Der Enthüller
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Nationalraete debattieren am Dienstag, 17. Maerz 2015, waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Dieser Saal muss ihr erklärtes Ziel sein, falls Sie den politischen Weg einschlagen. Nationalratssaal in Bern. Aber starten sollten Sie klein. Zum Beispiel in der Kirchpflege oder für Atheisten und Lehrerhasser in der Schulpflege. Bild: KEYSTONE

Der Enthüller

10 Fragen, die Sie sich stellen müssen, wenn Sie in den Politbetrieb einsteigen wollen.

pavel kulicka



Zürich (den). Letztes Wochenende wurde in Zürich gewählt, der nationale Wahlkampf ist also lanciert. In den nächsten Wochen wird deshalb noch mehr über Politik und speziell Politiker geschrieben, berichtet und geflucht. Trotzdem stellen sich auch in diesem Moment wieder unzählige Schweizer Bürger die Frage «Soll ich heute schon die Sommerreifen montieren?», gefolgt von «Wäre eine Politkarriere etwas für mich?» Die erste Frage können wir Ihnen nicht beantworten und verweisen Sie gerne an unsere Freunde von Kachelmannwetter.de. Für die zweite Frage haben wir hier eine Checkliste zusammengestellt. 

Sollten Sie 60% der Aussagen mit JA beantwortet haben, wünschen wir Ihnen viel Vergnügen im Politzirkus.

1. Sie haben kein Problem damit, ihre wertvolle Zeit in einem Parlament zu verplämpern. 

2. Sie stehen gerne tagelang an Infoständen herum und probieren ahnungslose Bürger mit Schokotäfelchen und Rosen von ihrem Parteiprogramm zu überzeugen.

Kantonsratskandidaten der SP Stadt Zuerich

Joo, Tee und Schoggi, so lässig ... Bild: KEYSTONE

3. Sie finden es toll, während einer Session von schmierigen Lobbyisten und/oder von bekifften Umweltaktivisten zum Zmittag/Fencheltee eingeladen zu werden um danach deren Meinung im Parlament zu vertreten.

4. Sie lassen sich gerne von anderen Menschen (gegnerischen Politikern, Nachbarn, Pendlern, Lesebriefschreibern und Internettrollen) als inkompetentes Arschloch, untervögelte Feministin oder neonazionalistischer Waldmörder betiteln.

5. Als Mann: Sie schicken gerne Nacktfotos an labile Frauen, um dann zuerst von der Presse in die Pfanne gehauen und Tage später als reumütiges Opfer einer zionistischen Schmierenkapagne bemitleidet zu werden.

6. Als Frau: Sie lieben es von männlichen Politikern und der Boulevardpresse primär nach Ihrem Aussehen und erst danach nach Ihrem Fachwissen beurteilt zu werden.

Bild

Ex-Miss Schweiz Nathalie Rickli sieht der SVP-Nationalrätin Dominique Rinderknecht tatsächlich zum Verwechseln ähnlich.

7. Sie verbringen in Zukunft gerne sämtliche Ferien in der Schweiz, weil Ihnen das Reisen in andere Destinationen als unpatriotisch ausgelegt werden könnte.

8. Sie schimpfen gerne über Scheinasylanten, Scheininvalide, Papierlischweizer, linke Gutmenschen, EU-Turbos, Einkaufstouristen, Steueroptimierer, Autofahrer und Zweitwohnungsbesitzer, nehmen es dann aber nicht mehr ganz so streng, wenn Sie dann mal selbst eine Zweitwohnung kaufen, Steuern optimieren, ennet der Grenze einkaufen gehen usw.

9. Sie sammeln gerne 18 Monate lang bei Wind und Regen Unterschriften für Initiativen, die dann nicht gültig sind, weil irgendwo ein paar gültige Unterschriftenbögen liegen geblieben sind oder an der Urne mit 92 Prozent abgewatscht werden.

10. Sie werden gerne am Sonntag von der Presse aus dem Bett geschäucht, um irgend einen sozial-, aussen-, umwelt-, innen- oder verkehrspolitischen Hirnfurz eines Parteipräsidenten zu kommentieren.

Konnten wir Sie von ihrem Unterfangen abbringen? Nein? Dann tun Sie uns wenigstens den Gefallen und fertigen Sie ein paar Plakate nach diesem Vorbild von Kollege Toggweiler an. Auf jeden Fall wünschen wir Ihnen von Herzen Glück, Ausdauer und einen guten Social-Media-Berater.

Ihr Enthüller

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

www.der-enthüller.ch
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    Alle Leser-Kommentare
  • isaac reber 15.04.2015 00:48
    Highlight Highlight Selten so einen dummen Artikel gelesen. Völlig hemmungslos wird kaum ein noch so billiges Klischee ausgelassen. Ganz offenbar ist dem Autor nicht bewusst, dass er hier mainstream nicht etwa kreiiert, sondern in devotester Art und Weise lediglich bedient. Ja hallo, Grüezi!

    Ein Politiker, dem der Job, der nicht besser und schlechter ist als Schumacher oder Firmenboss, (zumeist) Spass macht.
    • AdiB 15.04.2015 09:04
      Highlight Highlight die habrn wohl den "falsch meldung"-button übersehen?
  • Androider 15.04.2015 00:24
    Highlight Highlight Wie ihr Witz und Realität verschmelzt, damit einer neuer Artikel entsteht, bei dem ich mich jeweils vor Lachen kaum halten kann :'D Danke dafür ^^
  • Metalhat 14.04.2015 23:48
    Highlight Highlight Shit, ihr seid zu spät, bin schon Gemeinderat :(

    Aber was mich wirklich interessierte, ob ich die Sommerreifen aufziehen kann, weiss ich noch immer nicht! ;P
  • Blissfully 14.04.2015 20:01
    Highlight Highlight Genau das lieb ich an Watson. Macht weiter so :)

DER Enthüller

Bundesrat verbietet internationalen Tag des Glücks

Bern (den) – Schlechte Nachrichten für alle, die am 20. März den internationalen Tag des Glücks feiern wollten. Der von der UNO ausgerufene Feiertag darf in der Schweiz nicht zelebriert werden. Dies hat der Bundesrat heute in einer Erklärung auf seiner Webseite bekanntgegeben. «Als neutraler Staat kann die Schweiz an diesem Anlass leider nicht teilnehmen», heisst es da. Und weiter: «Öffentlich zelebrierte Fröhlichkeit passt jenseits des ersten Augusts nicht zum Naturell …

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