Während Merz-Besuch in der Ukraine: Russland greift Kiew an
Am Sonntagmorgen sind der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) überraschend nach Kiew gereist, um der Ukraine ihre fortlaufende Unterstützung zuzusichern.
Der Besuch des Kanzlers hält Russland aber offenbar nicht davon ab, die ukrainische Hauptstadt anzugreifen. Videoaufnahmen von Augenzeugen zeigen, wie ein Projektil in die nördliche Brücke über den Fluss Dnjepr einschlägt und explodiert. Laut ukrainischer Angaben soll die Brücke von einer Drohne getroffen worden sein, die Videoaufnahmen sprechen allerdings eher für den Einsatz eines Marschflugkörpers vom Typ S8000 Banderol.
Russland hatte Diplomaten am Samstag gewarnt
Wo sich der Kanzler zum Zeitpunkt des Angriffs aufhält, ist nicht bekannt. Das russische Aussenministerium hatte Ausländer und Diplomaten am Samstag vor Besuchen in Kiew gewarnt und zum Verlassen der Stadt aufgerufen. Jeder, der die Warnung missachte, setze sich einer «tödlichen Gefahr» durch «massive» russische Luftangriffe aus.
Merz hatte erst am Donnerstag seine Entschlossenheit betont, den Kurs bei der Unterstützung der Ukraine fortzusetzen. Deutschland werde sich weder durch Russlands «hybride Angriffe» noch durch «Parolen der AfD und ihrer russischen Hintermänner» spalten lassen, sagte er bei einer Rede in Münster.
The moment of the Russian S8000 Banderol cruise missile strike on the "Northern" Bridge across the Dnieper River in Kyiv. https://t.co/Vlfr6yaHJy
— AMK Mapping 🇳🇿 (@AMK_Mapping_) October 4, 2026
Kanzler Merz brachte nun nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen konkrete Hilfe für die Ukraine mit. Demnach wird ein weiteres Paket militärischer Unterstützung im Umfang von rund einer Milliarde Euro auf den Weg gebracht. Es umfasst den Angaben zufolge Abstandswaffen, Kampfdrohnen und Satellitentechnik. Damit soll die Ukraine russische Abschussrampen wirksamer bekämpfen können.
Merz will Drohnenabwehr an Kiew liefern
Der Schwerpunkt der deutschen Hilfe liegt aber auf der Produktion von Drohnen zur Abwehr von russischen Jet-Drohnen vom Typ Geran, die schneller und höher fliegen und gegen die die Ukraine bisher wenig ausrichten kann. Joint Ventures zwischen Ukrainern und Europäern produzieren zusammen militärische Abwehr-Ausrüstung, wie das Unternehmen Quantum Systems, das in Bayern Drohnen für Kiew herstellt.
Aus Berliner Regierungskreisen hiess es, hier seien technologische Durchbrüche gelungen, nun starte die Serienproduktion. Damit setze die Unterstützung bei der derzeit grössten Lücke der ukrainischen Luftverteidigung an. «Die Wirkung soll schnell und spürbar sein.»
Merz verwies auf die besondere Bedeutung der Partnerschaft mit Kiew. «Deutsche und ukrainische Unternehmen entwickeln gemeinsam Technologien, von denen beide Länder profitieren.» Dies mache beide Länder «sicherer und stärker».
Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur AFP
(hkl)

