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DER Enthüller

North Korean leader Kim Jong Un smiles as he gives field guidance at the construction site of apartment houses for educators of Kim Chaek University of Technology, in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang August 13, 2014. REUTERS/KCNA (NORTH KOREA - Tags: POLITICS) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA

Gemäss einer aktuellen Umfrage des Instituts Opinion-Poll sind 90 Prozent aller Nordkoreaner glücklich, zehn Prozent sogar sehr glücklich. Die schriftliche Umfrage wurde unter Aufsicht und mit zwei Antwortmöglichkeiten durchgeführt: glücklich / sehr glücklich. Bild: KCNA/REUTERS

Der Enthüller

«Völkerrecht wird überbewertet»– Nordkorea gratuliert SVP zur neuen Initiative



buzz orlger

Satire – kein Wort ist wahr!

Bern/Pjöngjang (den) – Die SVP-Initiative «Schweizer Recht geht fremdem Recht vor» sorgt im Ausland für Beifall. Rein theoretisch wäre durch die angestrebte Verfassungsänderung die Einführung der Todesstrafe oder eine Einschränkung der Meinungsfreiheit möglich. Was hier für Zündstoff sorgt, sehen Syrien, Weissrussland und Nordkorea weniger eng. Die Länder gratulieren der Schweiz zum mutigen Schritt. Besonders Nordkorea hält sich mit Lob nicht zurück. 

«Der grosse Führer beglückwünscht die Eidgenossen zu ihrem weisen Entscheid und hofft, dass die Initiative angenommen wird», lässt ein Regierungssprecher im nordkoreanischen Fernsehen verlauten. Bereits Kim Il-sung, der Grossvater Kim Jong-uns, habe erkannt, dass das Völkerrecht komplett überbewertet werde. «In Nordkorea halten wir uns seit Jahren nicht daran. Bisher hat sich keiner beschwert. Ganz im Gegenteil. Die Nordkoreaner sind so glücklich und zufrieden mit unserer Rechtsordnung, dass offiziell gerade mal 40 Menschen pro Jahr das Land verlassen.»

Schweizer entscheiden sachlich

«Sklaverei, Pressezensur oder Hinrichtungen, all das gibt es in Nordkorea nicht, Völkerrecht hin oder her», so Sprecher Him Sun-fun. Und das werde es auch in der Schweiz nie geben, da die Schweiz ein intelligentes Land sei, das kluge Entscheidungen treffe. 

Dieser Meinung ist auch Politexperte Michael Plank. «Die Schweizer entscheiden immer sachlich. Angstkampagnen fruchten in der schweizerischen Politiklandschaft nicht, dafür sind die Eidgenossen zu schlau.» Dass das Volk vernünftige Entscheidungen treffe, würden die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative, das Minarett- oder das Burka-Verbot im Tessin beweisen. Einzig beim Gripen habe das Volk versagt, «denn den hätte es wirklich gebraucht.»  

Plank bezweifelt des Weiteren, dass sich die Schweiz mit einer Annahme der Initiative der Diktatur annähert. «Das ist doch Blödsinn. Und selbst wenn: Denken Sie mal an die ganzen Vorteile, die so eine Diktatur mit sich bringt. Nie wieder Abstimmungsunterlagen studieren müssen, Schluss mit dem Kantönligeist und als Bonus gibt es etliche neue Arbeitsplätze im Rüstungsbereich.» Bevor es aber soweit ist, muss jedoch zuerst einmal die Initiative angenommen werden. Plank zeigt sich diesbezüglich zuversichtlich. «Christoph Blocher wird’s schon richten.» Der Politexperte empfiehlt Gegnern der Initiative eine Reise nach Nordkorea. «Wer an einer geführten Tour durch Pjöngjang teilnimmt, sieht, wie gut es den Menschen dort auch ohne Völkerrechte geht. So was wie Dichtestress kennen die auf jeden Fall nicht.»

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 

www.der-enthüller.ch
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    Alle Leser-Kommentare
  • Fulehung1950 15.08.2014 00:11
    Highlight Highlight Ich bin auch der Meinung, daß diese Angstmacherei wegen der neuen Initiative übertrieben ist. Es ist bekannt, dass der Regierung in Nordkorea keine Opposition entgegesteht und sie somit zügig das Land in die gewünschte Richtung entwickeln kann. Natürlich gibt es auch dort hie und da Leute, die unglücklich sind mit der Regierung. Aber denen hilft man mit vom Staat finanzierten Kuraufenthalten in spezialisierten Einrichtungen.
    Es ist auch längst bekannt, dass Nordkorea längst die 500 Watt-Gesellschaft hat, wir dagegen Mühe haben, die 2000-Watt-Gesellschaft zu realisieren. Dazu hilft auch, dass die Nordkoreaner traditionell früh schlafen gehen, was Aufnahmen aus dem All beweisen.
    • MM 15.08.2014 09:59
      Highlight Highlight "Vom Staat finanzierte Kuraufenthalte in spezialisierten Einrichtungen", sprich irgendwo in einem feuchten Loch eingesperrt. Wenn man bedenkt, dass es da nur Kerzenschein gibt, so leuchtet es auch ein, dass Strom gespart wird.
    • anthronaut 17.08.2014 15:11
      Highlight Highlight MMA, du bist aber schlau!
  • jessie.p 14.08.2014 19:11
    Highlight Highlight In diesen illustren Kreisen würden wir uns nach Annahme dieser Initiative tatsächlich bewegen. Der Vorschlag der SVP ist wirklich lächerlich aber die nötigen 100'000 werden sie leider locker finden... Dann muss nur noch das Parlament wie immer beide Augen feste zudrücken und schon wird aus Satire vielleicht bald schon Realität. Früh-Koreanisch statt Früh-Französisch? Immerhin ist Bibimbap lecker. http://-
  • klugundweise 14.08.2014 11:50
    Highlight Highlight Wie vor einiger Zeit zu lesen war, verbrachte ein Chef-Stratege der SVP Wanderwochen in Nordkorea (KEINE Falschmeldung!)
    Es erstaunt daher nicht, dass er sich von den dortigen politischen Vorstellungen inspirieren liess.
    Zu denken gibt nur, dass seine treue Gefolgschaft nicht langsam erwacht.

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