Android
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Internationale Razzia gegen Käufer der Schnüffel-Software «DroidJack» – Razzia auch in der Schweiz



Trojaner und andere Schadprogramme bedrohen seit Monaten die Sicherheit von Android-Smartphones. Nun holt die Justiz in Europa zum einem Schlag gegen die Schadsoftware «DroidJack» aus. Da die Anbieter im Dunkeln bleiben, richtet sich die Aktion gegen die Käufer.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ist in einer gross angelegten Razzia gegen Käufer der Überwachungssoftware «DroidJack» für Android-Smartphones vorgegangen. Polizeibeamte durchsuchten die Wohnungen von 13 Tatverdächtigen in den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Eine Hausdurchsuchung in der Schweiz

Den Käufern der Schnüffelsoftware «DroidJack» wird das verbotene Ausspähen von Daten und Computerbetrug vorgeworfen. Auch in vier anderen europäischen Ländern wurden Objekte durchsucht, darunter in der Schweiz, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt mitteilte.

Das Bundesamt für Polizei (fedpol) bestätigte diese Angaben. In der Schweiz sei es zu einer Hausdurchsuchung gekommen. Festnahmen habe es keine gegeben, sagte fedpol-Sprecher Alexander Rechsteiner auf Anfrage.

Nur für kriminelle Handlungen

Die deutschen Strafverfolger erklärten, «DroidJack» sei kein legales Werkzeug, mit dem beispielsweise IT-Firmen Sicherheitstests vornehmen könnten. Da Programm diene ausschliesslich dazu, kriminelle Handlungen zu begehen. «Mit der Schadsoftware können unter anderem der Datenverkehr überwacht, Telefongespräche und Umgebungsgespräche heimlich abgehört sowie mit der Smartphone-Kamera heimlich Bildaufnahmen gefertigt werden.»

Ausserdem könnten von dem infizierten Gerät Telefonate initiiert sowie SMS versandt, Daten eingesehen und verändert sowie der Standort des Smartphones lokalisiert werden. Die Schadsoftware sei insbesondere beim sogenannten «Phishing» im Online-Banking von erheblicher Bedeutung, da man mit ihr die mobilen TAN-Nummern der Banken abfischen könne.

Die Android-Smartphones seien unter anderem über manipulierte Apps, etwa mit einem Spiel, infiziert worden. Die Schadsoftware sei so konstruiert, dass sie auch von versierten Smartphone-Nutzern nicht ohne weiteres entdeckt werden könne.

Anbieter in Indien vermutet

Die Tatverdächtigen in Deutschland im Alter zwischen 19 und 51 Jahren sollen seit 2014 «DroidJack» über das Internet gekauft und dann eingesetzt haben. Der Anbieter der Software gibt ich im Netz nicht offen zu erkennen und sitzt vermutlich in Indien, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte er nicht sagen, wie die Fahnder an die Liste der Käufer von «DroidJack» gekommen ist. Neben den Durchsuchungen in Deutschland habe es auch Razzien in Grossbritannien, Frankreich, Belgien und der Schweiz gegeben.

Android ist das mit Abstand populärste Handy-Betriebssystem weltweit. Zudem ist die Google-Software relativ offen. Neue Programme können aus vielen Quellen installiert werden. Beim Konkurrenzprodukt iPhone ist das nur über den Apple -Onlineladen möglich. Deshalb attackieren einer Studie der IT-Sicherheitsfirma Symantec zufolge 94 Prozent aller Smartphone-Schädlinge Android. (whr/sda/dpa/reu)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Huawei hat das iPhone geklont. Was die Kopie taugt, zeigt unser Test

Mit dem P10 und dem P10 Plus schickt Huawei seine neuen Top-Smartphones ins Rennen. Dabei sollen vor allem die Fotofans angesprochen werden. Wir haben das Gerät getestet.

Zwei Wochen durfte ich das Huawei P10 Plus testen, zwei Wochen lang habe ich darauf gewartet, dass mich dieses neue Stück Technik aus den Socken haut. Nicht falsch verstehen: Das P10 Plus ist kein schlechtes Gerät. Leider sticht es aber auch nicht sonderlich aus der Masse hervor.

Ich habe das P10 Plus in der silbernen Variante erhalten. Ganz ehrlich? Als ich es ausgepackt hatte, dachte ich für eine Sekunde, ich hätte ein iPhone vor mir. Die Ähnlichkeit ist sogar so gravierend, dass die Leute …

Artikel lesen
Link zum Artikel