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Schüsse in München – Ermittler gehen von versuchtem Terroranschlag aus

epa11586776 Bavaria's Interior Minister Joachim Herrmann (2-L) speaks during a press conference after a shooting near the NS Documentation Center for the History of National Socialism building in ...
Nach dem Schusswechsel nahe dem israelischen Generalkonsulat in München gehen die Ermittler von einem versuchten Terroranschlag des Getöteten aus.Bild: keystone

Nach mutmasslichem Anschlagversuch in München: Ermittler durchsuchen Wohnort des Schützen

05.09.2024, 17:0705.09.2024, 21:04

Nach dem mutmasslichen Anschlagsversuch eines Österreichers in München wurde sein Wohnort im Salzburger Land durchsucht. Zahlreiche Beamte rückten nach Neumarkt am Wallersee aus, um Beweise und Spuren zu sichern. Das teilte ein Salzburger Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der 18-Jährige hatte in Neumarkt zusammen mit seinen Eltern gewohnt. Zur Sicherheit seien das Wohnhaus und die benachbarten Gebäude evakuiert worden, sagte der Polizeisprecher. Im Nachhinein habe aber sich herausgestellt, dass keine Gefahr bestanden habe.

Österreich erhöht Sicherheitsmassnahmen

Nach dem Vorfall werden die Sicherheitsmassnahmen im benachbarten Österreich nun erhöht. Das gab Innenminister Gerhard Karner in Wien bekannt. Die Staatsschutzbehörde DSN habe deswegen bereits mit der israelischen Botschaft und der israelischen Kultusgemeinde Kontakt aufgenommen, sagte er.

Polizisten hatten gegen 9.00 Uhr in dem Areal in der Nähe des Konsulats und des NS-Dokumentationszentrums den mit einer sogenannten Repetierwaffe älteren Baujahres bewaffneten Mann entdeckt. Er schoss laut Herrmann gezielt auf die Polizisten, die das Feuer erwiderten.

Dabei sei der 18-Jährige gegen 9.12 Uhr getroffen worden, er sei noch am Einsatzort gestorben. Schon nach wenigen Minuten habe der Mann keine Gegenwehr mehr leisten können, sagte der Münchner Polizeipräsident Thomas Hampel. Weitere Verletzte habe es nicht gegeben.

Dennoch waren laut Bayerns Innenminister Herrmann innerhalb kürzester Zeit rund 500 Polizistinnen und Polizisten in der Innenstadt im Einsatz. Darunter waren laut Polizei auch Spezialkräfte und ein Hubschrauber.

Police cars parked on a street next to the museum on the city's Nazi-era history after police fired shots at a suspicious person near the Israeli Consulate and the museum in Munich, Germany, Thur ...
Grosses Polizeiaufkommen vor dem NS-Dokumentationszentrum Bild: keystone

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schloss einen Zusammenhang mit dem Gedenktag zum Olympia-Attentat von 1972 vorerst nicht aus. «Ein Zusammenhang ist möglicherweise gegeben. Es muss noch geklärt werden», sagte der CSU-Politiker bei der Pressekonferenz in der Nähe des Tatorts. «München hat heute kurz den Atem angehalten.»

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) sagte, die Ermittlungen würden von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München geführt.

Schütze war Behörden bereits bekannt

Der von der Polizei getötete 18-jährige Schütze war laut einem Medienbericht voriges Jahr wegen mutmasslicher Nähe zur Terrororganisation Islamischer Staat in Österreich angezeigt worden.

Wie die österreichische Presseagentur APA berichtet, waren auf dem Mobiltelefon des jungen Österreichers mit bosnischen Wurzeln Daten und ein Computerspiel sichergestellt worden, die eine Nähe zu islamistisch-terroristischem Gedankengut bezeugten.

Er wurde laut APA danach bei der Staatsanwaltschaft Salzburg angezeigt. Das Verfahren wegen Mitgliedschaft bei der radikalislamischen Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) sei aber eingestellt worden, hiess es.

Die Salzburger Polizei, die Staatsanwaltschaft Salzburg und das Innenministerium in Wien bestätigten der Deutschen Presse-Agentur diese Angaben zunächst nicht.

Auf dem Telefon soll der junge Mann nach APA-Informationen IS-Propagandamaterial gespeichert haben. Auf die Handyinhalte waren die Behörden demnach aufmerksam geworden, nachdem der Jugendliche an seiner Schule gewalttätig gegen Mitschüler vorgegangen war.

(lst/sda/dpa)

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