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Experten haben keine Hoffnung für Wal in Ostsee

Buckelwal in Ostsee gestrandet
Bild: Sea Shepherd

Experten haben keine Hoffnung für Wal in Ostsee – heute Nacht soll Wasserstand sinken

Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Zurzeit liegt er wieder in relativ seichtem Wasser. Und in der Nacht soll der Wasserstand bedenklich sinken.
29.03.2026, 22:1029.03.2026, 22:10
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t-online

Vor Timmendorfer Strand gerettet, vor Wismar erneut aufgesetzt: Die Aussichten für den Buckelwal vor der Ostseeküste verschlechtern sich. Das Tier sei sehr geschwächt, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Burkard Baschek, bei einer Pressekonferenz in Wismar. Der Fitnesszustand des Wals habe sich im Vergleich zum Samstag deutlich verschlechtert. Laut Meeresmuseum ist die Atemfrequenz des Buckelwals reduziert.

In der Nacht zu Sonntag konnte sich der zwölf bis 15 Meter lange Wal bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest – ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Scheinbar regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stiess er eine Wasserfontäne in die Luft. Auch am Abend war die Lage unverändert. Die Experten hoffen, dass er sich vielleicht in der Dunkelheit in Bewegung setzt.

Ruhe soll verirrtem Buckelwal in der Ostsee helfen

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, man wolle den Wal jetzt in Ruhe lassen – in der Hoffnung, dass er Kraft tankt, sich selbst befreit und den Weg aus der Ostsee heraus findet. Seine Rufe seien seit Samstag weniger geworden. «Es geht ihm schlecht», sagte der Minister. Die Behörden haben nach seinen Worten ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf. «Die Polizei hat die Überwachung übernommen», sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Zahlreiche Schaulustige versammelten sich auf der Seebrücke.

Baschek sagte, der Wal liege in einer Wassertiefe, die etwa der in der Nacht zu Sonntag entspreche, als sich das Tier selbst befreit habe. Er beschrieb die jüngste Situation deshalb nicht als Strandung, sondern als «Leibaufsetzen» des Wals. Er könne sich aktuell selbst befreien, unternehme aber keinen Versuch dazu, sagte Baschek.

Wasserstand soll in der Nacht um 40 Zentimeter sinken

Der Ernährungszustand des Wals ist gut, wie Stephanie Gross vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover sagte. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen.

Die Aussichten drohen sich für den Wal unterdessen zu verschlechtern. Baschek sagte, bis Montagnacht, 3.00 Uhr bis 4.00 Uhr, werde damit gerechnet, dass der Wasserstand um etwa 40 Zentimeter sinken wird. «Wenn der Wal nicht aus eigener Kraft in den nächsten Stunden freikommt, wird die Situation insgesamt für ihn erst mal schlechter.»

Auf die Frage, ob Buckelwale möglicherweise zum Sterben an die Küsten kommen, sagte Stephanie Gross, dafür gebe es keine wissenschaftlichen Hinweise. «Ansonsten würden wir weltweit deutlich mehr Buckelwal-Strandungen sehen, wenn alle alten, kranken, geschwächten Buckelwale in die Flachwassergebiete kämen.»

Wal seit Anfang März an Ostseeküste unterwegs

Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack sagte, die Fischerei sei weltweit ein Problem für Meeressäuger. Schätzungen zufolge kämen jedes Jahr rund 300'000 Wale und Delfine in Netzen ums Leben. Auch der Wal vor der Ostseeküste war offenbar in ein Netz geraten. Helfer konnten in den vergangenen Tagen einen Teil des Netzes von dem Tier entfernen. Nach Worten von Stephanie Gross hängt ein Teil aber immer noch in seinem Maul. Es habe sich nicht herausziehen lassen.

Bereits seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach in einem Netz verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.

Am vergangenen Montagmorgen war der Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete und in der Nacht zu Freitag hatte sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne befreit.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
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