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Neue Rollen für Väter: Sie sind keine Babysitter!

Väter wollen nicht auf ihre Rolle als Babysitter reduziert werden!
Väter wollen nicht auf ihre Rolle als Babysitter reduziert werden!bild: facebook
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Väter sind keine Babysitter!

Väter haben es satt, dass ihre Erziehungsarbeit nicht ernst genommen wird. Gleichzeitig leisten sie angeblich zu wenig. Ja, was denn nun?
16.05.2016, 16:4116.05.2016, 16:41
nils pickert / wir eltern
Ein Artikel von
Branding Box

Väter, die sich bei der Kindererziehung und im Haushalt mehr einbringen als es die Gesellschaft von ihnen erwartet, stehen gelegentlich vor einem bizarren Problem: Obwohl sie sehr offensiv und offensichtlich Verantwortung übernehmen, behandelt ihre Umwelt sie so, als wären sie mehr oder weniger aus Versehen und zufällig für den Nachwuchs zuständig.

Im Internet ist darüber jetzt eine Diskussion entbrannt. Väter, die gerade aktiv dabei sind, ihre Rolle als Hausmann zu gestalten, finden es anachronistisch und verletzend, wenn man sie darauf reduziert, dass sie ihre Kinder nur mal kurz babysitten würden:

«Ach DU hast heute die Kinder. Du Ärmster.»
«Ist schon wieder Wochenende, was? Na, keine Sorge! Am Montag kannst du wieder ins Büro.»

Und immer wieder Zweifel an der Befähigung und Fragen danach, wo eigentlich die Mutter steckt. Weil ohne Mutter geht ja nicht. Ich kenn das.

Jetzt auf

Als Freiberufler bin ich deutlich mehr Zuhause als meine Liebste und fühle mich in der Hauptsache für die Kinder zuständig. Dafür will ich keinen Applaus. Wir haben uns vor langer Zeit darauf verständigt, das ist mein Anteil an dem Ganzen.

Vater: Kindergeburtstag, Mutter: Job

Wenn sie sich also am anderen Ende des Landes um einen coolen Job bewirbt, schmeisse ich die Geburtstagsparty für Söhnchen. Inklusive Kuchenbacken und Wasserbombenschlacht. Mach ich gerne.

Wenn man mich deswegen übertrieben feiert (kommt vor), ist mir das unangenehm. Ganz besonders im Hinblick darauf, dass die Liebste im gleichen Atemzug als Rabenmutter stigmatisiert wird, die sich zu wenig kümmert. Wie kann sie nur und blablabla.

Trotzdem nervt es, wenn mich besorgte Mütter anrufen, ob sie ihr Kind nicht früher von der Feier holen sollen, weil es mir ja wahrscheinlich zu viel wird. Oder wenn die Schule trotz mehrmaliger Hinweise immer noch lieber die Mutter im Meeting stresst als den Vater, der Zuhause vor sich hinschreibt.

Väter, sagt diese Sätze nicht!

Andererseits definieren Väter ihre Rolle allzu oft ja genau so: Als Wochenendpapis, die sich auch mal kümmern. Und sagen dann Sachen wie:

«Du schuldest mir was, weil ich letztes Wochenende auf die Kinder aufgepasst habe.»
«Am Muttertag steh ich mal ganz früh auf und mach Frühstück für dich.»
«Ich schlafe eben tief und fest.»
«Mich stört der Dreck nicht so.»

Die Rolle von Vätern verändert sich gerade. Aber sie tut es sehr langsam. Der Weg zu tatsächlicher Gleichberechtigung ist noch sehr weit. Bis wir die erreicht haben, gilt: Verwechslungen nicht ausgeschlossen!

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