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epa04727269 Police experts leave the grounds of an apartment complex in Oberursel, Germany, 30 April 2015. German police on Thursday seized a home-made bomb during a raid on an apartment and car in a town north of Frankfurt, officials said, likely thwarting a terrorist attack. Forensic experts spent the day combing the apartment in Oberursel, which lies near Frankfurt.  EPA/BORIS ROESSLER

In einer Wohnung in Oberursel wurden Rohrbomben gefunden. Bild: EPA/DPA

Ehepaar kauft viel Wasserstoffperoxid: Die deutsche Polizei vereitelt vermutlich einen Terroranschlag



Die deutsche Polizei hat vermutlich einen Terroranschlag vereitelt. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Oberursel bei Frankfurt am Main wurden in der Nacht zum Donnerstag eine funktionstüchtige Rohrbombe gefunden und ein Ehepaar festgenommen.

Die Bombe sei geeignet gewesen, einen Anschlag zu verüben, sagte der stellvertretende Leiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Stefan Rojczyk. «Vermutlich ist durch die Festnahme nach polizeilichem Ermittlungsstand ein terroristischer Anschlag vereitelt worden», sagte der hessische Innenminister Peter Beuth in Wiesbaden.

epa04726833 German police and forensics officers work in front of an apartment in a complex in Oberursel, Germany, 30 April 2015. A German special police task force commando have conducted an anti-terror raid near Frankfurt am Main and have taken a man and a woman into custody.  EPA/ARNE DEDERT

Bild: EPA/DPA

Dies habe die Durchsuchung der Wohnung des Paars bestätigt. Dem Zugriff seien wochenlange Ermittlungen vorausgegangen. Es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds.

Radrennen in Frankfurt nach Bombenfund abgesagt 

Nach dem Bombenfund in Oberursel ist das für heute Freitag geplante Profi-Radrennen «Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn» abgesagt worden. Dieser Entscheid traf das hessische Landeskriminalamt am Donnerstagabend. Hinweise auf eine eventuelle Gefährdung der Bevölkerung seien der Grund. Das traditionsreiche Rennen durch die Taunusberge sollte um 12.00 Uhr gestartet werden und über 206,9 Kilometer führen. Im Zusammenhang mit dem Bombenfund wurden am Donnerstagmorgen zwei Personen festgenommen. Die Behörden gehen von einem islamistischen Hintergrund aus. Ein geplantes mögliches Anschlagsziel sei derzeit nicht bekannt. «Allerdings gab es deutliche Überschneidungen von Streckenverlauf des Radrennens und Bewegungsprofil der festgenommen Personen», hiess es in der Mitteilung. Aufgrund der Tatsache, dass zum aktuellen Zeitpunkt noch zu viele Fragen offen seien, gehe die Sicherheit unbedingt vor. (si/dpa) 

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft von einer rein präventiven Polizeiaktion gesprochen. «Wir haben von einem konkreten Anschlag nichts gewusst», sagte Rojczyk.

Beschuldigte schweigen

Die Festgenommenen - ein 35 Jahre alter Mann und eine 34 Jahre alte Frau - schwiegen in ersten Vernehmungen. Der Mann sei deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, die Frau Türkin, sagte Rojczyk.

Die Behörden waren auf das Paar aufmerksam geworden, nachdem die Frau unter falschem Namen drei Liter Wasserstoffperoxid in einem Baumarkt gekauft hatte. Dieser Stoff sei zum Bombenbau geeignet, sagte Rojczyk. Der Kauf von Wasserstoffperoxid in einer bestimmten Menge ist meldepflichtig. Der Baumarkt habe die Polizei informiert.

In der Wohnung wurden auch ein Gewehr und scharfe Munition sichergestellt. Ausserdem fanden die Ermittler einen konservativen Koran-Text.

Verbindung zur Sauerland-Gruppe

Der 35-Jährige habe vor Jahren Verbindung zur islamistischen Sauerland-Gruppe gehabt. Vier Mitglieder der Sauerland-Gruppe waren 2012 wegen der Planung von Terroranschlägen verurteilt worden.

Am Freitag seien zahlreiche Veranstaltungen mit viel Publikum in der Region geplant, deshalb hätten die Behörden schnell gehandelt, sagte Rojczyk. So wurde der für diesen Freitag geplante Radklassiker «Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt» abgesagt, wie das Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden mitteilte.

Es habe Überschneidungen von Streckenverlauf des Radrennens und Bewegungsprofil der festgenommen Personen gegeben, hiess es in der Mitteilung. Mehrere Hundert Polizisten durchkämmten am Donnerstag den Wald an der Rennstrecke, fanden aber zunächst nichts. (sda/dpa)

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