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«Castlevania: Belmont’s Curse» im Test. So gut ist das Game wirklich

Wuchtiger Blutmond und gruseliges Schloss: «Castlevania» ist wieder da.
Wuchtiger Blutmond und gruseliges Schloss: «Castlevania» ist wieder da.bild: zvg
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Darum ist «Castlevania: Belmont’s Curse» ein wunderschönes Comeback geworden

«Castlevania» ist zurück! Pünktlich zum 40. Geburtstag bekommen Konsolen- und PC-Spieler eine neue Episode spendiert, die alte und neue Fans gleichzeitig begeistert.
19.10.2026, 20:0319.10.2026, 20:26

Ach, «Castlevania». Der allererste Ausflug in Draculas Schloss auf dem NES (1986) war eine kleine Offenbarung und man war sich sicher, besser geht es gar nicht. Dann Jahre später sorgte «Super Castlevania IV» auf dem SNES (1991) für eine grosse Überraschung: Sound und zeitgenössische Grafik liessen uns staunen und das Gruseln vor dem Röhrenfernseher war intensiv und unvergesslich.

In den Jahren danach gab es immer wieder mal neue Ableger, die frische Figuren und Mysterien einführten und Peitschen-Action spendierten. «Symphony of the Night» (1997) war dann jedoch quasi für viele Fans die Krönung der «Castlevania»-Schöpfung und wir mussten lange warten, bis endlich ein richtiger Ableger an unsere Türe klopfen würde. Nun steht dieser tatsächlich da und wir nehmen ihn mit offenen Armen in Empfang.

Mit diesem Videospiel hat die «Castlevania»-Reise begonnen...

Das Drama nimmt (wieder) seinen Lauf

Paris steht kurz vor dem Untergang: Im Jahr 1499 haben finstere Mächte die Stadt fest in ihrem Griff. Dämonen, Monster und anderes Teufelszeug terrorisieren die Menschen und setzen diverse Häuser in Brand. Nein, hierhin sollte man besser nicht reisen. Doch Trevor Belmont, der legendäre Vampirkiller, und seine Tochter Rose wagen sich in diesen Höllenschlund zumal da auch noch plötzlich ein riesiges Schloss auftaucht, das eine grosse Ähnlichkeit zur Residenz des Vampirfürsten aufweist. Doch wurde der Obervampir nicht schon bezwungen?

Wir schlüpfen in die Rolle von Rose und teilen mit der obligaten Peitsche ordentlich aus.
Wir schlüpfen in die Rolle von Rose und teilen mit der obligaten Peitsche ordentlich aus.bild: zvg

Übrigens: «Belmont’s Curse» ist genauer betrachtet eine Fortsetzung zu «Castlevania 3» (1989), kann aber auch komplett ohne Vorkenntnisse gespielt werden, da Neulinge brav mit dem nötigen Hintergrundwissen versorgt werden, damit nicht zu viele Fragezeichen auftauchen. So oder so, die Story braucht auch bei diesem neuen Abenteuer keine allzu grosse Beachtung. Und nüchtern betrachtet wird von einem gewissen Standpunkt aus halt auch immer wieder dieselbe Geschichte mit denselben dramaturgischen Eckpfeilern ausgerollt.

Im jüngsten «Castlevania»-Abenteuer geht es nach Paris, das heimgesucht wird.
Im jüngsten «Castlevania»-Abenteuer geht es nach Paris, das heimgesucht wird. bild: zvg

Bekannte, unbekannte Levelstruktur

In der Rolle von Rose zücken wir vorerst das Schwert und wandern hinab in die Katakomben von Paris, während ihr Vater parallel eine andere Mission bestreitet. Schon sehr schnell stellen sich uns die klassischen Zombies, Fledermäuse und Skelettkrieger in den Weg, die wir auch mit bisschen Magie wegballern können. Bis wir die legendäre Peitsche bekommen, damit austeilen und herumschwingen dürfen, dauert es aber nicht lange.

Es folgt schnell die klassische Spielmechanik von «Castlevania»: Wir bewegen uns durch labyrinthartige Gänge, Strukturen und Gebäude, die allesamt miteinander verbunden, jedoch nicht sofort passierbar sind. Das heisst, dass wir immer wieder in Sackgassen landen, wo wir entweder ein bestimmtes Objekt oder eine Fähigkeit benötigen, um ein Tor zu öffnen oder einen Abgrund oder Hindernis zu überwinden.

