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Unternehmensgründung dank Corona: Not macht erfinderisch

Zero-Waste-Waschstreifen von bluu sind biologisch abbaubar und 100 Prozent rezyklierbar verpackt.
Kein Schleppen von Waschmittel mehr, ausserdem sind die Waschstreifen von bluu nachhaltig verpackt.illustration: fh schweiz/flavia korner
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Dieses Schweizer Start Up will den Waschmittelmarkt revolutionieren

Eine schwere Waschmittelflasche und die Corona-Krise machten aus Roman Stämpfli einen Start-Up-Unternehmer. Mittlerweile sind seine Zero-Waste-Waschstreifen in über 220 verschiedenen Verkaufsstellen und online erhältlich. Wie man mitten in der Krise ein erfolgreiches Business aufzieht, erzählt Roman im Interview.
19.10.2021, 10:3819.10.2021, 11:18
Larissa Speziale
Larissa Speziale
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Als Teilinhaber und Managing Partner von «Man’s World», wollte sich Roman Stämpfli wegen der Coronakrise ein zweites Standbein aufbauen. Er lancierte zusammen mit einem Kollegen kurzerhand Zero-Waste-Waschstreifen. Innert kürzester Zeit hat sich ihr neuer Brand etabliert. Bluu ist heute in mehr als 220 verschiedenen Verkaufsstellen und online erhältlich.

Roman, die Mission von bluu ist es, den Waschmittelmarkt auf den Kopf zu stellen. Gelungen?
Roman Stämpfli: Es ist zu früh, diese Frage zu beantworten. Es bleibt vorläufig unsere Mission. Mein Geschäftspartner und ich sind Nobodys im Waschmittelmarkt. Leute aus der Branche sagten, wir seien mutig beziehungsweise verrückt, uns in dieses Haifischbecken zu schmeissen. Okay, wir sind etwas naiv rangegangen – aber haben wohl einen Nerv der Zeit getroffen. Die Waschstreifen bringen viele Vorteile, die gefragt sind: Sie bestehen aus zusammengepresstem Waschmittelkonzentrat und sind deshalb leicht transportier- und anwendbar. Sie sind biologisch abbaubar, plastikfrei und in Karton verpackt. Bluu besetzt heute auf mehreren Online-Plattformen den Verkaufsrang Nummer eins in der Kategorie Waschmittel. Ich bin überzeugt, wir sind auf dem richtigen Weg, um unsere Mission umzusetzen.

bluu-Erfinder Roman Stämpfli
bluu-Erfinder Roman Stämpfli.Bild: zvg

Wie habt ihr es geschafft, euch in knapp einem Jahr so gut zu etablieren? Was ist euer Erfolgsrezept?
Wenn es eine Zauberformel gäbe, würde ich sie nicht verraten (lacht). Im Ernst: Es sind mehrere Faktoren, die dazu führten, dass wir erfolgreich gestartet sind. Erstens, der Zeitpunkt: Die Gesellschaft sucht nach mehr Nachhaltigkeit und kleineren Brands. Zweitens, das Corona-Virus: Die Leute bestellen häufiger online. Bluu kann dank seiner handlichen, leichten Verpackung sehr einfach versendet werden. Es eignet sich hervorragend für den E-Commerce. Drittens, das Produkt: Bluu ist einfach erklärt und praktisch zu transportieren sowie anzuwenden. Kurz: Wir haben das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt rausgebracht. Dazu kommt, dass jedes einzelne Teammitglied tagtäglich hundertprozentiges Commitment in Marketing, Branding, Community Building und PR steckt. Ohne diese harte Arbeit wären wir nicht dort, wo wir heute stehen.

Welches Wissen oder welche Erfahrungen haben dir beim Aufbau des Unternehmens geholfen?
Die Basis ist meine breite betriebswirtschaftliche Grundlage. Vor allem die lösungsorientierte Herangehensweise und gewisse Modelle sind unabdinglich. Aber ohne meine unternehmerischen Erfahrungen hätte ich es wohl nicht gewagt, das Startup zu gründen. Ich bin vor sechs Jahren als Managing Partner der Lifestyle-Messe «Man’s World» eingestiegen und habe sie zusammen mit zwei Geschäftspartnern aufgebaut. Ich habe dabei wahnsinnig viel gelernt, das auch für bluu sehr wertvoll ist.

