Kommt es jetzt zum Kanzlertausch? Diese Optionen gibt es
Fast täglich gibt es in den aktuellen Tagen neue Nachrichten zu einer möglichen Ablösung von Friedrich Merz. Mal sind es konkrete Forderungen, mal Gerüchte zu einem möglichen Vorgehen. Der deutsche Kanzler wackelt offensichtlich, doch ob er tatsächlich ausgetauscht wird, steht bisher noch nicht fest.
Das hängt auch vom Ausgang der Landtagswahlen am Sonntag ab. Sollte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag fliegen und in Berlin nicht mehr stärkste Kraft werden, dürfte es für Merz schwierig werden, sich im Amt zu halten.
Doch nun plant der deutsche Bundeskanzler offenbar, indirekt die Vertrauensfrage zu stellen. Darüber berichtet Table.Media. Demnach plant Merz am Sonntag eine Krisensitzung des CDU-Präsidiums. Dann wolle er die Parteispitze vor die Wahl stellen: entweder ein geschlossener Reformkurs unter seiner Führung oder der offene Sturz. Intern ist offenbar von der Formel «stützen oder stürzen» die Rede. Freiwillig wolle Merz sein Amt nicht aufgeben.
Aus Parteikreisen wird der Bericht dementiert. Man werde die Berichterstattung zu den Wahlen verfolgen wie üblich. Es gebe keinen Unterschied zum sonstigen Ablauf.
Wer spricht sich gegen Merz aus?
Öffentliche Rücktrittsforderungen gibt es bisher zumindest aus der CDU kaum, vor allem von prominenter Seite. Doch es gibt die Stimmen. Der stellvertretende Landesparteichef von Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, sagte der Deutschen Presse-Agentur:
Allerdings soll die Stimmung intern anders aussehen. Auch in der Führungsriege gebe es Stimmen, die sagen, man sei «durch mit Merz», berichtet der «Spiegel».
Wer könnte auf Merz folgen?
Bislang werden vor allem zwei Namen genannt, die Merz als Kanzler ablösen könnten. Am häufigsten wird dabei auf den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst verwiesen. Dieser regiert im Westen mit einer schwarz-grünen Koalition relativ erfolgreich, ihm werden grössere Ambitionen nachgesagt. Allerdings steht im kommenden Frühjahr eine Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Es ist fraglich, ob er so kurz davor nach Berlin wechselt. Zudem wird Wüst eher dem moderaten Flügel zugerechnet. Da viele Parteimitglieder aber unzufrieden sind, dass Merz keinen konservativeren Kurs umgesetzt hat, dürfte es auch Widerstand gegen Wüst geben.
Kanzlerambitionen hegt auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Er wollte bereits 2021 Regierungschef werden, unterlag im Vorfeld aber Armin Laschet. Der schloss einen Kanzlersturz zuletzt aber aus. «Von der CSU auf keinen Fall», sagte er der «Bild am Sonntag». Allerdings könne er nicht für die Schwesterpartei sprechen.
Doch es gibt noch weitere Kandidaten. Auch der Name des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein fällt gelegentlich. Die «Bild» berichtet, dass zuletzt auch Innenminister Alexander Dobrindt vermehrt im Gespräch war.
(hkl, mit Material von T-online)