Mit der Peitsche können wir nicht nur austeilen, sondern auch über Abgründe schwingen.
Mit der Peitsche können wir nicht nur austeilen, sondern auch über Abgründe schwingen. bild: zvg

Sind die Levels zu Beginn noch einigermassen linear und durchschaubar, werden sie im späteren Spielverlauf immer komplexer. Da kann es schon mal vorkommen, dass man an sich zweifelt, weil man einfach nicht weiterkommt oder nicht weiss, wie es weitergehen soll. Dann ist Durchatmen angesagt und das Konsultieren der Karte wird zu einem Hauptstudium. Doch wenn der Weg ersichtlich wird und wir ein grosses Aha-Erlebnis bekommen, ist der Triumph riesengross und die Motivation, weiterzuspielen, ebenso.

Smalltalk mit Endgegnern

Wie es sich gehört, warten auch diverse Endgegner auf uns, die wir mit Geschicklichkeit, Köpfchen und Ausdauer besiegen können. Haben wir einen auf den Rücken gelegt, erhalten wir neue magische Fähigkeiten und auch eine Reisebegleitung. Denn jedes Obermonster wandert dann geläutert in unsere Tarot-Karten-Sammlung. Schliesslich dürfen wir sogar einige Dialoge mit den Kreaturen führen, die allesamt auch ein paar eigenwillige Geschichten, Beweggründe und Tipps auf Lager haben.

Auch diverse magische Fähigkeiten werden uns auf die Reise mitgegeben.
Auch diverse magische Fähigkeiten werden uns auf die Reise mitgegeben. bild: zvg

In den kommenden Spielstunden sammeln wir zudem neue Waffen, können uns und unsere Utensilien ein bisschen aufleveln und finden in den verzweigten Arealen auch Schätze, deren Inhalt uns auf unserer Reise unterstützt. Wer bewusst vom Weg abkommt und auf Entdeckungstour geht, der wird auch stets für seine Suche belohnt. Ein Spielmerkmal, das Tradition hat und auch heute noch bestens funktioniert und motiviert.

Einige Gegner brauchen Geschick und Ausdauer bis sie auf dem Rücken landen.
Einige Gegner brauchen Geschick und Ausdauer bis sie auf dem Rücken landen. bild: zvg

Ein Fest für Augen und Ohren

«Belmont's Curse» sieht jederzeit einfach nur wunderschön aus. Intensive Farben, geschmeidige Animationen und oft schlicht atemberaubende Hintergründe mit Horror-Motiven erfreuen das Auge. Besonders das brennende Paris und der Abschnitt im Schloss werden noch lange in Erinnerung bleiben, da sie uns mit optischen Schauwerten immer wieder neu überraschen.

Das neue «Castlevania» versorgt uns stets mit wunderschönen Schauwerten.
Das neue «Castlevania» versorgt uns stets mit wunderschönen Schauwerten.bild: zvg

Zur grafischen Pracht gesellt sich ein atmosphärischer Soundtrack hinzu, der den visuellen Grusel mitträgt und an den richtigen Stellen richtig schön aufdreht und dramatisch wird. Da haben sich ein paar innige Ohrwürmer in die Playlist geschlichen, die pure «Castlevania»-Stimmung atmen und kleben bleiben.

Eine ewige Faszination

Fazit: Auch wenn man manchmal an einigen Stellen nicht weiterkommt und verzweifeln mag, «Belmont’s Curse» ist nie unfair, sondern durchaus logisch aufgebaut. Mit der nötigen Portion Geduld und Ausdauer habe ich jede Sackgasse überwunden. Dieses Nicht-Weiterkommen und die teils bockigen Endgegner, die ebenso mit Fleiss gebodigt werden können, gehören aber zu einem «Castlevania» dazu.

Da wird die seichte und immer gleiche Story gerne in den Hintergrund gerückt, wenn ich mit meinen neuen Waffen und Fähigkeiten experimentieren darf, Geschicklichkeitspassagen plötzlich blind überwinden kann und neue Wege und Möglichkeiten entdecke.

Die Entwicklerbuden Evil Empire und Motion Twin sorgen im Auftrag von Konami für schaurig schöne und unvergessliche Spielstunden.

Obendrauf bekomme ich hier eine audiovisuelle Pracht serviert, die mich bis ans Ende erfreut und einfach nur verwöhnt hat. «Castlevania»-Fans der ersten Stunde werden hier frohlocken während Neulingen bewusst gemacht wird, warum diese Spielreihe seit 40 Jahren eine solch innige Faszination ausstrahlt.

«Castlevania: Belmont’s Curse» ist erhältlich für Nintendo Switch 2, Playstation 5, Xbox Series X/S und PC. Freigegeben ab 16 Jahren.

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