«Die Gesellschaft sucht nach mehr Nachhaltigkeit und kleineren Brands. Wir haben das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt rausgebracht.»
Roman Stämpfli, Mitbegründer bluu
Contentpartnerschaft mit FH Schweiz
Die Beiträge dieses Blogs stammen vom Dachverband der Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen (FH Schweiz). Darin geht es um Arbeit, Karriere sowie Aus- und Weiterbildung. Es handelt sich nicht um bezahlten Content. (red)

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, ein neues Waschmittel auf den Markt zu bringen?
Der Auslöser war die Corona-Krise. Meine wirtschaftliche Situation als Teilinhaber einer Messe gestaltete sich ziemlich schwierig. Das hat etwas ausgelöst. Es hat mir Kraft gegeben, Neues zu initiieren. Ich wollte schon immer ein eigenes Unternehmen gründen und habe mir über die Jahre Prämissen notiert. Ich wollte kein zusätzliches Produkt erfinden. Zudem soll der Artikel einen positiven, beziehungsweise weniger negativen Impact auf die Umwelt haben als herkömmliche Alternativen. Nicht zuletzt war das Ziel, die Masse zu erreichen – mit etwas, das alle brauchen und das für den E-Commerce geeignet ist. Die konkrete Idee hatten mein Geschäftspartner Marko Vidmar und ich bei einem Nachtessen, nachdem ich mal wieder eine schwere Waschmittel-Flasche vom Einkauf nach Hause geschleppt habe.

Wie geht es weiter mit bluu?
Die nächsten Schritte sind einerseits die Expansion, in erster Linie nach Deutschland, anfangs 2022. Andererseits wollen wir gleichzeitig die Produktion nach Europa holen. Bis jetzt gibt es hier keine Produzenten. Wir produzieren momentan in China, weil der Neuaufbau einer Produktion sehr aufwändig ist. Wir haben die Produzenten sowie die Rohstoffe sorgfältig ausgewählt und können voll und ganz dahinterstehen. Trotzdem, die Produktion im Vertriebskontinent ist natürlich nachhaltiger. Überdies wollen wir in der Schweiz flächendeckender in den Retail einsteigen.

Was gibst du anderen Menschen mit einer Business-Idee auf den Weg?
Es braucht Motivation, Wille und Macher-Spirit, um eine Idee umzusetzen. Das Wichtigste ist jedoch, einfach mal loszulegen. Es ist nicht nötig, alles reinzugeben, aber ein gewisses Risiko musst du auf dich nehmen. Wenn es läuft, musst du viel Zeit investieren. Es ist mehr als ein Hobby. Mir scheint auch wichtig, die richtigen Leute um sich herum zu haben. Menschen, die einen beraten. Ich persönlich brauche einen Geschäftspartner, damit ich mich nicht verrenne. Und für den Erfolg hilft am Schluss einfach auch eine Portion Glück. Wenn jemand das Reissen hat, soll er oder sie es unbedingt wagen. Zu spät ist es nie.

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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AlleNicksVergeben
19.10.2021 11:50registriert Mai 2021
Meine Erfahrung mit wascho und bluu: Die Wäsche wird nicht sauber. Selbst mit doppelten Streifen. Sehe keinen Zweck, zuerst mit diesen Mitteln und anschliessend noch normal zu waschen.
Müssen Werbebeiträge eigentlich nicht deklariert werden?
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G͓͚̼u͇̠̞g̻͚͔i̺̘̘
19.10.2021 10:58registriert August 2015
Hab ich's überlesen, oder wird aus dem Artikel schlicht nicht klar, was genau dieses Bluu ist, und wieso es so viel besser sein soll als herkömmliches Waschmittel?

Ausserdem: Solange sie in China produzieren bleibt bei mir ein grosses Fragezeichen bei der Nachhaltigkeit (und den Arbeitsbedingungen), egal, wie sehr sie dahinter stehen.
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RAZZORBACK
19.10.2021 12:34registriert Februar 2017
Ich habe bluu auch ausprobiert und war mit dem Ergebnis gar nicht zufrieden. Musste die Wäsche konventionell nachwaschen.
Ich habe leider erst später gelesen, dass es in China produziert wird.
Somit ist die Nachhaltigkeit überhaupt nicht gegeben und mehr als Fragwürdig ein solches Produkt zu kaufen und zu unterstützen.

Da Kommt mir gleich der Schuhersteller ON in den Sinn 😫(gross mit SWISS ENGENEERING werben und dann aber in Vietnam billig herstellen lassen)
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Liebe Monogamie, wir müssen reden!
Obwohl sich Sandro und ich ständig in andere verlieben, leben wir (noch?) monogam. Das ist zwar romantisch und entspricht vor allem meinen Vorstellungen im Herz. Der Körper sieht's irgendwie anders. Ein Konflikt in mehreren Akten.

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