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Hochwasser
Zivilschützer bereiten Damm-Anlagen zur Abwehr des Hochwassers vor am Lago di Lugano. 
Zivilschützer bereiten Damm-Anlagen zur Abwehr des Hochwassers vor am Lago di Lugano. 
Bild: TI-PRESS

Höchste Gefahrenstufe im Tessin

15.11.2014, 20:2215.11.2014, 20:23

Das Tessin kommt nicht zur Ruhe. Nach einer kurzen Verschnaufpause hat in der Nacht auf heute erneut anhaltender Regen eingesetzt.

Verbreitet fielen im Tessin innert 24 Stunden 50 bis 70 Millimeter Regen, wie Ludwig Zgraggen, Meteorologe bei MeteoSchweiz, am Samstagabend auf Anfrage sagte. Lokal seien bis zu 100 Millimeter gefallen.

Weil die Schneefallgrenze teilweise auf bis zu 1000 Meter über Meer sank, fiel der Niederschlag mancherorts als Schnee statt als Regen. Teilweise habe es bis auf den Talboden hinuntergeschneit, sagte Alex Helbling vom Zivilschutz Locarno am Samstagabend auf Anfrage.

Höchste Gefahrenstufe

Die erneuten Regenfälle liessen den Pegel des Lago Maggiore am Samstag über das Niveau vom Donnerstag ansteigen. Am Samstagmorgen betrug er 196,53 Meter. Den Rekordpegel von 197,58 Metern aus dem Jahr 2000 wird der See jedoch kaum erreichen.

Beim Hochwasser gilt sowohl für den Lago Maggiore als auch den Luganersee die höchste Gefahrenstufe 5. Die Tessinerinnen und Tessiner können erst ab Sonntagmorgen mit einer Entspannung der Lage rechnen: Dann dürfte es aufhören zu regnen.

Ab Montag wird jedoch wieder Regen erwartet, wie Zgraggen sagte. Bis Dienstag könnten dann erneut verbreitet 40 bis 50 Millimeter Regen fallen, lokal auch mehr.

Geduldige Bevölkerung

Helbling erwartet, dass die Pegel ab Dienstag zurückgehen könnten, wenn auch nur langsam. Die vergangene Woche evakuierte Klinik Sta. Chiara in Locarno dürfte noch bis am Montag in einer Woche geschlossen bleiben, wie er sagte.

Die bisher getroffenen Schutzmassnahmen sind laut Helbling ausreichend. Die Bevölkerung Locarnos zeige sich sehr geduldig und zuversichtlich. In den betroffenen Stadtteilen sind Stege ausgelegt. 25 freiwillige Zivilschützer sind im Einsatz und transportieren unter anderem die Bewohner des besonders betroffenen «Quartiere Nuovo» in Schlauchbooten zu ihren Häusern.

Durch den vielen Regen besteht zudem weiterhin die Gefahr von Hangrutschen. Vergangene Woche waren eine Frau und deren kleine Tochter bei einem Erdrutsch im Malcantone ums Leben gekommen.

Weil die erwarteten Niederschläge weniger intensiv sind als jene der vergangenen Woche, nimmt die Hangstabilität gemäss dem Bundesamt für Umwelt zwar zu. Der Abgang von spontanen Rutschungen könne aber «weiterhin nicht ganz ausgeschlossen werden». In den Bergen herrscht zudem grosse Lawinengefahr. (sda)

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