Die Mail, die mein Herz in 1000 Stücke zer-fe-tzt!
Emma
Ich sollte mich für deine Mail bedanken. Das werde ich nicht tun. Ich habe mich weder darüber gefreut noch war ich über den Inhalt erstaunt.
Die Mail ist so du. Du bist lustig und eloquent und so dramatisch. Hättest du einen Blog – Haha – man könnte meinen, wir wären die Neuzeit-Antwort auf Jack und Rose.
Das sind wir aber nicht, Emma. Wir sind zwei Erwachsene, die sich die Liebe verdammt schwer machen. Ich bin keineswegs frei von Sünde, Emma, ich werde das auch nie sein, aber das grösste Drama zeichnest du.
Du bist es, die vor meiner Haustüre steht. Du bist es, die mir auf dem Heimweg eines missglückten One Night Stand im Ausland Nachrichten schreibst.
Vor allem aber bist du es, die danach immer wieder mit Anlauf auf Feld null rennt und mich dabei ganz aus dem Game wirft. Ohne mich zu fragen, wie es mir geht. Was mir durch den Kopf geht. Geschweige denn mich zu fragen, was ich gerne will oder nicht will.
Du weisst, dass ich dich von Herzen liebe, aber, Emma, das nervt. Das ist fies, unfair und feige und führt jedes Mal aufs Neue ins emotionale Verderben.
Bist du da, bin ich machtlos. Stehst du vor der Türe, werde ich dich immer reinlassen. Liegst du auf meiner Brust, werde ich dich immer küssen. Gerätst du in die Krise, werde ich immer an deiner Seite sein.
Nicht, weil ich einfach ein netter Dude bin. Sondern weil ich nicht anders kann. Du weisst das sehr genau. Manchmal fühlt es sich für mich so an, als würdest du das ausspielen. Dir dann holen, wenn du's brauchst. Um es dann am nächsten Tag wegzuwerfen.
Ems, dieser Kreislauf aus Nähe und Distanz, aus Liebe und Schluss und Sex und Tschüss, macht mich müde, laugt mich aus und blockiert mich.
Auch macht es mich hässig, dass ich jeweils so schnell vergesse, wie hässig mich dein Verhalten macht. Bist du nicht da, weiss ich es. Denke ich an dich oder stehst du vor mir, ist alles weg und alles ist wunderbar.
Dabei ist es gar nicht wunderbar, Ems. Du hast keine Ahnung, was du willst. Das ist okay. Ich weiss es ja auch nicht. Aber ich mach's mit mir selber aus. Ich wünsche mir, dass du's auch mit dir ausmachst.
Ich weiss nicht, ob wir zusammengehören oder nicht. Aber ich weiss, dass ich keiner anderen eine faire Chance geben kann, solange du durch meinen Kopf, mein Herz und mein Quartier geisterst.
So tu ich jetzt etwas, das verdammt schwierig ist und sauweh tut, aber Ems, du musst gehen.
Nimm Zuckerwatte und wandere nach Alaska aus. Oder nach Bern. St. Gallen. Birmensdorf.
Aber geh.
Und komm erst wieder, wenn du bleiben willst.
Oder melde dich, wenn du mit tausendprozentiger Sicherheit weisst, dass du mich, uns, nicht willst. Nicht heute, nicht morgen, nicht im Altersheim.
Ich umarme dich.
Du fehlst mir.
Du nervst mich.
Und deine Zuckerwatte hat Mundgeruch.
Das geschieht dir recht,
Sandro
*Joke, Leute!
