantino: «Er will aus dem Fussball eine riesige Geldmaschine machen»

01.06.2020, 09:4601.06.2020, 13:10

Fünf Jahre nach den Chaostagen rund um den FIFA-Kongress in Zürich greift der frühere FIFA-Präsident Sepp Blatter seinen Nachfolger Gianni Infantino an und wirft diesem Hochmut und Grössenwahn vor.

Am 2. Juni 2015 gab Sepp Blatter in Zürich bekannt, dass er sein Amt als FIFA-Präsident abgeben würde. Was immer vermutet wurde, bestätigte der 84-jährige Walliser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er machte diesen Schritt auf Druck der USA. «Sie sagten: Der Kopf muss weg! Dann habe ich mein Mandat zur Verfügung gestellt – und plötzlich war die FIFA für die US-Justiz nicht mehr eine mafiöse Organisation, sondern ein Opfer.»

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2015 musste Blatter seinen Posten räumen.Bild: EPA/KEYSTONE FILE

Seither ist in den Augen Blatters im Weltfussball nichts besser geworden. Sein Nachfolger Gianni Infantino wolle «aus dem Fussball eine riesige Geldmaschine machen». WM mit 48 Teams, Aufstockung der Frauen-WM von 24 auf 32 Mannschaften, grosse Klub-WM mit 24 Teams: Infantino habe sofort alles grösser machen wollen. Doch: «Das geht nicht, das kann man nicht mehr verdauen.»

Blatter kritisiert seinen Nachfolger, der «von sich eingenommen» und «in die Megalomanie gegangen» sei. Blatter sagte: «In seinem Hochmut redet er auch nicht mehr mit Verbandspräsidenten, sondern nur noch mit Staatschefs.»

Blatter wittert Komplott

Gegenüber Keystone-SDA deutete Blatter an, dass Infantino an einem Komplott gegen ihn beteiligt gewesen sein könnte. «Es scheint, dass Infantino den Weg auf das FIFA-Präsidium freiräumen wollte. Dabei nutzte er den Kontakt zu seinem Jugendfreund Rinaldo Arnold, der die Verbindung mit dem Bundesanwalt herstellte. Könnte sein, dass dieser einfach gemerkt hat, dass da etwas drin ist für Infantino», so Blatter.

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WM-Vergabe 2010: Sepp Blatter zaubert das Wort «Qatar» aus dem Umschlag.Bild: Getty Images Europe

Es sei möglicherweise ein Komplott auch gegen den früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini gewesen. Dieser steht im Verdacht, seine Stimme bei der Vergabe für die WM 2022 an Katar verkauft zu haben. «Aber die FIFA will die WM dort spielen, um den Schein der Normalität zu wahren», so Blatter. Dabei könne man diese WM «null Komma plötzlich in England, Deutschland oder Japan spielen. Oder in den USA! Die USA müssten es sein, denn die waren ja Zweite damals bei der Auswahl 2010». Blatter selbst hatte seine Stimme den USA gegeben. Wenn die Amerikaner doch noch die WM 2022 organisieren würden, «hätte die Geschichte mir Recht gegeben». (pre/sda)

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