Digital
Apps

Signal-Messenger treibt Schutz vor Quantencomputer-Hackern voran

Die Signal-App soll neu vor Quantencomputer-Hackern schützen

20.09.2023, 13:0120.09.2023, 14:46

Der unabhängige Messenger-Dienst Signal hat am Dienstagabend per Blog-Post eine zukunftsweisende Verbesserung angekündigt: Das Signal-Kommunikationsprotokoll habe ein technisches Upgrade erhalten, um vor neuartigen Hackerangriffen mit Quantencomputern geschützt zu sein.

In einem Blog-Post heisst es:

«Mit diesem Upgrade fügen wir eine Schutzschicht gegen die Bedrohung durch einen Quantencomputer hinzu, der in der Zukunft gebaut wird und leistungsfähig genug ist, um die aktuellen Verschlüsselungsstandards zu brechen.»
quelle: signal.org

Die Präsidentin der gemeinnützigen Signal-Stiftung, Meredith Whittaker, zeigte sich bei X (Twitter) stolz: Signal sei der erste grosse Messenger, der «Quantenresistenz» biete.

Bereits in App integriert

Das neue Protokoll soll in der neusten Version des Signal-Messengers bereits integriert sein, wie golem.de festhält. Es werde automatisch verwendet, sobald beide Teilnehmer eines Chats die aktuelle App-Version verwenden.

«Auch wenn noch unklar ist, wann tatsächlich entsprechend leistungsfähige Quantencomputer verfügbar sind, sieht die ‹Signal Foundation› in der technologischen Entwicklung auf diesem Sektor ein reales und wachsendes Risiko. Neuartige quantenresistente Kryptografieverfahren sollen dabei helfen, sensible Daten auch in der Zukunft vor unbefugten Zugriffen zu schützen.»
quelle: golem.de

Der ebenfalls quelloffene und mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgesicherte deutsche Webmail-Anbieter Tutanota gratulierte den Signal-Entwicklern zur «Quantensicherheit». Der Schritt sorge dafür, «dass alle unsere Daten jetzt und in Zukunft sicher bleiben». Man wolle dies auch tun.

Uni Genf entwickelt Sensor

Das deutsche Techportal schreibt, dass Google letzten Monat ebenfalls angekündigt habe, «passwortlose Log-ins» sowie mit Google Chrome aufgebaute Verbindungen durch quantenresistente kryptografische Verfahren abzusichern.

Im März hatten Forschende der Universität Genf über einen neuen Sensor mit bisher unerreichter Leistung für die sogenannte Quantenverschlüsselung informiert. Diese neuen Hacker-Detektoren seien in der Herstellung nicht komplexer als die bereits auf dem Markt erhältlichen Geräte.

Die Signal-Stiftung wurde 2018 vom Kryptografie- und Cybersicherheits-Experten Moxie Marlinspike und dem WhatsApp-Co-Gründer Brian Acton ins Leben gerufen. Sie hat ihren Sitz in den USA und bezweckt die Entwicklung von Open-Source-Technologie, die «die freie Meinungsäusserung schützt und eine sichere globale Kommunikation ermöglicht».

Quellen

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So läuft eine Ransomware-Attacke ab
1 / 17
So läuft eine Ransomware-Attacke ab
2021 machte watson publik, dass die am Genfersee gelegene Waadtländer Gemeinde Rolle von einem massiven Daten-Leak betroffen war – die Folge einer Ransomware-Attacke. In dieser Bildstrecke erfährst du, wie ein solcher Hackerangriff abläuft. Die wenigsten Leute wissen, was kriminelle Eindringlinge in fremden IT-Systemen so alles treiben.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Strandbesucher retten riesigen Mako-Hai in Florida
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Lösegeld bei Ruag-Erpressung: Spielten US-Interessen eine Rolle? – die Sonntagsnews
Bundesrat Albert Rösti will die Einnahmen aus der CO2-Abgabe künftig in die Bundeskasse lenken und wegen sprachlicher Hürden kam es laut einer Sust-Untersuchung in der Westschweiz fast zu einer Zugkollision: Die Sonntagsnews.
Bundesrat Albert Rösti plant laut «NZZ am Sonntag» einen radikalen Umbau der Klimaabgaben. Demnach will er die CO2-Abgaben auf fossile Brennstoffe nicht mehr der Bevölkerung und der Wirtschaft zurückgeben, sondern das Geld soll vollumfänglich in die Bundeskasse gehen. Der Umweltminister wolle ab 2030 auf ein Emissionshandelssystem setzen. Mit dem Wegfall der CO2-Abgabe entfalle auch die heutige Rückverteilung, zitiert das Blatt Röstis Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Der Bund wolle mit den so generierten zusätzlichen Einnahmen von mutmasslich mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr neue klimapolitische Massnahmen finanzieren. Die Menschen in der Schweiz erhielten das Geld bisher als Rabatt auf ihre Prämien für die obligatorische Krankenversicherung gutgeschrieben. Kritik komme auch aus Röstis eigener Partei, der SVP. «Wir sehen das sehr kritisch», zitierte die Zeitung den Solothurner Nationalrat Christian Imark.
Zur Story