Griechenland
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Schiffsunglück vor Griechenland

Fast 230 Menschen warten noch immer auf Adria-Fähre auf Rettung – unter ihnen vier Schweizer



Rund 24 Stunden nach dem Ausbruch eines Feuers an Bord einer Adria-Fähre harren noch immer fast 230 Menschen auf dem Schiff aus. Weiterhin befinden sich vier Schweizer auf dem Schiff. Die Rettungskräfte waren zwar durchgängig im Einsatz, doch Dunkelheit und dichter Rauch machten ihnen zu schaffen.

Wie die italienische Marine am frühen Montagmorgen mitteilte, wurden bislang 251 Menschen von der «Norman Atlantic» gerettet. 227 weitere befanden sich demnach noch auf dem Schiff. Der Marine zufolge wurden inzwischen Ärzte an Bord gebracht.

Bei dem Inferno auf der Adria-Fähre ist bislang eine Person ums Leben gekommen. Bei dem Opfer handelt es sich um einen in Zürich wohnhaften Griechen, wie griechische Medien berichten.

Die Fähre der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am frühen Sonntagmorgen nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach.

Das Schiff trieb anschliessend manövrierunfähig zwischen der italienischen und der albanischen Küste. 478 Menschen waren insgesamt an Bord. Sturm und hohe Wellen hatten den Hilfseinsatz erschwert.

Bis Mitternacht waren 190 Menschen nach Marineangaben gerettet worden. Von den zehn Schweizern, die sich auf der Fähre befunden hatten, wurden nach Angaben des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) deren sechs bis am frühen Abend vom Schiff gebracht. Alle Geretteten seien wohlauf, teilte das EDA am Montagmorgen mit. Vier Personen befänden sich in Spitalpflege in Süditalien, die restlichen auf Rettungsschiffen. Vier Schweizer befinden sich somit noch an Bord der Fähre.

Ein toter Grieche

Die meisten der Geretteten wurden mit Helikoptern auf andere Schiffe gebracht, die zur Hilfe geeilt waren. Mehrere Menschen, darunter eine Schwangere und Kinder, kamen ins Spital. Nach offiziellen Angaben starb ein Grieche beim Sprung von Bord.

Die Flammen an Bord der Fähre seien unter Kontrolle, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Es könnte jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter. Das italienische Marineschiff «San Giorgio» übernahm am Sonntagabend die Einsatzleitung. Wohin die Fähre geschleppt wird, war noch nicht ganz klar – möglicherweise ins süditalienische Brindisi.

Berichte über überladenes Fahrzeugdeck

Über die Ursache des Brandes auf dem Schiff wurde weiter spekuliert. Möglicherweise waren Laster überladen. LKW-Fahrer berichteten in griechischen Medien, dass einige Fahrzeuge Olivenöl geladen hätten und dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Ein Funke könne da schnell einen Brand auslösen.

Bei einer Kontrolle sollen Mängel auf dem Schiff festgestellt worden sein, unter anderem an Sicherheitstüren und bei der Beleuchtung. Der Schiffsbauingenieur Giorgos Margetis sagte dem griechischen Sender Skai, die Schäden könnten aber nicht gravierend gewesen sein – andernfalls wäre die «Norman Atlantic» am Auslaufen gehindert worden. Die Reederei hatte betont, dass das Schiff fahrtüchtig gewesen sei. (feb/sda/dpa)

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