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Traditionelles Opferfest für Muslime in Senegal wird teurer

07.07.2022, 12:1807.07.2022, 17:42

Im westafrikanischen Senegal bereiten drastisch gestiegene Preise zum muslimischen Opferfest vielen Familien Sorgen.

Traditionell schlachtet jede muslimische Familie im Senegal zum Opferfest ein Schaf und teilt das gegrillte Fleisch mit Nachbarschaft und Fremden.

Zum Opferfest schlachtet jede Familie ein Schaf.
Zum Opferfest schlachtet jede Familie ein Schaf.Bild: keystone

«Das Futter für eine Schafherde mit 50 Tieren kostet täglich zwischen 22'500 und 30'000 Franc CFA», erklärte der Schafhändler Diallo Diop in Dakar gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Das entspricht umgerechnet etwa 34 bis 45 Franken pro Tag. Die gestiegenen Kosten müsse er an seine Kunden weitergeben, so Diop: Für ein kleines Schaf sind demnach 120'000 Franc CFA zu bezahlen (rund 181 Franken). Das ist ungefähr doppelt so viel wie der aktuelle monatliche Mindestlohn.

Im Vorjahr habe der Preis für ein vergleichbares Tier noch bei rund 70'000 Franc CFA (rund 106 Franken) gelegen. Für grosse Tiere edlerer Rassen können in diesem Jahr bis zu umgerechnet etwa 1500 Franken fällig werden.

Mais, die Grundlage für die Nahrung der Schafe, hat sich infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine verknappt und verteuert: Bis dahin hielt die Ukraine grosse Weltmarktanteile. Der Senegal importierte nach offiziellen Angaben 323'400 Tonnen Mais im Jahr 2020.

Die Inflation kletterte im Senegal nach den neuesten Zahlen des Statistikamts zuletzt auf den höchsten monatlichen Wert seit 2006, auf 7,4 Prozent.

Der Handel mit Schafen ist der höchste Feiertag im Islam.
Der Handel mit Schafen ist der höchste Feiertag im Islam.Bild: keystone

Opferfest Eid Al-Adha

Im Senegal, dem westlichsten Land in Afrika, gehören rund 98 Prozent der 18 Millionen Einwohner dem Islam an. Zum Opferfest Eid Al-Adha erinnern Muslime an die Geschichte von Abraham aus der Bibel, der Torah und dem Koran: Abraham wird demnach von Gott aufgefordert, seinen Sohn zu opfern. Dieser bleibt aber schliesslich verschont.

Der höchste Feiertag im Islam ist über den Handel mit Schafen hinaus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Der Verkauf von Grills, die auf Hunderten Metern die Strassen säumen, hat Hochsaison. Schneider arbeiten im Akkord für neue Festtagsbekleidung. Die Menschen reisen per Bus und Taxi zu ihren Familien. Und auch Kinder verdienen sich etwas dazu, etwa indem sie die Schafe vor dem Verkauf waschen. (lab/sda/dpa)

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