Digital
International

Irak verbietet Telegram zum Schutz der nationalen Sicherheit

Irak verbietet Telegram zum Schutz der nationalen Sicherheit

06.08.2023, 18:3807.08.2023, 10:50

Nach Brasilien hat auch der Irak eine landesweite Sperre für die Nachrichten-App Telegram angeordnet. Grund sei der Schutz der nationalen Sicherheit, begründete das irakische Ministerium für Kommunikation den Schritt laut einem Bericht der Staatsagentur INA am Sonntag. Zudem gehe es um den Schutz persönlicher Daten. Staatliche Stellen hätten das Unternehmen hinter dem Messengerdienst vergeblich um Zusammenarbeit gebeten, um Kanäle zu sperren, die offizielle und persönliche Daten verbreiten würden.

Telegram ist im Irak sehr verbreitet – auch in Teilen der Regierung. Die staatliche Nachrichtenagentur INA hat dort 260'000 Abonnenten.

Pro-iranische Milizen

Die App wird teils auch von pro-iranischen Milizen genutzt. Teils wurden in Telegram-Kanälen die Namen oder andere private Daten etwa von Sicherheitskräften verbreitet, so auch nach gewaltsamen Ausschreitungen im Irak im Herbst 2021. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die im Irak und im benachbarten Syrien einst weite Gebiete beherrschte, verbreitet Botschaften über Telegram.

In Brasilien hatte die Justiz Telegram im April vorübergehend landesweit gesperrt. Hintergrund waren dort Ermittlungen zu Neonazi-Gruppen und Chatgruppen, die über Telegram zu Gewalt in Schulen aufgerufen haben sollen. 2022 hatte die brasilianische Justiz bereits schon einmal Telegram für rund zwei Tage landesweit sperren lassen, damals wegen Verstössen gegen frühere Justizentscheidungen.

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
«Die NSDAP hat sich besser getarnt als die AfD» – Aktivist Philipp Ruch sieht braun
Der Schweizer Weimarforscher und Aktionskünstler in Berlin, Philipp Ruch warnt unser Land vor dem Faschismus. Sein neues Buch «Der Rückfall» wirft Fragen auf.
Das Gespräch mit dem kontroversen Schweizer Politaktivist ist brisant.  Er erklärt, wieso die NSDAP damals die AfD heute ist. Und weshalb durch Alice Weidel als Vorhut der deutsche Faschismus die Schweiz militärisch angreifen wird.
Zur Story