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Yonnihof superheld

Bild: Shutterstock

Yonnihof

All By Myself



Die übergewichtigen Spatzen pfeifen es von den Dächern (übergewichtig, da das Ausbleiben des Winters sie nicht zum Flug gen Süden zwang und sie sich stattdessen an Frau Steinmeiers Vogelknödeln überfrassen): Der Frühling ist da, meine Damen und Herren! 

Oh ja. In den Hinterhöfen mauzen wieder die Kater (vier Beine) und die Katzen (zwei Beine) auf der Suche nach «Liebe», die Mädchen holen sich an den temperaturmässig überschätzten Abenden am See ihre letzte Blasenentzündung der Saison und man findet mit dem Velo wieder immer öfter keinen anständigen Parkplatz. 

«Und auch sie kriechen aus ihren Höhlen: Die verliebten Pärchen.»

Und auch sie kriechen aus ihren Höhlen: Die verliebten Pärchen. Beim Weihnachtsshopping griffen sie nach derselben Freitag-Tasche und haben sich «seither nicht mehr losgelassen» (*anschmacht*). Oder aus dem mehr oder weniger geplanten gemeinsamen Aufwachen am Neujahrsmorgen entstanden sanfte Bande der Liebe (*verliebtlächel*). Oder er hat sie ritterlich zusammengelesen, als es sie in bitterer Kälte mit dem Velo auf den Tramschienen auf ihre herzige Fresse gehauen hat (*grinskraulküssli*). 

Und heute sitzen sie mit verknoteten Zungen am See und lassen die ganze Welt wissen: ER/SIE IST DIE/DER EINE! 

Ich persönlich finde das ja eigentlich wirklich uu schön – ausser vielleicht, wenn ich was essen will und es nebenan so sehr schnalzt beim Küssen, dass es sich um afrikanische Khoisan-Wörter handeln könnte. Und natürlich wünsche ich mich im Frühling ebenfalls in die Arme eines witzigen, verständnisvollen jungen Clint Eastwoods.

Verliebtsein ist das schönste Gefühl der Welt! 

Aber verzagt nicht, meine lieben Single-Freunde: Für diejenigen, die – wie meine Wenigkeit – aber gerade nicht über das passende Gegenstück verfügen, habe ich hier einige Aktivitäten und einige Vorteile gesammelt, die das Single-Leben birgt: 

«Im Park bei den Tischtennistischen eine Runde «Ping» spielen.»

Man kann im Park bei den Tischtennistischen eine Runde Ping spielen. 

Man kann im Globus am Bellevue ein überteuertes Püürli kaufen und an die aggressiven Arschlochschwäne am See verfüttern, bis einen diese angreifen und man sehr peinlich davonrennt.

Man kann endlich ein solches Einer-Fondue für die Mikrowelle aus der Migros ausprobieren - das wollte man ja schon immer.

Man kann sich beim Besuch im Thermalbad endlich einmal die anderen kopulierenden Paare ansehen, weil man nicht selber damit beschäftigt ist.

Man kann zwei Tage ungeduscht zuhause rumgammeln, Trash-TV schauen, sich abends betrinken und schreien «Haha! Wer braucht schon einen Typen!», um dann ein bisschen über sich selber zu weinen.

«Haha! Heiratsstrafe!»

Man kann trotz des Anschisses beim Erhalt der Steuerrechnung über die Heiratsstrafe lachen.

Das Bad ist nie besetzt, es liegen keine Bartstoppeln im Lavabo und man setzt sich nachts im Dunkeln nie mit dem blutten Füdli auf die WC-Schüssel, weil jemand anders die Brille oben gelassen hat.

Man kann im Ausgang einem Wildfremden die Zunge in den Rachen stecken und verliert dabei nur ein bisschen Würde, jedoch keinen Partner.

Und last, but certainly not least: Der/die Eine ist noch da draussen und wartet, von einem gefunden zu werden - und eventuell zwitschern im nächsten Frühling die dicken Spatzen unsere eigene Liebe von den Dächern. Wer weiss...

Yonnihof Yonni Meyer

Yonni Meyer

Sie gilt als das neueste Schweizer Facebook-Phänomen: Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen - direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony - aber nicht weniger unverblümt.
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Yonnihof

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